Herford. (PM) 420 Zuschauer im kleinen Felde sahen am Freitag Abend eine spannende Partie, in der sich die Ice Dragons und die Moskitos zwar auf Augenhöhe begegneten, die Gäste aus Essen jedoch im Mitteldrittel mehr Spielanteile und mehr Glück im Abschluss hatten. So ging das Spiel mit 1:4 verloren, wobei diese Niederlage wohl auf Grund des Spielverlaufes um 2 Tore zu hoch ausfiel.
Doch der Reihe nach. Aggressiv starteten die Ice Dragons in die Partie, zeigten ganz deutlich, dass sie verlorenen Kredit bei den Fans zurückgewinnen wollten. Früh wurde der Gegner gestört, eine Spielweise, mit der die Moskitos nicht so ganz zurecht kamen. Desto länger das Spiel dauerte, desto mehr ging es rauf und runter, weil sich die Gäste an das Herforder Spiel gewöhnten. In der 10. Minute dann eine riesen Chance für die Gastgeber, als Kai Domula mit einem Traumpass die Gästeabwehr aushebelte und Lucas Klein mutterseelenallein vor Christian Lüttges auftauchte. Doch der Herforder Stürmer verzog aus kürzester Distanz. Auf der anderen Seite hatten die Ice Dragons Glück, das ein bereits gegebenes Tor für die Gäste wieder aberkannt wurde, eine mutige und couragierte Entscheidung des an diesem Abend sehr guten Schiedsrichtergespanns. So ging es mit 0:0 in die erste Pause.
Das zweite Drittel lief gut 1 Minute, als Josh Piro auf die Strafbank musste. Nur wenige Sekunden spielten die Ice Dragons in Unterzahl, als Kai Domula und Florian Kiel die Scheibe gemeinsam aus dem Drittel arbeiteten und zu Lucas Klein spielten. Der nahm Fahrt auf und machte es dieses Mal besser als im 1. Drittel, Herford ging in Führung. Doch die Gäste waren noch in Überzahl und zeigten, dass sie mit einem Mann mehr auf dem Eis durchaus was anzufangen wissen. Kai Schmitz wurde an der blauen Linie freigespielt und glich in der 23. Minute mit einem sehenswerten Schlagschuss zum 1:1 aus. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt weiterhin ein offener Schlagabtausch. Bis zu 27. Minute. Nach einem Fehler im Aufbau der Herforder waren die Gäste gedanklich etwas schneller und Maris Kruminsch brachte Essen mit 1:2 in Führung. Kurze Zeit später waren die Ice Dragons in Überzahl. Sebastian Hasselberg und Benjamin Musga arbeiteten die Scheibe aus dem Drittel und Dominik Scharfenorth vollendete den Unterzahlkonter in der 30. Minute, der wie eine Kopie des Herforder Treffers wirkte, zum 1:3. Die Moskitos drückten nun, die Ice Dragons fingen zu viele Strafen. So hatte Florian Holst im Herforder Tor Schwerstarbeit zu verrichten. In der 36. Minute war eine Herforder Strafzeit gerade abgelaufen, als André Grein aus kurzer Distanz zum 1:4 Pausenstand einnetzte.
Im letzten Drittel merkte man den Jungs von Coach Keller an, dass sie dieses Spiel noch nicht aufgegeben hatten. Weiterhin aggressiv in der Defensive machten sie den Moskitos das Leben schwer und fuhren Ihrerseits immer wieder gefährliche Konter. Doch ein Treffer wollte nicht fallen. Die Gäste nahmen nun Ihrerseits zu viele Strafen, was den Ice Dragons zusätzlich in die Karten spielte. Doch je weiter die Spielzeit ablief, desto ratloser wirkten die Herforder Angriffe. Immer wieder hatten sowohl Fans als auch Spieler den Jubelschrei schon auf den Lippen, immer wieder war jedoch entweder Christian Lüttges im Essener Tor oder ein Körperteil eines Feldspielers im Weg. So verrann die Zeit erbarmungslos bis zum Schlusspfiff, ein weiterer Treffer für die aufopferungsvoll kämpfenden Ice Dragons wollte jedoch nicht fallen.
In der anschließenden Pressekonferenz haderte Coach Bruce Keller mit der seit Wochen miserablen Chancenverwertung, während der Essener Coach Jan Vondracek sichtlich glücklich über die drei Punkte war und offen eingestand, dass das bessere Schussglück im 2. Drittel den Ausschlag in einem engen Spiel gegeben hatte.
Torfolge:
1:0 Klein/Domula/Kiel (21:41) UZ1; 1:1 Schmitz/Grein/Jäske (22:51) PP1;
1:2 Kruminsch/Scharfenorth/Musga (26:24); 1:3 Scharfenorth/Musga/Hasselberg (29:54) UZ1;
1:4 Grein/Jäske/Brinkmann (35:57)
Strafminuten:
Herford 12
Essen 16 + 10 (Hasselberg)
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