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Am 19.11. fand die diesjährige Aufnahme der neuen Mitglieder der Hockey Hall of Fame statt. In einer kleinen Serie wollen wir einen Rückblick auf...

NHL Hall of FameAm 19.11. fand die diesjährige Aufnahme der neuen Mitglieder der Hockey Hall of Fame statt. In einer kleinen Serie wollen wir einen Rückblick auf die Karrieren von Rob Blake, Peter Forsberg, Dominik Hasek, Mike Modano und Pat Burns werfen. Warum wurden gerade diese Spieler und Trainer in die Ruhmeshalle des Eishockeys aufgenommen?

Rob Blake – Verteidiger mit Schlagschuss

“Dieser Junge wird mal die Norris Trophy gewinnen.” sagte der große Wayne Gretzky ein paar Wochen nachdem er Rob Blake zum ersten Mal kennengelernt hatte. „The great one“ sollte mit dieser Vorhersage Recht behalten. Doch Robert Bowlby Blake gewann nicht nur die Auszeichnung für den besten Verteidiger der NHL in der Saison 1997/98. Blake, der aus Simcoe in Ontario Kanada stammt, gehört auch zu einer elitären Gruppe von Spielern, die den Stanley Cup, die Olympische Goldmedaille und eine Weltmeisterschaft gewonnen haben. Nicht nur körperlich gehörte der 1,93m-Hühne Blake in seinen 21 Jahren zu den größten seiner Zunft.

Die Los Angeles Kings hatten Blake im Draft des Jahres 1988 in Runde vier an Stelle 70 verpflichtet. Doch noch war der Farmerssohn nicht bereit für die Profis. Blake blieb an der Bowling Green State University und verbesserte sein Spiel. Im dritten und letzten Collegejahr sammelte er immerhin 59 Punkte in 42 Spielen. Grund genug für die Kings ihn nach Ablauf der Saison im College sogar für 4 Spiele in die NHL-Mannschaft zu holen.

Seinen richtigen Durchbruch feierte Blake dann in der Saison 1990/91. 75 Spiele und 46 Punkte waren am Ende des Jahres Grund genug für eine Nominierung ins NHL All-Rookie Team[1]. Im zweiten Jahr stagnierte Blake dann allerdings etwas in seiner Entwicklung, und konnte nur 20 Punkte erreichen.

Mit Gretzky ins Finale

Das sollte sich 1992/93 wieder ändern. In der regulären Saison stellte Blake mit 16 Toren, 43 Vorlagen und insgesamt 59 Punkten neue persönliche Bestleistungen auf. Richtig los ging es für die Kings aber erst in den Playoffs. Angeführt von Superstar Wayne Gretzky erreichte Los Angeles das erste Finale in der Vereinsgeschichte.

Dort verloren die Kings allerdings in fünf Spielen gegen die Montreal Canadians. Überragender Spieler der Playoffs war damals deren Torwart Patrick Roy. Nicht die letzte Begegnung für Blake mit dem charismatischen Torwart.

Trotz der Niederlage im Finale ging es für Rob Blake persönlich weiter aufwärts. 1993/94 war die beste Saison seiner Karriere. Erstmals erzielte er 20 Tore, und die 68 Punkte aus dieser Spielzeit sind der höchste Wert für Rob Blake in zwei Jahrzehnten NHL. Alles sah danach aus, als könnte sie Blake dauerhaft in der Elite der NHL-Verteidiger etablieren.

Verletzungen stoppen zwischenzeitlich den Aufstieg

In den folgenden Jahren war Blake aber öfter im Fitnessraum als auf dem Eis zu finden. Eine Leistenzerrung?? und schließlich ein Kreuzbandriss sorgten dafür, dass Blake nur 30 von 130 möglichen Spielen für die Kings spielen konnte. Zwar war Blake 1997 wieder gesund, seine Leistungen in der NHL-Saison waren jedoch noch nicht auf dem alten Nivea. Auch im Team lief es nicht rund, die Los Angeles Kings verpassten wieder einmal die Playoffs. Blake beendete seine Saison jedoch noch nicht, sondern vertrat Kanada bei der Weltmeisterschaft in 1997. Der Auftritt im Nationalteam war genau die richtige Medizin für den Verteidiger. Blake war einer der Eckpfeiler für das kanadische Weltmeisterteam.

