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Köln. (HHK) Beim Jubiläumsspiel der Kölner Haie am 8. November gibt es viele  Top-Stars zu sehen, die in den 40 Jahren...

Udo Kießling mit seinem Ehrenbanner – © by Eishockey-Magazin (MK)

Köln. (HHK) Beim Jubiläumsspiel der Kölner Haie am 8. November gibt es viele  Top-Stars zu sehen, die in den 40 Jahren KEC-Geschichte das Haie-Trikot trugen. Unter anderem werden auch Peppi Heiß, Jörg Mayr und Detlef Langemann  dabei sein, deren Rückennummern 1, 6 und 14 als Anerkennung für ihre große Leistungen unter4 dem Hallendach hängen. Am Donnerstag wird nun auch das Trikot mit der Nr. 4 hochgezogen und selbst jüngeren Eishockeyfans ist sofort klar, wem diese Ehre gilt: Udo Kießling.

„Er war der beste Spieler der Haie in diesen 40 Jahren“, antwortet Haie-Coach Uwe Krupp auf die entsprechende Frage und begründet dies auch: „Er war ein Profi durch und durch, hatte Weltklasseformat und hätte in jeder Liga der Welt mithalten können – auch in der NHL.“  Tatsächlich bestritt Udo Kießling auch ein NHL-Spiel 1981 mit den Minnesota North Stars, zog aber die Rückkehr nach Deutschland vor. „Auf der Strafbank gesessen, an den Pfosten geschossen, einer Massenschlägerei durch Zufall entgangen, alles erlebt.“

Als er den Kurztrip nach Amerika unternahm, war Udo Kießling in Deutschland und darüber hinaus bereits ein berühmter  und respektierter Spieler. Schon mit 17 Jahren hatte er im Trikot des SC Rießersee in der Bundesliga debütiert, weitere BL-Stationen waren der Augsburger EV und der EV Rosenheim. Von dort ging es 1976 nach Köln, wie bis dahin immer gemeinsam mit seinem Vater Gerhard als Trainer.

Die Domstadt wurde für den 1955 im sächsischen Crimmitschau geborenen Udo Kießling zur neuen Heimat und die Kölner Haie zu „seinem“ Verein.  Mit den Haien gewann er von 1977 – 1988 sechs Deutsche Meisterschaften – einige davon als Kapitän – und bestritt 534 Bundesligaspiele. Als Verteidiger sammelte er 483 Skorerpunkte und schoss 178 Tore. In allen Ranglisten steht sein Name unter den „Top-10“, z.B. bei der Anzahl der Einsätze auf Platz 7.

Udo Kießling bei der Meisterschaftsfeier 1977 mit einem Glücksschwein – © by privat

Legendär sind bis heute die Eiszeiten Kießlings. Gestoppt wurde diese nie, doch verging selten eine Partie, in der Kießling nicht zumindest 40-45 Minuten auf dem Eis stand – und wenn es eng wurde, spielte er auch mal ein Drittel durch. Bei den Kölner Fans brachte ihm dies höchste Anerkennung ein, bei den gegnerischen Anhängern z.B. den Gesang: „Er ist kein Mensch, er ist ein Tier, er spielt bei Köln mit der Nr. 4.“  Kein Problem für Kießling: „Das war in gewisser Weise eine Ehre für mich.“

Seine aktive Zeit bei den Haien endete abrupt im Frühjahr 1992, als ihm die Haie völlig überraschend kündigten. Kießling wechselte darauf zum EV Landshut und spielte für die Niederbayern noch vier Saisons, ehe er  nach insgesamt 1.003 Erstligaspielen 1996 wegen einer schweren Verletzung im Alter von 40 Jahren seine Karriere beenden musste.Sage und schreibe 15mal war er von 1977 bis 1991 ununterbrochen in das Bundesliga-All-Star-Team berufen worden, dreimal zum Spieler des Jahres.  Selbstverständlich ist er auch Mitglied der „Hall of Fame“, und zwar sowohl in der deutschen als auch in der des Internationalen Eishockeyverbands IIHF.

24 Jahre Eishockey auf höchstem Niveau hinterließen ihre Spuren. „Ich bin gut davongekommen in meiner Karriere, hatte nur Kleinigkeiten.  Ein Mittelfußbruch, drei Wadenbeinbrüche, einmal Innenband im Knie angerissen, dreimal am Ellenbogen operiert, dreimal Schlüsselbein-Brustgelenk gesprengt, drei Platzwunden am Kopf, fünf Gehirnerschütterungen, eine Trümmerfraktur am Kiefer, einmal Nasenbein durch und 20 Zähne verloren…“, so Kießling in der Sonderausgabe des Kölner Express zum 40jährigen Haie-Jubiläum.

Nach seiner aktiven Zeit kehrte Udo Kießling Köln zurück. Seit vielen Jahren ist er wieder  Stammgast bei den Heimspielen der Haie und hält engen Kontakt zur Traditionsmannschaft des KEC. Gelegentlich berät er Geschäftsführung und Trainer der Haie, seinen früheren Nebenspieler Uwe Krupp sicher besonders gern.

Natürlich dürfen an dieser Stelle auch seine internationalen Meriten nicht unerwähnt bleiben:

Hätten Sie ihn erkannt? Udo Kießling mit den Spielern von Preußen Krefeld ca. 1960. (Übrigens kniend vorne rechts Jupp Kompalla); Vater Gerhard Kießling trainierte seinerzeit die Preußen – © by privat

–      Rekord-Nationalspieler mit 320 Einsätzen

–      15 Teilnahmen an Weltmeisterschaften (10 während seiner KEC-Zeit)

–      5 Teilnahmen an Olympischen Spielen  und Mitglied des „Bronze-Teams“ 1976

–      All-Star-Team bei der WM 1987 in Wien

 

 

 

 

 

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