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Düsseldorf. (MR) In dieser Folge stellt sich nochmals ein Spieler dem Videointerview: David Bineschpayouh (*93 in Herne) – DNL Köln und Krefeld...
Niklas und Marvin Deske - © by Eishockey-Magazin (DR)

Niklas und Marvin Deske – © by Eishockey-Magazin (DR)

Düsseldorf. (MR) In dieser Folge stellt sich nochmals ein Spieler dem Videointerview: David Bineschpayouh (*93 in Herne) – DNL Köln und Krefeld – seit 2014 Oberliga West (Neuss)

 

Es sollten aber auch einmal Eltern zu Wort kommen: So sprachen wir mit

Nicole Deske, deren Söhne Marvin (*92) und Niklas (*94) aus dem Kölner Nachwuchs kommen und aktuell in der Oberliga Ost in Halle (Marvin) bzw. der Oberliga Nord beim HSV (Niklas) spielen. Niklas ist als Goalie ebenfalls für Bremerhaven und die Hamburg Freezers spielberechtigt.

Thomas Clusen, dessen Sohn Niklas (*92) aktuell in der Oberliga West in Hamm spielt.

Johanna Abeltshauser, deren Sohn Konrad (*92) in der AHL bei den Worcester Sharks spielt, sowie

Nicole Pfohl, deren Sohn Fabio (*95) in dieser Saison in der Oberliga West bei den Füchsen Duisburg spielt und per Förderlizenz einige Spiele in der DEL bei den Kölner Haien absolviert hat.

 

Wie kam Dein Sprößling zum Eishockey?

Deske: Marvin und Niklas sind durch ihren Vater Manfred und dessen Brüder Bernd und Jörg Michael zum Eishockey gekommen.

Pfohl: Fabios Papa hat selbst gespielt, lag also vielleicht schon in den Genen. Fabio konnte mit 10 Monaten laufen und das Erste, was er sich geschnappt hat, war ein riesiger Kochlöffel, mit dem er alles rumgeschossen hat. Sein Onkel hat ihm dann einen kleinen Plastikschläger in die Hand gedrückt und somit ging es los…er wusste sofort wie er den Schläger halten musste, ohne dass irgendjemand es ihm gezeigt hätte, da war er gerade mal 14 Monate. Erinnere mich sehr gut daran, da ich damals Angst um meine Christbaumkugeln hatte.

Abeltshauser: Wir sind schon immer gern ins Eishockey gegangen, zwei Neffen von mir haben dann Eishockeyspielen angefangen und die zu kleinen Schlittschuhe uns geschenkt, und so sind wir dann mit Koni ins Bambinitraining gegangen

Clusen: Wir waren immer viel in unserer Freizeit Schlittschuh laufen und haben Niklas dann mit 5 Jahren in einer Laufschule in Moers angemeldet. Nach der ersten Stunde haben sie ihn schon bei den Bambinis mittrainieren lassen. Da war er so begeistert, dass er Eishockey spielen wollte.

Wie sah Euer Alltag aus, wie viel musstet Ihr als Eltern investieren z.B. Fahrerei? Wie war das vereinbar mit Beruf / Familienleben?

Pfohl: Es ist sehr zeitintensiv bzw. war es. Gerade die Zeit, als wir zwischen Landshut und Waldkraiburg gependelt sind, das waren 3 Jahre. Es musste alles sehr strukturiert ablaufen. Vom finanziellem Aspekt gesehen, ist Eishockey ein teurer Sport.

Abeltshauser: Wir sind keine normale Familie, wir haben 4 Kinder und eine Landwirtschaft. Da muss jeder zurückstecken, sonst geht gar nichts. Konrad und sein um zwei Jahre jüngerer Bruder Kilian spielten Eishockey. Also im Sommer mussten sie die 12 km mit dem Rad fahren, ich hab einfach gesagt, das ist ein gutes Training. In der 5. Klasse sind sie dann in die Realschule auf Bad Tölz gewechselt, dann sind sie gleich nach der Schule ins Training zu Fuß gegangen. Der eine hat dann auf den anderen warten müssen, weil ich nicht zweimal auf Tölz gefahren bin. In dieser Zeit sind sie dann oft in den Kraftraum gegangen. Die anderen Geschwister haben oft zurückstecken müssen, und für uns als Eltern war das zu der Zeit einfach ein schönes Hobby.

Clusen: In Moers war der Alltag entspannt. In Düsseldorf war der Aufwand anfangs natürlich deutlich größer. Wir sind fast täglich von Duisburg nach Düsseldorf zum Training oder Spielen gefahren. Dadurch dass ich damals um 13:30 Uhr Feierabend hatte, war es aber kein Problem, so konnte immer einer von uns mit ihm fahren. Durch die Gründung des Internats hat sich das ganze dann deutlich verringert. Das Familienleben wurde natürlich durch den hohen Zeitaufwand stark dem Hockey angepasst Da wir noch eine Tochter haben, mussten wir auch ihr bei ihren Aktivitäten gerecht werden, das hat sehr gut geklappt. Die war aber natürlich oft mit dabei an den Wochenenden.

