Augsburg. Ein Wochenende mit nahezu traditionellen Veranstaltungen liegt hinter den Augsburger Panthern. In diesem Jahr war die offizielle Teamvorstellung eine der wichtigsten Veranstaltungen im Fankalender. Grund: die Panther sind aufgrund des Umbaus des Curt-Frenzel-Stadions gezwungen das komplette Vorbereitungsprogramm und die ersten acht Saisonspiele auswärts zu bestreiten. So nutzen zahlreiche Fans die einzige Gelegenheit – bis Anfang Oktober – die Neuverpflichtungen in Augenschein zu nehmen, sich Autogramme geben zu lassen oder auf der Leinwand des gastgebenden CinemaxX die Vizemeisterschaft aus der Vorsaison Revue passieren zu lassen.
Zwar ging tags darauf die Generalprobe in Nürnberg gegen die Thomas Sabo Ice Tigers mit 3:7 (Panthertore: Barry Tallackson, Mike Radja und Justin Fletcher) verloren, jedoch zeigten sich die Panther-Spieler Steffen Tölzer, Noah Clark, Barry Tallackson, Darin Olver und Sportmanager Duane Moeser Montags bereits wieder entspannt und gut erholt. Galt es doch beim zum 12. Mal stattfindenden Einbrauen der eigenen Biermarke „Panther Pur“ im Augsburger Brauhaus Riegele die „Verpflegung“ der Fans sicherzustellen. Insgesamt werden 180 Hektoliter des untergärigen Bieres exklusiv im Curt-Frenzel-Stadion ausgeschenkt.

Steffen Tölzer (vorn) und Barry Tallackson während des PR Termins im Brauhaus. - © by Manfred Spatz, Eishockey-Magazin
Neben dem vom genannten Brauhaus gesponserten Aufwärmtrikot wurde die Vergabe des Kapitänsamtes publik gemacht. Etwas überraschend fiel die Wahl auf Nathan Smith, der als Letzter zum Team stieß. Assistieren werden ihm rollierend Darin Olver, Steffen Tölzer und Noah Clarke.
Rund um diese Veranstaltungen standen Larry Mitchell, Duane Moeser, Neuzugang Barry Tallackson und Steffen Tölzer unserem Mitarbeiter Manfred Spatz für Fragen zur Verfügung.
Eishockey-Magazin: „Larry, eine Woche vor Saisonstart häufen sich die Verletzungen. Wer kann nächsten Sonntag in Krefeld auf dem Eis stehen?“
Larry Mitchell: „Momentan haben wir fünf verletzte Stürmer. Ich gehe davon aus, dass Florian Schnitzer und Thomas Jörg definitiv fehlen werden. Durch das Ausscheiden von Kassel haben wir zwei Tage mehr Zeit, deshalb bin ich guter Hoffnung auf Darin Olver, Kyle Wanvig und Jeffrey Szwez zurückgreifen zu können.

