Augsburg. (MS) Nach dem ersten Wochenende mit voller Punktzahl hatten die Augsburger Panther heute die Chance – mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten Kölner Haie – eine Play-Off-Position zu ergattern. Mit 2:3 (1:0/1:3/0:0) misslang dieser Vorhaben jedoch. Köln ließ, einmal in Führung, kaum noch Chancen zu.
Augsburg erstmals mit Neuzugang Cam Paddock
Nachdem in der Baustelle Curt-Frenzel-Stadion endlich das Licht seine vollständige und regelkonforme Kraft entfaltete, hatten beide Mannschaften richtig Lust auf Eishockey. Den besseren Start konnten dabei die Gäste aus Köln abrufen, die Weiman im Panther-Tor gleich serienweise (Pettinger, D’Aversa, Ankert) prüften. Die Gastgeber konterten durch Boyle und Bassen, mit ebenfalls guten Chancen in den ersten vier Spielminuten. Köln wirkt körperlich und spielerisch stärker, was nicht nur Akerman (6.) Solo bestätigte. Dann kam Cam Paddock (8.). Erst gewann er das Bully, kämpfte im Mitteldrittel und sah wie Youngster Farny Kölns Goalie Ziffzer den Puck zur Augsburger Führung durch die Beine schob. Das gab den Bayern nun Selbstvertrauen und Moore hätte Sekunden darauf die Führung eigentlich ausbauen müssen – die Hartgummischeibe tanzte jedoch die Linie entlang am Tor vorbei. Dann war die frostige Luft für den Moment raus. Allein Weiman sorgte mit gefährlichen Ausflügen außerhalb seines Torraumes für Gefahr. Pettinger knallte den Puck zum Glück für den Torwart am Gehäuse vorbei (14.). Seine Teamkollegen hatten in Überzahl (17.) die größte Chance, gegen einen immer unsicherer wirkenden Ziffzer, nachzulegen. Zeiler gelang es nicht den Nachschuss zu verwerten. Moores Schuss strich um Zentimeter am Pfosten vorbei (18.) und Fletcher misslang es in der gleichen Minute einen frei liegenden Puck zu verwerten. Die Führung für die Gastgeber konnte inzwischen als verdient bezeichnet werden. Von Köln war nichts mehr zu sehen – außer Weiman machte wieder einen Ausflug (20.). Erneut hatte er Glück, dass der Gegner über den Puck drosch.
Haie drehen das Spiel
Gerade mal 49 Sekunden waren gespielt als Köln den Ausgleich erzielte. Stephens wurde von Akerman und Pettinger schön ins Angriffsdrittel gespielt und vollendete trocken aus der Halbdistanz. Das sogenannte Momentum hatten zu dieser Phase des Spiels eindeutig die Rheinländer inne. Einzig ihre Konzentration ließ Wünsche offen. Die Panther-Fans bemerkten die Schwächeperiode ihres Teams und stärkten mit minutenlangem Dauergesang dessen Rücken. Die Gastgeber nahmen diese Unterstützung dankbar auf und kämpften um eigene Torgelegenheiten. Diese ließen nicht auf sich warten, blieben jedoch zu unkonkret. Beide Teams zeigten höchsten Einsatz und waren alles andere als faul. Echte Torgelegenheiten blieben bedauerlicherweise zunächst Mangelware. O’Connor vergab aus kurzer Distanz und im Gegenzug hob dann Pettinger den Puck mit der Rückhand zur erstmaligen Führung für die Gäste unter die Querlatte (35.) – schön freigespielt von Teamkollege Jaspers. Die Panther sind im Curt-Frenzel-Stadion jedoch ein gefährliches Raubtier, welches in Bedrängnis immer zurück beißt. Nur 46 Sekunden später erzielte daher John Zeiler den Ausgleich, nachdem unmittelbar zuvor Kapitän O’Connor mit einem Bauerntrickversuch scheiterte. Es sollte jedoch nicht erneut mit ausgeglichenem Spielstand in die Kabine gehen. In Überzahl (Fletcher saß wegen Spielverzögerung) chipte Weiß eine Hereingabe von Pettinger zur erneuten Haie-Führung direkt in den rechten oberen Winkel (39.). Weiman war chancenlos.