Deske: Familienleben gab es nur in der Eishalle, Training und Spiele bestimmten unseren kompletten Tagesablauf. Ich habe die Jungs nachmittags von der Schule abgeholt, es wurde im Auto auf dem Weg zum Training gegessen, etwas geschlafen. Das ganze 5x die Woche und 2 Spiele am Wochenende. Das entspannte sich erst, als Niklas nach Mannheim ging und Marvin dann nach Düsseldorf. Familienleben war die Eishalle. Ich war zu der Zeit selbständig und habe meinen Rhythmus auf die Kinder abgestimmt.

Wie siehst Du realistisch die (sportliche) Zukunft Deines Jungen?

Abeltshauser: Ob er es ganz nach oben schafft, weiß ich nicht, weil da so viele Faktoren zusammenspielen, aber ich wünsch es ihm. Aber manchmal, besonders als er noch in der Juniorenliga gespielt hat, wäre es mir oft lieber gewesen, wenn er zuhause einen Beruf gelernt hätte.

Clusen: Da Niklas in Dortmund studiert und in Hamm Oberliga spielt, sehe ich selber seine Zukunft momentan schon eher in der Oberliga.

Deske: Wenn ich das wüsste. Da lasse ich mich von Jahr zu Jahr überraschen. Wichtig ist, dass sie es wollen und alles geben. Und wenn es etwas wird, ist das schön, wenn nicht, ist das auch okay.

Pfohl: Es liegt in inzwischen in Fabios Händen. Der Weg, sein Hobby mit seinem Talent zum Beruf zu machen, haben wir ihm sozusagen geebnet, alles Weitere liegt an ihm, die Bereitschaft hart zu arbeiten und den Weg weiterzuverfolgen.

Siehst Du Deinen Sohn in Sachen Eishockey in Deutschland genügend gefördert, bzw. was sollte verändert oder verbessert werden (oder was könnte man sich hierzu wünschen), dass wir in Deutschland mehr Talente „erschaffen“ und hier behalten?

Deske: Das würde den Rahmen sprengen, da habe ich meine ganz eigene Sichtweise, aber die behalte ich lieber für mich. Für mich als Mutter ist wichtig, dass sie ihren Traum leben dürfen und es ihnen dabei gut geht, alles andere müssen die zwei für sich entscheiden. Wir können sie nur in ihrem Leben unterstützen; leben und entscheiden, was gut für sie ist, müssen sie selbst

Pfohl: Rein nur auf Fabio bezogen, ist meine Antwort ja. Allerdings nur aufgrund durch Vereinswechsel in höhere Ligen, um gefordert zu sein im Training und im Spiel. Gerade der Wechsel von Waldkraiburg nach Landshut war sehr wichtig. Anschließend ging es zur DNL der DEG, von dort nach Duisburg in die Oberliga. Für Fabio war das der richtige Weg. Bezüglich Veränderungen im deutschen Eishockey könnten wir eine Grundsatzdiskussion beginnen!

Abeltshauser: Ich glaube, für den Koni war die Zeit in Tölz schön, er wurde sehr gut gefördert. Hervorzuheben ist der Kleinschüler-Trainer Mike Daski, der menschlich einfach eine Wucht ist. Eishockeyförderung soll auch den Charakter fördern, weil sonst lauter Deppen sind, die glauben, sie sind die besten! Ich weiß nicht, was man verbessern kann, der Koni ist auf Kanada gegangen, das war sein Traum.

Clusen: Niklas ist in Düsseldorf sehr gut ausgebildet und gefördert worden. Was möglich und nötig war, ist getan worden ob sportlich oder auch durch das Internat in schulischen Angelegenheiten. Es fanden auch immer Maßnahmen beim DEB statt, so sind die Jungs sportlich immer unter Beobachtung gewesen. In Düsseldorf gab es damals die 1b, da konnten die Jungen auch schon außer DNL im Senioren Bereich spielen, das war sehr gut und heute zum Glück gang und gebe, dass Spieler über FL in der Oberliga oder gar zweiten Liga spielen können. Das ist meiner Meinung nach der richtige Weg. Nicht für alle ist es möglich, nach Übersee zu gehen aus welchen Gründen auch immer. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn junge Spieler das Vertrauen der Trainer bekommen und so es auch hier versuchen sich durchzusetzen. Es gibt viele sehr gute Spieler in Deutschland, aber leider ist es sehr schwer, schon in jungen Jahren Fuß zu fassen, und viele geben dann leider auf. Das sollte sich ändern.

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt!

In der nächsten Folge kommen zwei Trainer zu Wort….
 

Fotostrecke zu den Interviewpartnern

David Bineschpayouh im Interview

Redaktion

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