DEL

7:1 – Augsburg lässt Ingolstadt keine Chance

Januar 19, 2014   ·   0 Comments

TTT - Tim Conboy, Travis Turnbull und Timo Pielmeier geschlagen - © by Eishockey-Magazin (RS)

TTT – Tim Conboy, Travis Turnbull und Timo Pielmeier geschlagen – © by Eishockey-Magazin (RS)

Augsburg. (MS)  Trotz deutlichem Sieg gegen die Eisbären Berlin hatten die Panther immer noch – nur – zwei Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz. Verliert man das anstehende Derby gegen den zuletzt schwächelnden Tiernamens-Vetter aus Ingolstadt, kann man den “Platz an der Sonne” Schwups verlieren. Holt man sich jedoch die drei Punkte, ist sogar der heutige Kontrahent plötzlich in Schlagdistanz. Für Brisanz war also gesorgt….

Mit einer der engagiertesten Leistungen dieser Saison legten die Gastgeber den Grundstein für einen nie gefährdeten  7:1 (2:1/3:0/2:0)-Sieg gegen die angereisten Schanzer. Diese erwiesen sich als zu harmlos und so feierten mehr als 6000 Zuschauer Torjäger Ivan Ciernik, der mit drei Treffern eine hervorragende Quote ablieferte.

 Augsburgs Verteidiger treffsicher

Im bayerischen Derby war von Anfang an Musik. Boyle und Ciernik prüften früh (2.) Timo Pielmeier im Ingolstädter Tor. Kurz darauf hatte der Goalie jedoch gegen Hammer von Woywitka keine Chance und musste dessen Führungstreffer quittieren. Eines muss sich Woywitka jedoch fragen lassen: wo hat er diese “Waffe” nur die letzten 22 Spiele versteckt? In den Folgeminuten bestimmten weiter die Gastgeber das Tempo. Was im Powerplay nicht gelang, vollbrachte dann Woywitkas Verteidigerkollege Reiß wenig später. Er schlenzte unbedrängt zum 2:0 (7.) ein. Dafür gab es von den Zuschauern selbst während des Powerbreaks Fangesänge. Die Donaustädter zeigten sich davon zunächst deutlich geschockt.  Erst Oblinger und Ross (beide, 14. Spielminute) konnten Keller im Augsburger Gehäuse ernsthaft in Bedrängnis bringen. Dies wirkte gleichzeitig wie ein Weckruf auf deren Kollegen. Zunächst “chipte” Conboy die Hartgummischeibe an den Stahlwinkel (15.), während Kollege Greilinger dann genauer Maß nahm und von der Blauen Linie den Anschlusstreffer (16.) erzielte. Mit dem Treffer wechselte das Momentum die Seite und Gastgeber schwammen in der Defensive nun doch arg. Schuld daran hatte nicht nur die, gegen Reiß, ausgesprochen Strafe.

Stephen Werner /rechts) enteilt Robert Sabolic - © by Eishockey-Magazin (RS)

Stephen Werner /rechts) enteilt Robert Sabolic – © by Eishockey-Magazin (RS)

Ciernik “knipst” sich durch die Gästedefensive

Die Dominanz der Verteidiger in der Torschützenliste wollte Augsburgs Top-Torjäger Ciernik nicht auf sich sitzen lassen. Mit der ihm typischen Art schlenzte er Pielmeier bei einem 3-auf-1-Konter das Spielgerät  durch die Schoner – zum 3:1 ( 25.). Zur Mitte der Partie stand es zwischen Ciernik und der Pantherdefensive dann 2:2-Unentschieden – hatte der Knipser den Vorsprung in Überzahl nun auf 3 Tore hochgedreht. Für sich im Slot geopfert hatte sich Bayda, der schwer bearbeitet den Puck unter Pielmeier herausspitzeln konnte.  Bis auf wenige Gegenangriffe der Gäste, sollte deren eigene Defensivzone bis zur zweiten Pause im Brennpunkt bleiben. Ciernik ging im gastgeberinternen “Privatduell” gar noch in Führung. Boyle zielte im Powerplay von der Außenposition auf dessen Kelle, traf diese, wovon die Scheibe in die Maschen sprang. Damit löste er diverse Jubeltrauben auf den Tribünen des Curt-Frenzel-Stadion aus, während erste Fans der Donaustädter bereits das Stadion verließen. Die Fuggerstädter konnten mit dem Pausentee auf einen komfortablen Vier-Tore-Vorsprung anstoßen.

