Kassel. (SC) Zum zweiten Mal in dieser Saison waren die Löwen Frankfurt an diesem Abend zum Hessenderby in der Eissporthalle in Kassel zu Gast. In der Vorrunde wussten die Huskies vor heimischem Publikum und auch seit Jahren wieder in Frankfurt zu überzeugen und besiegten das südhessische Team jeweils deutlich.
Anders als in den vergangenen Partien mussten die Schlittenhunde aber vor dem aktuellen Spiel eine derbe Niederlage mit acht Gegentoren in Duisburg verkraften. Und die Huskies mussten ebenso wie im Spiel gegen Duisburg auf ihren Torhüter Fous verzichten, der von seinem Stammverein Wolfsburg abberufen wurde und in der DEL als Back Up auf der Bank Platz nahm.
Die zuletzt an Grippe erkrankten Brüder Manuel und Dennis Klinge waren wieder an Bord, verzichten mussten die Huskies auf Verteidiger Engel und die Langzeitverletzten Alexander Heinrich und Patrick Schädel.
Die Huskies kamen zunächst gut ins Spiel, wobei auch die Gäste stets dagegen hielten.
In der zweiten Minute konnte Husky Mikesz Wendler prüfen, der die Scheibe jedoch sicher mit der Fanghand abfangen konnte. Nur zwei Minuten später machte es Reiß nicht besser, auch sein Schuss war leichte Beute für Wendler.
In der siebten Spielminute waren die Gäste dann mit ihren Offensivbemühungen erfolgreich, als Ondraschek einen Schuss Bauschers nach vorn abprallen ließ und Sevo aus dem Slot heraus die Scheibe im Nachschuss hinter die Torlinie bringen konnte.
Von der Führung der Gäste sichtlich beeindruckt verloren die Huskies ihre Linie und fanden nicht mehr zu ihrem Spiel.
Zwar brachte das erste Überzahlspiel nach elf Spielminuten den Huskies gute Torchancen ein, doch etwas Zählbares sprang dabei nicht heraus. Und auch Kassels Kapitän Manuel Klinge blieb mit seinem Schuss auf den Gästekasten vier Minuten vor Ende des Drittels erfolglos.
Auf der Gegenseite machten die Löwen alles richtig als sie einen Abwehrfehler in den Reihen der Huskies eiskalt bestraften und Barta problemlos den zweiten Treffer der Gäste markieren konnte (17.).
Noch einmal hatten die Huskies die Chance im ersten Drittel den Anschluss zu schaffen, doch als Manuel Klinge in Unterzahl vor Wendler auftauchen konnte, bekam er die Scheibe nicht schnell genug unter Kontrolle und sein Schuss aus der Drehung war schließlich zu harmlos, um Wendler gefährlich werden zu können.
Nachdem die Huskies im ersten Drittel noch sichtlich nervös und unkonzentriert agierten, machten sie es im Mitteldrittel besser.
Die erste gute Torgelegenheit gehörte auch im Mittelabschnitt den Gästen, doch Ondraschek parierte den Schuss und im direkten Gegenzug erzielte Christ den ersten Treffer der Huskies an diesem Abend (26.).
Nur wenige Augenblicke später konnten die Huskies nach einer Strafe gegen Frankfurts Schweiger mit einem Mann mehr auf dem Eis agieren, doch das Überzahlspiel blieb harmlos.
Gerade waren die Gäste wieder vollzählig, da wurde die nächste Strafe gegen Frankfurt angezeigt.
Diesen Moment nutzte dann Vorel und erzielte nach Vorlage von Reiß den 2:2 Ausgleichstreffer (29.).
Im Rückenwind den Ausgleich spielten die Huskies nun befreit auf und in einem erneuten Überzahlspiel nutzte Valenti die Chance zur erstmaligen Führung der Schlittenhunde, gerade einmal 25 Sekunden hatten die Huskies da mit einem Mann mehr auf dem Eis gestanden (33.).
Zuvor waren Klinge und Kostyrev (31. und 32.) noch knapp an Wendler im Kasten der Löwen gescheitert.
Einzig der Treffer der Gäste zum zwischenzeitlichen 3:3 Zwischenstand noch vor der nächsten Pausensirene trübte den starken Auftritt der Gastgeber im Mittelabschnitt.
Denn wieder nutzten die Löwen aus Frankfurt in Person von Althenn eine Unachtsamkeit der Gastgeber aus. Mittels eines Konters fiel der dritte Treffer des Rivalen aus Frankfurt (27.).
Nach der letzten Pause schienen die Huskies nur kurz das Heft wieder aus der Hand zu geben.
Zwar hatten zunächst Kostyrev und Koziol jeweils den vierten Treffer für die Huskies auf dem Schläger, scheiterten jedoch an Wendler (41.).
In der Folge waren jedoch zunächst die Gäste wieder scheinbar Spiel bestimmend, doch mit dem Treffer von Koziol in der 45. Minute war die Dominanz der Huskies wieder da.
Gerade einmal zwei Minuten später war es wieder Koziol, der die Führung der Huskies mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend weiter ausbaute. Und auch Husky Glusanok konnte sich in diesen turbulenten Minuten des letzten Spielabschnitts noch in die Torschützenliste eintragen (48.).
Die ersten zehn Minuten des letzten Drittels waren es, die das Spiel endgültig zugunsten der Huskies wendeten.
Den drei schnellen Gegentoren hatten die Gäste aus Frankfurt nichts mehr entgegenzusetzen. Das Spiel war entschieden. Zwar hatten Christ und zweimal Klinge noch die Chance, die Führung weiter auszubauen, letztlich blieb es aber beim 6:3.
Nach einem schwachen Auftritt im ersten Spielabschnitt kämpften die Huskies sich zurück ins Spiel und legten vor ausverkauften Haus einen couragierten Auftritt hin, der schließlich den Derbysieg Dank sechs Toren sicherte.
Frankfurts nach langer Verletzung wieder genesener Back Up Goalie Boris Ackers hatte im Vorfeld der Begegnung für Zündstoff gesorgt, als er die Huskies in der aktuellen Frankfurter „Bild“ Ausgabe als „Altherrenmannschaft“ bezeichnete. Laut eigener Aussage hatte er ein „sechs Punkte Wochenende fest eingeplant“ – nun wird er umplanen müssen….
Kassel Huskies – Löwen Frankfurt 6:3 (0:2/3:1/3:0)
Tore: 0:1 (6:55 min) Sevo (Bauscher, Thau), 0:2 (16:49 min) Barta (Barg, Althenn), 1:2 (25:41 min) Christ (Reiß, Sikora), 2:2 (28:57 min) Vorel (Reiß), 3:2 (32:45 min) Valenti (Sikora, Klinge, M.)/PP1, 3:3 (38:03 min) Althenn, 4:3 (44:40 min) Koziol (Robitaille, Kostyrev), 5:3 (46:41 min) Koziol (Robitaille), 6:4 (47:53 min) Glusanok (Roedger Mikesz)
Strafzeiten: Kassel Huskies 6, Löwen Frankfurt 10+10Breiter
Zuschauer: 6100 (ausverkauft)
Video: Die Stimmen nach dem Spiel
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