Krefeld. (RS) Es passiert nicht oft, doch nach der blamablen Vorstellung am Freitag gegen Hamburg, war selbst Stadionsprecher Kristian
Peters-Lach sprachlos. Der sonst so wortgewandte, überließ es jedem einzelnen der 3.137 Fans im weiten Rund ob sie die Mannschaft heute gegen Augsburg unterstützen wollten oder doch lieber boykottieren? Es dauerte bis zur 14. Minute bis die Zuschauer zumindest reflexartig ihr Team anfeuerten.
Zwar begann das Team von Coach Adduono mit viel Körperspiel und Einsatzbereitschaft, doch bei den ersten Möglichkeiten durch Blank (1.) und Hager (4.) stand jeweils der Augsburger Schlussmann Tyler Weiman im Weg. Die Gäste aus dem Schwabenland mussten ein Powerplay in der 5.Minute zu raten ziehen um ihrerseits den ersten Schuss auf das Gehäuse von Langkow abzugeben.
Ausgerechnet der so viel gescholtene Pascal Trepanier war es, der in Krefelder Überzahl mit einem Schlenzer von der blauen Linie (9.) Weiman zur Pinguine Führung überwinden konnte. Doch die Mannschaft gönnte den Fans nur 42 Sekunden sich über die Führung zu freuen. So schnell kamen die ansonsten harmlosen Gäste zum Ausgleichstreffer. Trevelyan wurde aus der Ecke bedient, scheiterte mit seinem Handgelenkschuss an Langkows Schoner, doch Valery-Trabucco reagierte schneller aus die KEV Verteidigung und bugsierte die Scheibe am Krefelder Torsteher vorbei zum 1:1 (10.). Die Seidenstädter zeigten sich jedoch nicht wie zu erwarten geschockt, sondern machten weiter Druck und kamen durch Ticar und Dück (13.) zu einer Doppelchance, doch Weiman war auf dem Posten.
Geschlagen geben musste er sich allerdings gegen Boris Blank auf herrliche Vorarbeit von Francois Methot. Der Kanadier dessen erste Deutschlandstation Augsburg war spielte sich auf der Aussenbahn durch und bediente mit einem feinen Rückhandpass quer durch den Torraum Blank, der mühelos zur erneuten Pinguine Führung einschieben konnte. So trug auch eine erneute Reihenumstellung von Adduono Früchte.
Methot und Vasiljevs tauschten vor dem Spiel die Reihen, so dass Blank, Pietta mit Methot und Hager, Milroy mit Vasiljevs aufliefen. Dieser Treffer war auch der Moment ab dem die Fans sich entschieden hatten ihrem Team den Rücken zu stärken.
Eigentlich war zu erwarten, dass die Panther von ihrem Coach Larry Mitchell in das zweite Drittel mit einem gehörigen Anpfiff geschickt wurden, doch die ersten Möglichkeiten hatten wieder die Pinguine. Boris Blank scheiterte gleich zweimal (22.) an Weiman, ehe Gauthier nur Langkows Schulter traf (24.). Diese Zeit war auch so etwas wie eine Druckphase der Fuggerstädter, denen man nichts von einem starken Selbstvertrauen nach dem Heimsieg am Freitag gegen Mannheim anmerken konnte. Zu sehr scheint das Team des AEV von seiner miserablen Auswärtsbilanz von nur einem Sieg in der bisherigen Saison „überzeugt“ zu sein.
Besser agierten die Pinguine. Pietta und Pavlikovsky scheiterten an Weiman (29.). Methots von Verwey abgefälschter Schuss verfehlte ebenso knapp wie Trepanier zweimal von der blauen Linie.
Mehr Glück hatten die Seidenstädter dann innerhalb von 85 Sekunden, als sie mit dem gleichen Spielzug gleich zweimal erfolgreich sein konnten. Zuerst bediente Pietta hinter dem Tor stehend Trepanier (35.), dann war es Rok Ticar, der von hinter der Torlinie stehend Shvidki bediente (37) und so auf 4:1 davon ziehen konnten.
Eine gute Chance bot sich den Panther noch in diesem Abschnitt als Chad Bassen Auf und Davon war, die Scheibe aber nicht an Langkow vorbei brachte.
Weiterhin wartete man darauf dass die Augsburger Panther den Schalter umlegen würden und am Spiel so richtig teilnehmen, doch es kam nicht dazu. Wenn sie doch einmal vor dem Krefelder Tor auftauchten, war Scott Langkow zur Stelle und parierte gegen Boyle (48.) ebenso wie gegen Trevelyan (51.).
Besser machte es der KEV. TJ Trevelyan musste auf die Strafbank, ab dem folgenden Bully benötigte die erste Powerplay Formation gerade einmal 10 Sekunden nach denen Boris Blank durch eine herrliche Passkombination, bei der alle fünf Feldspieler beteiligt waren, mit seinem zweiten Treffer den 5:1 Endstand erzielen konnte. Drei Minuten vor Spielende schmerzten bei Torhüter Scott Langkow die Adduktoren und er musste verfrüht in die Kabine. Für ihn übernahm Danijel Kovacic. Rick Adduono sprach in der Pressekonferenz davon, dass Langkow eventuell 2-3 Tage mit dem Training pausieren müsse, man aber näheres erst am Montag dazu sagen könnte.
Wieder einmal traten die Augsburger Panther in Krefeld als harmlose Schmusekätzchen auf und ermöglichten so dem Team von Rick Adduono ihrem Coach den Arbeitsplatz weiter zu erhalten. Wie lange? Das dürften die nächsten Ergebnisse sehr schnell zeigen.
Am kommenden Freitag, 20.01.2012 geht es für die Krefeld Pinguine nach Wolfsburg, wo man diese Saison bereits einmal mit 2:10 unter die Räder kam. Am kommenden Sonntag heißt der Gast im KönigPALAST ERC Ingolstadt. Spielbeginn ist dann um 16.30Uhr.
Statistik
Krefeld Pinguine – Augsburg Panther 5:1 (2:1/2:0/1:0)
Tore: 1:0 (08:56) Trepanier (Milroy/Methot) PP 5-4, 1:1 (09:38) Valery-Trabucco (Trevelyan/Roloff), 2:1 (13:58) Blank (Methot/Pavlikovsky), 3:1 (34:50) Trepanier (Pietta/Vasiljevs) PP 5-4, 4:1 (36:15) Shvidki (Ticar/Milo), 5:1 (52:58) Blank (Pavlikovsky/Pietta) PP 5-4
Strafen: Pinguine 16 – Panther 16
Schiedsrichter: Klau
Linienrichter: Naust, Engelmann
Zuschauer: 3.137
Aufstellungen:
Krefeld Pinguine: Langkow (Kovacic) – Milo, Pavlikovsky; Akdag, Robar; Trepanier, Dück, Zerressen – Blank, Pietta, Methot; Vasiljevs, Hager, Milroy; Shvidki, Ticar, Verwey; Driendl, Ondrus, Endraß.
Augsburg Panther: Weiman (Parise) – Boyle, Chartier; Tölzer, Fletcher; Draxinger, Seifert – Moore, Helms, Bassen; Valery-Trabucco, Roloff, Trevelyan; O`Connor, Zeiler, Gauthier; Macholda, Flache, Farny.
Three Stars:
+++ Trepanier (1.Top-Star)
++ Methot (2.Top-Star)
+ Blank (3. Top-Star)
Stimmen nach dem Spiel
Archivfotos zum Thema:
+ Blank (3.Top-Star)