Ingolstadt fehlen die Mittel für ein Comeback

Ingolstadt musste versuchen ein schnelles Tor zu erzielen, wenn die Partie noch gedreht werden sollte. Ross vergab DIE Gelegenheit kurz nach Wiederbeginn (42.). Doch sonst kam wenig Gegenwehr. Zur Mitte des Schlußabschnittes überwog bei den Gästen dann der Frust, was in einem Check gegen den Kopf von Hager an Caporusso gipfelte. Da Brown sich Hager noch zur Brust nahm, bekam dieser in einer einzigen Situation 39 Strafminuten mit unter die Dusche. Connollys (53.) und Reiß’ Treffer (56.) in Überzahl waren beinah nebensächlich, haben in einem Derby natürlich trotzdem elektrisierende Wirkung auf die Fans.

Statistik

Augsburger Panther –  Ingolstadt Panther 7:1 (2:1/3:0/2:0)

Tore: 1:0 (2:39) Woywitka (Breizkreuz/Werner); 2:0 (06:49) Reiß (Woywitka/Caporusso); 2:1 (15:27) Greilinger (Dinger/Hager); 3:1 (24:03) Ciernik; 4:1 (30:13) Ciernik (Connolly/Bayda) 5-4 PP1; 5:1 (39:44) Ciernik (Boyle/Connolly) 5-4 PP1; 6:1 (52:42) Connolly (Boyle/Ciernik) 4-3 PP1; 7:1 (55:02) Reiß (Connolly/Boyle); 5-4 PP1;

Strafen: Augsburg  10 + 10 Brown–  Ingolstadt 18 + 10 Oblinger + 10 + 5 + 20 Hager
Torschüsse: Augsburg  34  – Ingolstadt 23
Zuschauer: 6.108
Schiedsrichter: Bauer/Haupt

Aufstellungen:
Augsburger Panther:  Keller (Ehelechner)  –  Reiß, Woywitka; Forrest, Boyle; Seifert, Brown; Draxinger –  Breitkreuz,  Zeiler, Schäffler; Ciernik, Connolly, Grygiel; Bayda, Caporusso, Trevelyan;  Farny, Werner, Morrison (es fehlen: Bakos, Tölzer, Roloff; – Uvira/Sperre – MacArthur/überzähliger Kontingentspieler)

Ingolstadt Panther: Pielmeier (Janka) – Conboy,Köppchen;  Hambly, Schopper; Dinger,Ficenec; Ehmann – Laliberte, Hahn, Turnbull; Sabolic, Hager, Oblinger; Boucher, Ross, Greilinger;  Barta, Claaßen (es fehlen: Periard, Gawlik, Rinke-Leitans, Bouck, Zeglic)

Three Stars:

*** Ciernik (Augsburg)
** Reiß (Augsburg)
* Woywitka(Augsburg)

Stimmen nach dem Spiel

Niklas Sundblad (Ingolstadt): Augsburg hat viel Druck ausgeübt – auch körperlich. Wir haben uns dann gut stabilisiert und hätten auch auf Unentschieden stellen können. Das Selbstvertrauen ist nicht richtig da. Wir sind nach dem dritten Treffer auseinandergebrochen.
Larry Mitchell (Augsburg): Wir wollten gut beginnen und von Anfang an körperbetont spielen. Wir haben einige Scheiben sehr früh erobert. Das Tor von Greilinger hat uns etwas den Schwung genommen. Das haben wir in der Pause angesprochen. Wenn wir das zweite Drittel von Freitag gegen Berlin je toppen könnten, dann war es heute. Das 7:1 klingt deutlich – Ursache waren vor allem unsere vier Überzahltreffer.

 

By Manfred-Spatz


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