Panthercoach Larry Mitchell ist sich sicher wieder eine schlagkräftige Mannschaft gebaut zu haben. - © by ISPFD (sportfotocenter.de)
Eishockey-Magazin: „Für die DEL, aber auch für die Augsburger Panther war es mit 15 Neuzugängen eine relativ unruhige Sommerpause. Wie viele Angebote mussten denn die Augsburger Panther machen, um diese Anzahl von Neuverpflichtungen unter Dach und Fach zu bringen? Wie schwer war diese Aufgabe?“
Larry Mitchell: „Nun, es ist eine unschöne Situation. Wir sind deutscher Vizemeister, ich weiß, dass wir eine sehr gute Mischung hatten. Wenn wir die Budgets anderer Teams hätten und nur ein bis drei Spieler ausgetauscht hätten, hätten wir sicher nochmals einige Jahre um den Titel gespielt. Auch daher war es schwierig, aber andererseits war ich guter Hoffnung, dass der Markt mit guten Spielern ziemlich voll ist. Wir haben sicher nicht alle Kandidaten bekommen, die oben auf meiner Liste waren. Im Rahmen unserer finanziellen Mittel haben wir wieder eine schlagkräftige Mannschaft gebaut. Dessen bin ich mir sicher.“
Eishockey-Magazin: „Aber wie viele Angebote gingen denn nun raus um die 15 Spieler zu verpflichten?“
Larry Mitchell: „ Bei den Kontingentspielern ist es grundsätzlich so: ich mache mein eigenes Ranking von 1 bis meistens 15 Spielern pro Position – also Verteidiger, Außenstürmer und Center. Diese Liste gebe ich an Lothar Sigl ab und der fängt an, natürlich von oben nach unten, mit den Vermittlern der Spieler zu sprechen. Es war bisher noch nie der Fall, dass wir für eine Position alle Top 5 von der Liste verpflichten konnten.“
Eishockey-Magazin: „Was ist mit dieser Mannschaft möglich?“
Larry Mitchell: “Das Ziel sind die Play-Off. Das können wir schaffen und wie man letztes Jahr gesehen hat, ist dann alles drin“
Eishockey-Magazin: „Duane, nach zwei Wochen in Füssen seid Ihr inzwischen in Augsburg-Haunstetten auf dem Eis. Wie läuft die Vorbereitung?“
Duane Moeser: „Das Eis in Haunstetten ist gut und die Konditionen in der Halle sind konstant. Das war im Curt-Frenzel-Stadion gerade im Sommer nicht immer so. Schwierig ist natürlich der logistische Teil. In der Kabine ist für uns eigentlich zu wenig Platz und unsere Betreuer haben eine Menge zu schleppen, da bspw. unsere Waschmaschinen im Curt-Frenzel-Stadion sind. Dazu kommt, dass die Trainingseinheiten, aufgrund der fehlenden Plexiglas-Umrandung nicht ganz ungefährlich sind. Teilweise sind statt Plexiglas Netze gespannt und da muss man im Zweikampf aufpassen. Man kann sich leicht verhaken. Da gab es vergangene Woche einige Probleme, die zum Glück aber ohne Verletzung geblieben sind.“
Eishockey-Magazin: „Barry, die ersten Wochen im neuen Team sind vorüber. Ihr hattet Eure Kräfte bereits gegen einige Liga-Konkurrenten gemessen. Wie ist Dein Eindruck?“
Barry Tallackson: „Die Gegner waren wirklich gut und sie haben uns einen guten Wettkampf geboten. Das Hockey ist das gleiche wie in Nordamerika. Etwas komisch ist die größere Eisfläche.“
Eishockey-Magazin: „Etwas besonders ist sicher die lange Auswärtsserie zu Beginn der Saison?“
Barry Tallackson: „Nun, in Nordamerika gibt es auch etwas längere Auswärtsreisen mit bis zu acht oder mehr Spielen. Aber das dauert in der Regel zwei Wochen. Wir spielen aber einen ganzen Monat auswärts. Das wird komisch sein. Aber wir nehmen das hin.“
Eishockey-Magazin: „Ihr habt gestern in Nürnberg doch eine deutliche Niederlage einstecken müssen. Grund zur Sorge für die Panther-Fans?“
Barry Tallackson: „Nein, wir haben nicht schlecht gespielt. Wir hatten zahlreiche Torgelegenheiten. Die Strafzeiten haben uns dann die Kraft genommen. Wir hatten, ich glaube vier doppelte Unterzahlspiele. Das Spiel hätte – mit mehr Glück – auch ganz anders ausgehen können.“
Eishockey-Magazin: „Ist ein Grund, gerade bei den vielen Neuzugängen aus Nordamerika, die vielleicht etwas strengere Regelauslegung der hiesigen Schiedsrichter? Benötigt es da Eingewöhnung?“
Barry Tallackson: „Ja, natürlich. Es wird hier tatsächlich etwas anders gepfiffen. Viel strenger. Gestern bspw. hat man schon gemerkt, dass wirklich jedes noch so kleine Vergehen bestraft wurde. Das verändert so ein Spiel doch auch ziemlich.“

Neuzugang Barry Tallackson (mitte) kam von den Peoria Rivermen zu den Panthern. - © by ISPFD (sportfotocenter.de)
Eishockey-Magazin: „Steffen, zwölf der Neuzugänge der Panther sind im Sturm. Von den Top 12 Scorern aus der Vorsaison ist nur Darin Olver übrig geblieben. Kann man als Verteidiger die Qualität der Neuen nicht als erster wirklich realistisch beurteilen? Wie ist Dein Meinung?“
Steffen Tölzer: „Die ist ziemlich gut. Larry und die Verantwortlichen haben wieder super Spieler gefunden. Ich bin begeistert. Wie letztes Jahr sind alle sehr schnell und insgesamt dabei sogar grösser geworden.“
Eishockey-Magazin: „Das heißt, du hast im Training richtig zu tun, um sie zu stoppen?“
Steffen Tölzer: „Ja, auf jeden Fall. Durch die Größe der Jungs ist es auch etwas härter geworden. Aber die „Kleinen“, wie Collins, waren letztes Jahr auch sehr giftig (grinst). Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Team.“
Eishockey-Magazin: „Wer hat Star-Potential?“
Steffen Tölzer: „Das ist momentan schwer zu sagen. Alle sehen im Training gut aus. In der Vorbereitung gab es keine außergewöhnlichen Probleme. Das echte Potential wird sich während der Saison herauskristallisieren. Es ist sicher bei einigen vorhanden, ob Barry Tallackson oder Sean Bentivoglio? Mal sehen.“
Eishockey-Magazin: „Barry Tallackson, hat die strenger pfeifenden Schiedsrichter gestern als einen Hauptunterschied zu Nordamerika ausgemacht. Was waren Deiner Meinung nach die Gründe für die Niederlage gestern in Nürnberg?“
Steffen Tölzer: „Wir haben ein solides Spiel gemacht. Es gab gestern, auch gegen Ende, viele Strafen gegen uns. Es ist ganz gut, dass die Jungs diese Situation noch in der Vorbereitung erlebt haben. Wenn du auswärts spielst, kann Dir das schon passieren. In Übersee wird eher eine strikteree Linie gepfiffen, hier ist es ab und zu ein bisschen wild. Damit wissen sie jetzt sicher umzugehen.“
Eishockey-Magazin: „Gibt es schon eine Vorgabe für die Serie an Auswärtsspielen? Wie viele Punkte wollt Ihr holen.“
Steffen Tölzer: „Nein, aktuell gibt es keine Vorgabe. Larry wird uns das nächste Woche sicher sagen. Aber wir brauchen einen guten Start.“
(Manfred Spatz)



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