Berlin. Es hatte fast den Anschein, als würde die DEL-Saison erst heute so richtig starten. Mit den Eisbären Berlin griff die Mannschaft ins Geschehen ein, die nach Meinung vieler Experten auch in dieser Saison wieder den Topfavoriten stellt. Zu Gast in der ausverkauften O2-World war dementsprechend standesgemäss auch gleich der amtierende Deutsche Meister, die Hannover Scorpions.

Beide Mannschaften hatten Grund genug, um selbstbewusst ins Spiel zu gehen. Hannover konnte seine beiden Auftaktspiele gewinnen. Die Eisbären wiederum mit der European Trophy ein hochkarätig besetztes Vorbereitungsturnier.

Beide begannen offensiv und so entwickelte sich ein rasantes Spiel mit sehr guten Chancen hüben wie drüben. Zunächst hatten die Eisbären mehr vom Spiel.

In der 7. Minute traf C. Braun nach einem beherzten Sololauf quer über das Spielfeld mit seinem Schuss von der blauen Linie nur den Pfosten. Auf der anderen Seite hatte Paul Manning, frei am langen Pfosten lauernd, auch nicht mehr Glück. Zusätzlich konnten sich  Travis Scott (gegen Pederson) und Rob Zepp (gegen Kathan) nach Breakaways auszeichnen. Nach gut 15 Minuten die erste strittige Entscheidung in diesem Spiel. Laurin Braun bekam nach hohem Stock mit Verletzungsfolge 5min + Spieldauer.  Die Fans hatten sich noch nicht richtig beruhigt da gab es für Andre Rankel 2+10min nach einen Check gegen den Kopf. Aber auch die Scorpions dezmierten sich selbst, so musste Matt Dzieduszycki zweimal innerhalb kürzester Zeit ebenfalls runter.

Jeff Friesen markierte den wichtigen Ausgleich für Berlin. - © by Jan Brüggemann, Eishockey-Magazin

Nach einigen Minuten im zweiten Drittel übernahm Hannover zusehends die Kontrolle und erarbeitete sich Chancen. Als C. Braun nach 26 Minuten für 2 Minuten auf die Strafbank musste, war es Matt Dzieduszycki der nach Zuspiel von Mitchell und Herperger ein sehenswertes Powerplay mit dem 0:1 krönte.

Es sollte bis zur 31. Minute dauern bis Jeff Friesen nach kapitalem Abwerfehler der Scorpions im eigenen Drittel  frei vor Scott auftauchend und damit die erste nennenswerte Chance der Eisbären im zweiten Drittel hatte. Da die Eisbären 2 Strafzeiten der Scorpions zum Ende des Drittels nicht nutzen konnten, ging es mit einem nicht unverdienten 0:1 in die Pause.

Siegtorschütze Jens Baxmann. - © by Robin Trettin, Eishockey-Magazin

Das letzte Drittel hätte mit einem Paukenschlag beginnen können, hätte Daniel Reiss unittelbar nach Anpfiff seinen unbedrängten Alleingang auf Rob Zepp zum vielleicht vorentscheidenden 2:0 genutzt. Die Eisbären blieben bemüht und versuchten Druck aufzubauen. So richtig gelang das aber erst als Zepp 86 Sekunden vor Schluss sein Tor zugunsten eines sechsten Feldspielers verließ und kurz darauf Hannovers Hlinka auf die Strafbank musste. Jeff Friesen nutzte 17 Sekunden vor Schluss eine undurchsichtige Situation vor dem Tor der Scorpions zum vielumjubelten Ausgleich. Nach gut einer Minute in der Overtime war es dann Jens Baxmann, der mit einem Schlagschuss aus der halbrechten Mittelzone den letztendlich glücklichen Sieg, in einem Spiel das keinen Verlier verdient hätte, perfekt machte.

Tore:

2. Drittel Hannover Scorpions - Matt Dzieduszycki (Überzahl-Tor) (Adam Mitchell, Chris Herperger) 7:18

3. Drittel Eisbären Berlin - Jeff Friesen (Überzahl-Tor) (Tyson Mulock, Derrick Walser) 19:43

Overtime Eisbären Berlin - Jens Baxmann (Derrick Walser, Jeff Friesen) 1:08

Zuschauer:  14.000

Aufstellungen

Eisbären:

Zepp (Ahlbrecht)

Felski, Sharrow; Walser, Baxmann; Regehr, Braun;

Busch, Pederson, L.Braun; Christensen, Rankel, Friesen; Ty.Mulock, Ustorf, A. Weiss; Hahn, D.Weiss

Hannover:

Scott (Ziffzer)

Brimanis, Manning; S.Goc, A.Reiss; Köppchen, N.Goc; D.Reiss, Baumgartner

Mitchell, Herperger, Dzieduszycki; Dolak, Vikingstad, Kathan; Wolf, Hlinka, Maki; Blank, Mondt, Krüger

(Dejan Zolotic)

Fotostrecke zum 3. DEL Spieltag

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