Düsseldorf. (MR) Mit einem 6:3 triumphierten die DEG MetroStars über Tabellenschlusslicht Hannover Scorpions und bot dem neuen Unterstützer und heutigen Ehrengast Campino von den Toten Hosen glänzende Unterhaltung. Obwohl die Gäste zu Beginn des mittleren Drittels ausgleichen konnten, gaben Tomlinsons Schützlinge heute das Spiel nicht aus der Hand.
Neben den neuen Aufwärmtrikots mit dem Totenkopf-Logo auf der Vorderseite gab es ein weiteres Debüt: der 20 jährige Manuel Strodel, der aktuell im Kader des Oberligisten Füchse Duisburg steht, hatte seinen Platz mit Diego Hofland getauscht, der ebenfalls per Förderlizenz für Duisburg spielberechtigt ist. Und er erlebte einen gelungenen Einstand an der Seite von Lynn Loyns und Martin Hinterstocker.
Die ersten Duftmarken im Spiel indes setzten die bewährten und bekannten Kräfte: war Kreutzers Pfund nicht gezielt genug, weil der Schläger brach, konnte Verteidiger Nowak gerade noch Kings Schuss beim Konter in den Himmel abfälschen. Nachdem Courchaine die Scheibe etwas zu lange im Angriffsdrittel geführt hatte, konnte James sie in der Bandenecke zurückerobern, vor das Tor legen, und irgendwie rutschte diese Nationalgoalie Pätzold durch die Hosenträger. Da die Gäste ein Schlittschuhtor reklamierten, besah sich HSR Piechaczek eingehend die Aufzeichnung, konnte aber keine Regelwidrigkeit feststellen, und so stand es 1:0 für die DEG (Kaufmann, 7. Min.). Eine anschließende Strafe traf DEG-Spieler Beechey, doch kaum betrat er wieder das Eis, erhielt er die Scheibe und zog mit Ulmer zum 2 auf 1 Konter davon, den Ulmer flach unter Pätzold hindurch abschloss (9.). Danner hatte eine weitere Erhöhung im Visier, als er die abgeprallte Scheibe frei im Torkreis liegen sah, doch über den im Weg liegenden Goalie fallend konnte er diese nicht dazu bewegen über den Strich zu rutschen. Gegen Beechey rettete Pätzold, auf der anderen Seite arbeiteten Holland und Nowak gut gegen Chancen der Scorpione, und im Kasten stand als letzte Instanz Bobby Goepfert. Den Abstauber, der neben dem Pfosten über die Linie hoppelte, hatte wohl auch Goepfert falsch eingeschätzt, den Gästen brachte er den Jubel der ca. 30 mitgereisten Fans (Herperger, 16.). Mit einem Pfostentreffer von Roach ging es in die erste Pause.
In der Pause bekam Hannovers Geschäftsführer Marco Stichnoth bereits das erste Fantrikot im neuen Design überreicht. Er dankte mit dem Kommentar, dass er sich spontan dazu entschieden habe, das Trikot zu kaufen, da die DEL-Vereine abseits der sportlichen Rivalität zusammenhalten müssten, er außerdem ein bekennender Hosen-Fan ist und es außerdem sehr lobenswert sei, dass eine lokale große Rockband sich so für den Sport in der Heimatstadt einsetze.
Im mittleren Abschnitt wurde das Tempo erhöht, die DEG brachte es in diesen 20 Minuten laut Statistik auf 19 Torschüsse! Und es war kein Einbahnstraßen-Hockey, auch Hannover kam einige Male zu guten bis besten Möglichkeiten – und wusste sie auszunutzen. So konnte Hlinka zu Drittelbeginn bereits den Ausgleich erzielen durch einen schön quer gespielten Abpraller (24.). Die erste (und fast einzige) Strafe gegen die Niedersachsen brachte den Gastgebern einen Treffer ans Außennetz, doch auch hier wurde über „drin“ oder „nicht drin“ am Bildschirm entschieden, diesmal auf „nicht drin“. Als die Leinestädter wieder komplett waren, konnten auch sie die Befreiung zum 2 auf 1 Konter mit dem Mann von der Strafbank (Krüger) starten, doch Goepfert hielt den Puck im Nachfassen fest. DEG-Verteidiger Nowak spielte wie aufgedreht, war schnell hinten, wurde aber auch immer wieder vorne gesichtet. Sein schneller Sprint reichte nicht mehr zum gezielten Abschluss, doch Kollege Danner machte es präziser, nämlich genau in die Maschen (30.). Gegenüber musste (und konnte) Goepfert gegen Maki und Goc retten, die den erneuten Ausgleich auf den Kellen hatten. Dass Goepfert eben hier so glänzend pariert hatte, sah später Gästetrainer Krinner als Knackpunkt des Spiels. Heute nämlich schlug das Momentum in Richtung DEG, so dass nach diesen beiden „Hundertprozentigen“ von Hannover die „anderen“ den Treffer verbuchen konnten (35., Nowak). Als jedoch Holland seinen Gegner auf dem Weg zum Tor nur mit dem Stock aufhalten konnte und darüber im Kühlraum nachdenken durfte, wurde die Unterzahl zwar clever und sogar mit zwei Kontern heruntergespielt. Am Ende der Strafzeit jedoch liefen ein paar gut gedachte Pässe der DEG doch nicht so erfolgreich wie erhofft, und da ihm die Sicht genommen war, konnte Goepfert der Scheibe eigentlich auch nur hinterherschauen (Morczinietz, 37.). Kaufmann traf nur den Pfosten, Hannovers Verteidiger Regan stürzte ins eigene Außennetz oder auch auf das untere Torgestänge, für ihn war das Spiel wohl beendet. Nach viel Betrieb vor Pätzold, in dem er letztlich aber den Überblick oder zumindest das Spielgerät (be)hielt, hatte Danner vom Bully weg eine gute Idee, doch er schaffte es nicht, dem Goalie durch den Panzer zu schießen. Goc und Mondt versuchten sich im 2 auf 0 Konter, nachdem Goc seinen Gegner einfach mal überrannt hatte, doch Goepfert behielt die Oberhand und darin den Puck. Im Gegenzug – wie es eben so kommt im Sport – konnte Beechey den freiliegenden Abpraller über die Linie drücken (40.).