Den Schwung aus der WM nahm Blake dann direkt mit in die NHL. Endlich von seinen Verletzungen kuriert, konnte Blake vor allem in der Offensive groß aufspielen. 23 Tore, davon 11 in Überzahl waren einer der Gründe dafür, warum er am Ende der Saison mit der James Norris Memorial Trophy ausgezeichnet wurde. Die Prognose von Wayne Gretzky hatte sich also erfüllt. Blake war jetzt einer der Superstars der Liga. Im Powerplay agierte er als Puckverteiler und sorgte mit seinem Schlagschuss für Torgefahr. Defensiv wurden die krachenden Checks zum Markenzeichen von Blake.

Vom Vereinswechsel im Fernsehen erfahren

Die individuellen Auszeichnungen waren das eine. Doch Blake war schon immer ein Teamspieler gewesen. Als Kind und Jugendlicher hatte er morgens vor der Schule mit seinen Freunden auf dem zugefrorenen Teich hinter dem Haus seiner Eltern trainiert. Wie so viele Kanadier in ihrem Alter träumten die Jungs vom Stanley Cup. Einmal konnte Blake schon am großen Triumph schnuppern. Die Kings der späten 90er und frühen 2000er waren aber nicht mehr die Mannschaft die 1993 mit Trainer Berry Melrose fast den Cup gewonnen hatte. Die Liga hatte noch keinen Salary Cap und die Teams aus Detroit oder New York konnten Spielern noch höhere Gehälter zahlen.

In Los Angeles musste dagegen gespart werden. Rob Blake war sehr gut, aber auch teuer. Sein Vertrag lief 2001 aus. Die Kings wollten Blake halten, aber er lehnte angeblich einen Dreijahresvertrag für jährlich 7,5 Millionen Dollar ab. Die Stimmung im Verein war denkbar schlecht. Im November 2000 gab Blake sogar freiwillig sein Amt als Kapitän auf, dass er seit 1997 innehatte.

Es war ein offenes Geheimnis, dass die Kings den Verteidiger wenigstens noch gegen ein paar andere Spieler oder Picks tauschen wollten, anstatt ihn im Sommer ohne Gegenwert zu verlieren. Die Umstände des Trades waren aber dennoch ungewöhnlich. Blake saß auf einer Auswärtsreise gerade mit zwei Teamkollegen in einem Pub, als er zum Fernseher aufblickte. Dort wurde der Wechsel des Allstars nach Denver zur Colorado Avalanche verkündet[2].

Alle für einen, alle für Bourque

Rob Blake - © by Media

Rob Blake – © by Media

In den Rocky Mountains sollte Blake helfen einer anderen großen Verteidigerlegende endlich den Traum vom Stanley Cup-Gewinn zu erfüllen. Ray Bourque spielte seit 22 Jahren in der NHL, hatte aber noch nie den Titel gewonnen. Neben Bourque, der 2000 aus Boston nach Denver getauscht wurde, spielte Blake für die Avalanche auch zusammen mit dem Mann, der 1993 noch Blakes ersten Titelgewinn verhindert hatte. Torwart Patrick Roy lief auch 2001 wieder zu überragender Form in den Playoffs auf.

Der große Charaktertest für Blake kam aber im Halbfinale der Western Conference. Ausgerechnet die LA Kings waren der Gegner der Avalanche. Blake wurde, wie in den Folgejahren auch, von den Anhängern der Kings leidenschaftlich ausgebuht. Diese hatten dem ehemaligen Kapitän das Hick-Hack im Vorfeld des Trades nach Denver nicht verziehen.

Aber Blake und seine neuen Mitspieler setzten sich durch und schließlich erreichte „die Lawine“ das Finale gegen die New Jersey Devils. Nach sieben hart umkämpften stand Colorado am Ende als  Sieger fest. Nicht nur Ray Bourque gewann seinen ersten Stanley Cup, auch Blake hatte endlich seine erste Meisterschaft. Im Gegensatz zu Bourque beendete Blake seine Karriere jedoch nicht, sondern unterschrieb einen 4-Jahres-Vertrag und blieb weiterhin in Denver.

