Ingolstadt. (SO) Die Stimmung war gegenüber den Mannheimern nicht besonders gut. In Anlehnung an das Skandalspiel im vergangenen Jahr in Mannheim warfen die ERC-Fans die Knicklichter, die für eine Perfomance ausgegeben wurden vor dem Spiel aufs Eis.
Die Panther hingegen brauchten keine Psychospielchen, um zu zeigen, wer hier das Sagen hatte. Von Spielbeginn an sah es so aus, als ob Ingolstadt in Überzahl spielen würde. Ein tatsächliches Powerplay konnte der ERC aber nicht verwerten. Im Gegenteil – Mannheim hatte eine gute Chance. Schiedsrichter Marcus Brill machte sich nicht besonders viele Freunde. Eine zweifelhafte Situation pfiff er nicht, dafür schickte er Joe Motzko in der 8. Minute ungerechtfertigt wegen Haltens auf die Strafbank. Erneut flogen Knicklichter von den Rängen. Joe Motzko war gerade wieder auf dem Eis, als er angespielt wurde und gleich abzog. Adler-Torwart Fred Brathwaite kullerte der Puck zwischen den Schonern durch und ein Verteidiger angelte ihn gerade noch aus der Gefahrenzone. In einer erneuten Überzahl acht Minuten vor der Pause hatten die Panther einige Chancen. Sie kamen immer wieder frei zum Schuss. Nur der herausragende Tormann Brathwaite verhinderte die Führung. Die Adler zeichneten sich nicht mit schöner Spielweise aus, sondern durch übertriebene Härte. Schiedsrichter Brill drückte mehrfach beide Augen zu und vergab keine Strafzeiten. Das erste Drittel endete 0:0.
Die Adler starteten stark ins zweite Drittel und setzten sich vor Ian Gordon fest. Die Panther hatten alle Hände voll zu tun, um Schüsse abzuwehren und Chancen zunichte zu machen. In der 23. Minute war es dann so weit. Die Mannheimer gewannen das Bully und James Sifers zog ab. Ian Gordon war völlig überrumpelt und ließ den Puck durch zum 0:1. Der Rückstand rüttelte die Panther wach. Kris Sparre erzielte ein schnelles Tor in der 24. Minute zum 1:1-Ausgleich. Nur 17 Sekunden später erhöhte Prestin Ryan mit einem sehenswerten Solo zum 2:1. Jedes Mal, wenn Mannheim ins Ingolstädter Drittel kam, wurde es gefährlich. Ian Gordon hatte einige gute Paraden und auch ERC-Verteidiger wie -Stürmer warfen sich in jeden Schuss. Zur Dittelmitte passierte Tim Hambly ein großer Fehler. Er ließ sich im eigenen Drittel einfach so den Puck von Marcus Kink abnehmen. Aber er ließ ihn nicht weit kommen und ergatterte die Scheibe wieder zurück. Rund acht Minuten vor Schluss gewann Tyler Bouck das Bully in der eigenen Zone und startete auf der linken Seite durch und kam sogar freistehend zum Schluss, aber ohne Erfolg. Dafür erzielten die Mannheimer in der 36. Minute den Ausgleich. Von der ERC-Verteidigung war weit und breit nichts zu sehen. Frank Mauer überwand Ian Gordon zum 2:2.
Eine zerbrochene Plexiglasscheibe verschaffte den Mannschaften und den 4348 Fans eine kleine Verschnaufpause. Nach der Pause gewann das Spiel wieder enorm an Tempo. Und Timmy Pettersson schoss die Panther in der 50. Minute mit dem 3:2 in Führung. Das blieb bis 75 Sekunden vor Ende so. Dann verließ Brathwaite seinen Kasten. Mauer brachte für die drückenden Adler (60.) den Puck nicht über die Linie. Thomas Greilinger nutzte eine Befreiung und schoss voller Genuss zum 4:2 ins leere Tor. Aber Mannheim gab nicht auf und der Kasten blieb bis zum Ende des Spiels leer. Trotzdem blieb es aus Mannheimer Sicht bei der Niederlage. Beide Mannschaften hatten allerdings Eishockey auf DEL Top-Niveau gezeigt.
ERC Ingolstadt – Adler Mannheim 4:2 (0:0/2:2/2:0)
Tore: 0:1 (22:23) Sifers (Brathwaite), 1:1 (23:49) Sparre (Ryan, Girard), 2:1 (24:06) Ryan (Sparre, Girard), 2:2 (33:12) Mauer (Dimitrakos, Sifers), 3:2 (49:23) Pettersson (Hahn, Greilinger), 4:2 (59:13) Greilinger (Aquino)
Strafen: Ingolstadt 8 – Mannheim 12
Schiedsrichter: Brill
Zuschauer: 4348
Aufstellungen:
Ingolstadt: Gordon – Likens, Hambly, Ryan, Pettersson, Retzer – Sparre, Gawlik, Bouck, Waginger, Reich, Motzko, Fical, Girard, Greilinger, Ross, Hahn, Aqunio.
Mannheim: Brathwaite – Lee, Belle, Wagner, Sifers, Reul, Kettemer, Goc – Lehoux, Dimitrakos, Glumac, Kink, Mitchell, Mauer, Seidenberg, Plachta, Arendt, El-Sayed, Gelke.
Three Stars:
+++ Ryan (1. Top-Star)
++ Sparre (2. Top-Star)
+ Brathwaite (3. Top-Star)
Archivfotos zum Thema:





dieser Bericht ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Sowohl der Verfasser alsauch der Herr Brill hatten hier wohl eine Panther-Brille auf. Im ersten Drittel gab es 4×2 Minuten für Mannheim, dafür nur 1x für Ingolstadt. Wo bitte hat der Schiri seine Augen zugedrückt ?