Im Schlussabschnitt blieb das Tempo recht hoch, auch Hannover konnte einige Passfehler der Gastgeber nutzen, sodass Goalie Goepfert nicht arbeitslos wurde. Nowak wollte es heute wissen, war nicht nur bester Verteidiger der DEG sondern kam auch zu einigen Torschüssen. Als jedoch Ben Gordon besonders unsanft in die Bande integriert wurde, ohne dass ein Pfiff ertönte (in diesem Drittel machten die Gastgeber des öfteren härtere Bekanntschaft mit der Umrandung), nahm sich Verteidiger Hedlund der Sache an und den Übeltäter zur Brust. Freundlicher weise, damit auch alle Fans davon etwas mitbekamen, trieb er Maki mit bloßen Fäusten in den Mittelkreis, bevor das Schiedsrichtergespann diesen kurzweiligen Meinungsaustausch unterbrach (49.). Hedlund durfte sich allerdings dafür den Rest des Spiels von der Strafbank aus anschauen, Maki bereits nach 4 Minuten wieder mitmischen. Das allerdings bescherte dem momentan als 7. Verteidiger auf der Bank schmorenden Rene Kramer in Diensten der DEG doch den einen oder anderen kurzen Einsatz. Nach den Handschuhen sollte auch noch ein Tor fallen, nämlich hinter dem bedauernswerten Nationalgoalie im Scorpionsgehäuse (Kaufmann, 53.). Es brachen schon die Schlussminuten an, als Danner mit einem Gegner zusammenstieß und liegen blieb, Piechaczek ließ weiterspielen. Danner konnte sich aber aufrappeln und zur Bank gelangen, die er allerdings wenig später an Lippe oder Kinn blutend in Richtung Kabine verließ. Die letzten Sekunden wurden heruntergespielt, dann war es geschafft – nach zuletzt 3 Niederlagen hat die DEG wieder einen „Dreier“ eingefahren, während die Gäste mit der 5. Niederlage in Folge die „rote Laterne“ behalten. Die DEG kann einen Platz in der Tabelle klettern und steht nun punktgleich zwischen Iserlohn (10.) und dem nächsten Gegner München (8.).
Das Spiel DEG MetroStars gegen Hannover Scorpions 6:3 (2:1 / 3:2 / 1:0)
Tore: 1:0 (6:13) Kaufmann (James, Beechey); 2:0 (8:45) Ulmer (Beechey); 2:1 (15:12) Herperger (Hoggan, Maki); 2:2 (23:06) Hlinka (Mondt, Sulkovsky); 3:2 (29:12) Danner (Loyns, Hinterstocker); 4:2 (34:01) Nowak (Ulmer, Danner); 4:3 (36:05) Morczinietz (Regan, Reiß) 5-4; 5:3 (39:31) Beechey (Kaufmann, James); 6:3 (52:12) Kaufmann (Beechey, Roach)
Schüsse: 35:30 (5:12/19:13/11:5)
Strafen: DEG 10 + Diszi Hedlund, Hannover 6
Schiedsrichter: Daniel Piechaczek
Zuschauer: 3735
Es spielten:
DEG – Goepfert – Roach, Hedlund; Bazany, Nowak; Holland, Dinger; Kramer – P. Reimer, B. Gordon, Kreutzer; Kaufmann, Beechey, James; Jeff Ulmer, Courchaine, Danner; Strodel, Loyns, Hinterstocker
Hannover – Pätzold – Wilhelm, S. Goc; Lampmann, Regan; Reiß, Thomson – Hoggan, Herperger, Maki; Morczinietz, Buzas, S. King; S. Blank, Fauser, M. Krüger; Sulkovsky, Hlinka, Mondt
Best Players:
*** Marco Nowak (DEG)
** Simon Danner (DEG)
* Jeff Hoggan (HAN)
Stimmen nach dem Spiel
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