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Denver, Colorado. (LM) Nach 3 Jahren ohne Playoff-Teilnahme sind die Colorado Avalanche wieder auf gutem Weg sich für die Endrunde der NHL zu qualifizieren....
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Denver, Colorado. (LM) Nach 3 Jahren ohne Playoff-Teilnahme sind die Colorado Avalanche wieder auf gutem Weg sich für die Endrunde der NHL zu qualifizieren. Einer der Hauptgründe dafür ist der Coach. Es ist ein alter Bekannter in Denver, die ehemalige Nummer eins Patrick Roy.

Zum Abschluss der Saison 2012/13 belegte das Team der Colorado Avalanche abgeschlagen den letzten Platz in der Western Conference der NHL. Dabei standen mit Paul Stastny, Matt Duchene oder Gabriel Landeskog junge und talentierte Spieler im Kader. Der Schuldige war in den Augen des Managements der damalige Trainer Joe Sacco. Die Verantwortlichen um den ehemaligen Kapitän Joe Sakic, wurden bei der Suche nach einem Nachfolger schnell fündig. Ein alter Bekannter wurde zurück nach Denver geholt. Mit Patrick Roy verpflichtete die Avalanche nicht nur einen ehemaligen Teamkollegen von Sakic. Der Kanadier aus der Provinz Québec steht auch für jede Menge Emotionen.

Was es bedeutet einen Patrick Roy als Coach hinter der Bande zu haben zeigte sich direkt im ersten Saisonspiel. Colorado führte kurz vor Ende der Partie deutlich mit 6:1 und alles sah nach einem reibungslosen Saisonauftakt aus. Doch nach einem Check kurz vor Ende der Partie gegen den Topnachwuchsspieler Nathan MacKinnon eskalierte die Situation. Nach dem Schlusspfiff legte sich Roy verbal mit den Spielern der Gastmannschaft aus Anaheim an. Doch damit nicht genug. Als Gästecoach Bruce Boudeau sich ebenfalls in die Auseinandersetzung einmischte, wollte Roy auf seinen Trainerkollegen losgehen. Fast drückte er dabei eine Plexiglasscheibe zwischen den Auswechselbänken ein. Letztlich blieb es jedoch bei einem verbalen Schlagabtausch. Trotzdem hatte Patrick Roy gezeigt, mit welcher Leidenschaft er seinen Beruf als Trainer ausübt. Sein Gegenüber Bruce Boudeau und einige Medien in Nordamerika kritisierten das Verhalten von Roy als unpassend. Doch in Colorado hielt sich die Kritik am Auftritt des Coachs in Grenzen. In Denver wissen alle, dass Patrick Roy ohne sein aufbrausendes Temperament vielleicht nie in der “Mile High City” gelandet wäre.

1995 spielte Roy noch für die Canadians aus Montreal. Nachdem er die “Habs” 1986 und 1993 mit herausragenden Leistungen zu zwei Stanley-Cup-Siegen geführt hatte, war er der ungekrönte König von Montreal . Als sein Trainer ihn in einem Heimspiel gegen Detroit jedoch erst nach neun Gegentoren gegen den Backup-Torhüter austauschte, brannten beim aufbrausenden Frankokanadier alle Sicherungen durch. Wutentbrannt stürmte Roy an seinem Trainer vorbei zum Besitzer der Canadians, der traditionell direkt hinter der Spielerbank sitzt. “Das war mein letztes Spiel für Montreal”, schrie der Goalie seinem Arbeitgeber entgegen. Der Rest ist Sportgeschichte.

Vier Tage später wurde Roy in einem Spielertausch nach Denver abgegeben . In den Playoffs revanchierte er sich für die acht Gegentore bei den Red Wings. Colorado gewann gegen den großen Favoriten aus Detroit die Western Conference. Nach einem 4:0-Sweep im anschließenden Stanley-Cup-Finale gegen die Florida Panthers hatte Roy die Colorado Avalanche in der ersten Saison in Denver zum Champion gemacht . 2001 folgte ein weiterer Triumph im Finale der NHL. Wie schon bei seinen ersten beiden Stanley-Cup-Siegen 1986 und 1993 mit Montreal, wurde Roy 2001 als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet. Er ist damit der einzige Spieler in der langen Geschichte der besten Eishockeyliga der Welt, dem diese Ehre dreimal zuteil wurde. Bis zu seinem Rücktritt 2003 war er die unumstrittene Nummer Eins in Colorado.

2005 begann Patrick Roy dann seine Karriere neben dem Eis. Er übernahm eine Dreifachrolle als Besitzer, General Manger und Trainer bei den Remparts de Québec in einer kanadischen Nachwuchsliga. Auch in dieser Funktion war Roy sofort erfolgreich. Sein Team gewann im Mai 2006 den Memorial Cup, die wichtigste Trophäe im kanadischen Nachwuchs-Eishockey.

Roy ist damit vielleicht der ideale Coach für ein talentiertes, aber noch relativ unerfahrenes Team wie Colorado. Dass er ein Team auch bei den Profis trainieren und motivieren kann, zeigt sich in der aktuellen Tabelle der NHL. Colorado liegt aktuell klar auf Playoff-Kurs und die Mannschaft spielt begeisterndes und attraktives Eishockey.

Patrick Roy hat damit gezeigt, dass er nicht nur ein sehr emotionaler Mensch und außergewöhnlicher Torwart, sondern auch ein erfolgreicher Trainer ist. Es ist also kein Wunder, wenn die Fans in Denver ihrem Liebling den einen oder anderen Ausbruch verzeihen. Lang lebe der König. (Lars Mahrendorf)

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