Köln kontrolliert Gegner und Uhr
Die Panther taten was die Fans erwarteten – sie kämpften um den Ausgleich. Eine erste nennenswerte Chance kreierte Defensivspieler Seifert der seinen Schlagschuss (41.) knapp neben den Kasten setzte. Anschließend taten sich die Gastgeber schwer den gut gestaffelten Abwehrriegel der Rheinländer zu überwinden. Meist sah sich der puckführende Panther-Angreifer zwei Haien gegenüber. Diese nahmen mit dieser destruktiven Taktik viel Zeit von der Uhr. Auf einer Überzahlgelegenheit (52.) ruhten die Hoffnungen aller Panther-Fans und -Verantwortlichen. Bis auf einen Schuß von Boyle konnte keine Gefahr kreiert werden. Zu ungenau und überhastet wurden die Aktionen vorgetragen. Zwar bemühten sich Augsburgs Fans und Spieler (über 100 Sekunden ohne Torhüter Weiman) weiter nach Kräften – die Niederlage konnten sie nicht mehr verhindern.
Stimmen zum Spiel
Uwe Krupp(Köln): Es war intensiv wie ein typisches Play-Off-Spiel. Wir wussten natürlich, dass Augsburg aus einer kompakten Defensive kontert. Wir waren heute etwas klüger als in anderen Spielen gegen die Panther. Bin sehr stolz darauf, wie wir hier kämpferisch und spielerisch aufgetreten sind. Wir haben uns den Sieg verdient.
Larry Mitchell (Augsburg): Die drei Punkte für Köln sind verdient. Wir hatten im ersten Drittel genug Chancen und haben einige Male den freiliegenden Puck nicht über die Linie gebracht. Insgesamt haben wir zu viele Zweikämpfe in der neutralen Zone und im Verteidigungsdrittel verloren. Köln hat nach der Führung klug gespielt und nur das Nötigste getan. Natürlich bin ich nicht zufrieden.
Tobias Draxinger (Augsburg): Wir haben in einigen Szenen nicht genug Biss gezeigt.
Brian Roloff (Augsburg): Natürlich vermisse ich Sergio Somma. Wir haben von Anfang an gut zusammen harmoniert. Aber ich kann es nicht ändern, hoffe jedoch, dass er bald zurück ist. Heute haben wir leider im zweiten Drittel einige Fehler zu viel gemacht.
Statistik
Augsburger Panther – Kölner Haie 2:3 (1:0/1:3/0:0)
Tore: 1:0 (7:17) Farny (Flache, Chartier); 1:1 (20:49) Stephens (Pettinger, Akerman);1:2 (34:21) Pettinger (Jaspers, Tripp); 2:2 (35:07) Zeiler (O’Connor); 2:3 (38:01) Weiß (Pettinger, Jaspers) – PP1
Strafen : 2 min - 6 min
Schüsse: 31 – 35
Schiedsrichter: Brill (Adam, Flad)
Zuschauer: 5.043
Aufstellungen:
Augsburger Panther: Weiman –Macholda, Fletcher; Draxinger, Seifert; Boyle, Chartier – Moore, Helms , Bassen; Valery-Trabucco, Roloff, Trevelyan ; Zeiler, O’Connor, Gauthier; Farny, Paccock, Flache;
Kölner Haie : Ziffzer – Ankert, Lüdemann; Akerman, Müller; d’Aversa, Krupp; Lavallee – Gogulla, Schütz, Tripp; Stephens, Jaspers, Pettinger; Riefers, Boos, Weiß; Breitkreuz, Claaßen, Ohmann
Three Stars:
*** Pettinger
** Jaspers
* Roloff
Archivfotos zum Thema:




