Goepfert taut die Kühlschränke ab

Veröffentlicht am 28. Januar 2012

Düsseldorf. (MR) „Die ´three Stars` an diesem Tag waren die Mannschaft, die Fans und nicht zuletzt Bobby Goepfert,“ meinte DEG-Coach Jeff Tomlinson nach dem Spiel, „ja, der Torhüter hat heute den Unterschied gemacht“. Oder besser gesagt, Curry im Hamburger Gehäuse hatte nicht wirklich viel zu tun, musste aber trotzdem gleich vier Male hinter sich greifen.

 

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge standen die Freezers vor dem heutigen Spiel nur noch auf Tabellenplatz 6, der Abstand zur neunt platzierten DEG betrug allerdings inzwischen ungefährdete 10 Punkte, doch für die DEG zählt in den verbleibenden 13 Spielen natürlich jeder Punkt für das Erreichen der Play Offs…

 

Hamburgs Serge Aubin gegen DEG Verteidiger Jason Holland - © by Eishockey-Magazin


Der erste Spieltag nach der Trennung von Manager Lance Nethery lief für einen Teil der Zuschauer wie „Business as usual“, ein anderer Zuschauerteil beäugte mit Spannung besonders die Spieler, deren Abgang nach der Saison inzwischen bestätigt wurde (Danner nach Wolfsburg, Nowak und Reimer nach Nürnberg) – um dort ggf. fehlende Einstellung zu entdecken. Dass Bobby Goepfert aber in Düsseldorf gehalten werden konnte, dürfte zumindest die Fangruppe der „Bobbynisten“ beruhigt haben, doch diese Personalie gab auch heute die nötige Ruhe im Spiel der DEG gegen die Hamburg Freezers, für die Goepfert ja in seiner ersten DEL-Saison auf dem Eis gestanden hatte. Doch am heutigen Tag blieb Bobby Goepfert fehlerfrei, zumindest konnten die Hanseaten seine Ausflüge oder verlorene Kelle genau wie übliche Unsicherheiten der Düsseldorfer Defensive nicht ausnutzen – Bobby The Wall hatte seinen Kasten schlicht und ergreifend zugenagelt!

 

Immer auf dem Sprung - Bobby Goepfert im DEG Gehäuse - © by Eishockey-Magazin


Dass es heute über die Zeit dauerte, bis der Einlauftunnel wieder abgebaut war und das Eis zum Spiel bereit, hätte sich als schlechtes Vorzeichen deuten lassen können, doch bereits in einer Frühphase des Spiels zeigte sich, dass man sich hier nichts schenken wollte, und Dinger und Polaczek tauschten gleich einmal unbehandschuht Nettigkeiten aus (3. Min.). Netterweise durften beide Kampfhähne bereits nach vier Minuten wieder auf dem Eis der eigentlichen Sportart nachgehen. Ansonsten war der erste Abschnitt die übliche Magerkost, ein Abtasten und Ausprobieren auf beiden Seiten mit ein paar Schüssen Richtung Tor. Nach einer Strafe gegen die Gäste (ohne eine Änderung auf dem Würfel) durften auch die Nordlichter Powerplay üben, aber das Penaltykilling der Düsseldorfer war besser. Der Treffer in diesem Abschnitt fiel eher unerwartet, wenn auch schön kombiniert (Danner, 14.). Vor Goepfert tauchte immer wieder der Mann mit der 17 auf, Thomas Oppenheimer, doch mit dem knappen Vorsprung ging es in die Pause.

 

Elmar Schmellenkamp, DEG Geschäftsführer - © by Eishockey-Magazin


Die Gastgeber starteten noch mit gut 30 Sekunden Unterzahl, aber Engelhardt und Schmidt scheiterten an der eigenen Zielgenauigkeit. Courchaine agierte unglücklich, so dass Hamburg nochmals zu einer Powerplaychance kam, bis Kaufmann nur unfair am Konter gehindert werden konnte, und Ex-DEG-Verteidiger Traverse ebenfalls die Strafbank drücken durfte. Erneut Oppenheimer und auch Stone hatten den Ausgleich auf den Kellen, doch während zur Spielmitte der Gastgeber mit komischen Passstafetten glänzte, kamen auch die Hansestädter kaum konstruktiv ins Angriffsdrittel. Nach einer durch Goalie Goepfert vereitelten Chance des Hamburger Verteidigers Kevin Schmidt, passierte es – es klingelte auf der anderen Seite, nachdem Reimer die Scheibe quer durch den Torkreis spielte und Kreutzer, schon fast am Tor vorbei, das Spielgerät noch schnell um den Pfosten drücken konnte (37.). Courchaine versuchte die gleiche Situation, doch Kollege Danner traf nur das Außennetz, Nielsen auf der anderen Seite konnte zwei Male Goepfert prüfen. Da das jedoch keinen Erfolg brachte, mussten die Freezers mit einem 2-Tore-Rückstand den zweiten Pausentee einnehmen.

 

Der Goepfert-Rap nach dem Spiel für die Fans - sehr zur Freude der Mannschaft - © by Eishockey-Magazin


Die Ansprache in der Gästekabine war offensichtlich und zielte auf noch mehr Druck nach vorn. Das jedenfalls zeigte die Schussstatistik am Ende des Spiels. Allein der Erfolg sollte sich nicht einstellen. Zunächst nämlich in einer frühen weiteren Strafe gegen die Gastgeber schnappte sich James die Scheibe, Kaufmann lief mit, Querpass und drin (43.). Mit dieser komfortablen Führung im Rücken konnten die Gäste mit Selbstvertrauen aufspielen, obwohl man hinten noch immer Unsicherheiten zeigte. Doch nun war es wie verhext, die Hanseaten hatten beste Möglichkeiten, drückten und schossen, die Scheibe jedoch wollte einfach nicht in die Maschen. In der Zwischenzeit ging in der Halle sogar bei lückenhaft besetzten Rängen die Welle durch die Blöcke, und mit jeder Umrundung wurden es mehr Hände, die sich in die Höhe streckten. Danach wurde der „Schalala“-Wechselgesang angestimmt, in dessen Verlauf bisher meist ein Gegentor gefallen war, doch auch das gereichte den Gästen nicht zum Vorteil. Bei Überzahl DEG und „oh wie ist das schön“-Gesängen wurde auch das Powerplay fast statisch, aber einfach gespielt, trocken schob Ulmer die Scheibe quer, und Roach am langen Pfosten hielt den Schläger rein (51.). Wütende Angriffe der Gäste, Schüsse aus allen Lagen, doch das Tor schien für Hamburger vernagelt. Und Goepfert wuchs erneut über sich hinaus, hielt seinen Kasten sauber und hat sich damit nicht nur drei Sterne sondern auch die Lobesrufe und Extraapplaus der Fans und seines Trainers verdient. Für Stimmung sorgte aber auch noch die Meinungsverschiedenheit, die Nowak mit Oppenheimer und Stone hatte, als eine Strafe gegen Bazany angezeigt war. Die Streithähne wollten sich gar nicht beruhigen lassen, und nachdem alle Umstehenden sich wieder dem Spielgeschehen zuwenden wollten, durften Nowak und Stone, ihrer Handschuhe ledig, noch ein wenig die Fäuste sprechen lassen. Da Nowak schnell die Standfestigkeit verlor, war das Schauspiel allerdings auch schnell wieder beendet. Vier Minuten vor der finalen Sirene durften die Kämpfer sich unter der Dusche abkühlen gehen (2+2+10). Traverse’s Schuss von der Grundlinie auf Goepfert kam mit der Schlusssirene im Handschuh des siegreichen Goalies an. Letzterer jedenfalls wurde nach Spielende noch zu einem Tänzchen gefordert und einer Extrarunde auf dem Eis.

 

Da die direkten Konkurrenten in der Tabelle ebenfalls gepunktet haben, konnte die DEG keinen Platz gutmachen, jedoch hat sich der Abstand auf den wichtigen sechsten Platz (Hamburg) auf 7 Zähler verringert. Düsseldorf hat vor der Länderspielpause (Reimer und Kaufmann sind nominiert) zwei Derbys vor der Brust – am Sonntag in Köln, am Freitag zuhause gegen Krefeld, bevor es für die Fans mit dem Sonderzug nach Nürnberg geht. Auf die Freezers wartet nur noch die Tour zum Zweitplatzierten Ingolstadt, bevor Festerling, Wolf und Schubert nach Minsk reisen.  

 

Das Spiel DEG gegen Hamburg Freezers 4:0 (1:0/1:0/2:0)

Tore: 1:0 (13:57) Danner (Ulmer, Roach); 2:0 (36:19) Kreutzer (Reimer, Hedlund); 3:0 (42:35) Kaufmann (James, Hedlund) 4-5; 4:0 (50:28) Roach (Ulmer, Reimer) 5-4

Schüsse: 18:36 (6:8/5:12/7:16)

Strafen: DEG – 22 + Diszi Nowak, HHF – 14 + Diszi Stone

Schiedsrichter: Willi Schimm / Jens Steinecke

Zuschauer: 4457 

 

Es spielten:
DEG
– Goepfert – Holland, Dinger; Bazany, Nowak; Roach, Hedlund; Kramer – Kaufmann, Beechey, James; Reimer, Gordon, Kreutzer; Ulmer, Courchaine, Danner; Strodel, Loyns, Hinterstocker

HHF – Curry – Köppchen, Schubert; Schmidt, Nielsen; Cook, Traverse; Köttsdorfer – Flaake, Festerling, Wolf; Engelhardt, Collins, Dolak; Stone, Aubin, Oppenheimer; Jensen, Polaczek 

 

Best Players:

*** Bobby Goepfert (DEG)

** Ben Gordon (DEG)

* Thomas Oppenheimer (HHF)

 

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