Der zweite Titel fehlt

In den Jahren 2002-2004 gehörte Colorado immer wieder zu den Favoriten auf den Gewinn des Cups. Irgendwie fehlten der Avalanche aber in jedem Jahr die entscheidenden Prozentpunkte. Die Mannschaft spielte in der regulären Saison immer gut, gewann die eigene Division und versagte letztlich doch in den Playoffs.

Auch Blakes Leistung stagnierte, wenn auch auf hohem Niveau. Er wurde in jedem Jahr in Colorado ins All Star Team gewählt. Die ganz großen Jahre waren aber offensichtlich vorbei.

Rückkehr nach Los Angeles

Nachdem die Saison 2004/05 wegen eines Lockouts ausgefallen war, spielte Blake das letzte Jahr seines Vertrags in Denver. Mit 51 Punkten in 81 Spielen war sogar ein Aufwärtstrend zu erkennen. Trotzdem war die Avalanche im Umbruch begriffen, und so wechselte Rob Blake wieder zurück nach Los Angeles.

Noch zwei weitere Jahre stand er wieder als Kapitän für die Kings auf dem Eis. Doch auch die Kings befanden sich in einer Zwischenphase und verpassten jeweils die Playoffs. 2008 sah es so aus, als ob Blake entweder noch ein oder zwei Jahre in L.A. spielen würde, oder aber die Schlittschuhe ganz an den Nagel hängen würde.

Karriereende in San Jose

Völlig überraschend verkündeten dagegen am 03. Juli 2008 die San Jose Sharks die Verpflichtung von Blake. Ausgerechnet zum Rivalen aus dem Norden war der Spieler gewechselt, der in der Geschichte der Kings die Bestmarken für Tore, Vorlagen und Spiele eines Verteidigers hält. In Los Angeles waren die Fans nicht begeistert von diesem Wechsel innerhalb der eigenen Division. Blake hatte sich gerade wieder den Kredit erspielt, den er vor seinem Wechsel nach Colorado verloren hatte. Bei seiner Rückkehr im Trikot der Sharks wurde Rob Blake ausgebuht.

Doch Blake wollte noch einmal die Chance haben den Stanley Cup zu gewinnen. Zwar zeigte er zumindest im ersten Jahr in San Jose in der regulären Saison wieder seine alte Klasse, trotzdem blieb ihm der zweite Titel verwehrt. 2010 erreichten die Sharks noch das Finale der Western Conference, mehr war aber nicht möglich. Nach 20 Jahren NHL mit 1270 Spielen und 777 Punkten erklärte Rob Blake schließlich am 18. Juni 2010 seinen Rücktritt vom aktiven Sport.

Versöhnung mit Fans in LA?

Mittlerweile konnte Blake sogar seinen zweiten Stanley Cup-Gewinn feiern. Als Assistent des Geschäftsführers Dean Lombardi arbeitet er mittlerweile wieder für die Los Angeles Kings. Als Teil des Managements wurde Blakes Name nach dem Gewinn des Stanley Cup 2014 auch auf der Trophäe eingraviert.

Ob die Fans der L.A. Kings ihrem Ex-Kapitän jedoch vollkommen verziehen haben, wird sich erst am 17. Januar 2015 zeigen. Vor dem Heimspiel gegen Anaheim wird das Trikot mit der Nummer 4 an die Hallendecke des Staples Center gezogen. Kein Spieler der Kings wird jemals wieder ein Trikot mit dieser Nummer tragen dürfen.

 

[1] Das NHL All-Rookie Team ist eine Auswahl der besten Nachwuchsspieler einer Saison. Es wird vom Journalistenverband der professionellen, nordamerikanischen “Eishockey”-Journalisten (PHWA) gewählt.

[2] Blake und Steven Reinprecht wechselten im Tausch gegen Adam Deadmarsh, Aaron Miller, einen Erstrundenpick, Jared Aulin und weitere Gegenleistungen nach Colorado.

Redaktion

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