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Heimatbesuch: Korbinian Holzer trainiert mit dem Geretsrieder Nachwuchs Heimatbesuch: Korbinian Holzer trainiert mit dem Geretsrieder Nachwuchs
Geretsried. (PM DEB) Es ist der große Traum für jeden jungen Eishockey-Spieler: Der Sprung in die National Hockey League (NHL) oder... Heimatbesuch: Korbinian Holzer trainiert mit dem Geretsrieder Nachwuchs

Geretsried. (PM DEB) Es ist der große Traum für jeden jungen Eishockey-Spieler: Der Sprung in die National Hockey League (NHL) oder der Schritt in die höchste deutsche Spielklasse, der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

 

Bis dahin ist es ein weiter Weg, doch wer genügend Talent und Einsatz mitbringt, kann sich diese Ziele erfüllen. Keiner weiß dies besser, als die Spieler der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Jeder von ihnen hat einmal klein angefangen – mit den ersten Fahrversuchen auf dem Eis, dem Premiere-Eishockeyspiel oder ihrem ersten Treffer bzw. Save. In der Serie #heimatbesuch kehren die Nationalspieler an den Ort zurück, an dem sie genau diese Ereignisse erlebt haben und geben ihre Tipps und Tricks an junge Eishockey-Talente weiter.

In der ersten Ausgabe kehrt Eishockey-Nationalspieler Korbinian Holzer ins Geretsrieder Eisstadion zurück. Die Szenerie: Es ist ein warmer Mittwochabend in Geretsried. Die Nachwuchsspielerinnen und –spieler aus der U7, U9 und der Eishockeyschule der River Rats machen sich auf den Weg zum Heinz-Schneider-Eisstadion. Sommertraining! Für Niklas, Luana & Co. ist es aber nicht irgendein Training. Es bahnt sich prominenter Besuch an: Kein Geringerer als Eishockey-Nationalspieler Korbinian Holzer soll mit dem River Rats-Nachwuchs trainieren. Während sich Niklas und seine Teamkollegen auf das Training vorbereiten, kommt der NHL-Star gerade um die Ecke. Er schaut sich um und sagt: „Wow, so viele Kinder sind zum Training gekommen?“ Im gleichen Moment ziehen sich gerade knapp 60 Kinder auf der Tribüne des Geretsrieder Eisstadions um und bereiten sich auf das Training vor. Holzer schwelgt derweil in Erinnerungen. „Ich bin nach der Schule immer direkt hierher gekommen“, sagt der heutige NHL-Crack. „Ach, selbst vor der Schule war ich teilweise hier. Von halb sieben bis halb acht ging’s aufs Eis – ein guter Start in den Tag.“

 

 

Holzer: „Ich habe einen großen Teil meines Nachwuchsdaseins im Eisstadion in Geretsried verbracht.“

Wenig später steht er auf der Fläche, auf der er im Alter von drei Jahren seine ersten Eishockeyschritte machte. Doch wie kam es dazu? „Mein mittlerer Bruder hat damals vor dem Fernseher gesessen und Eishockey geschaut. Er meinte zu unserer Mutter, dass er das auch spielen möchte. Dann hat sie uns drei direkt ins Stadion gebracht und wir konnten mit dem Schlittschuhlaufen beginnen“, erinnert sich der 30-Jährige zurück. „Ich habe einen großen Teil meines Nachwuchsdaseins dort verbracht.“ Als Holzer nach einer besonderen Erinnerung gefragt wird, lächelt er und sagt: „In einer Saison, ich glaube es war bei den Kleinstschülern, haben wir jedes Spiel, Turnier und auch alle Laufwettbewerbe bis zum letzten Spieltag gewonnen. Dann reisten wir zum Abschluss nach Rosenheim. Endstand des Spiels: 5:4 für unseren Gegner und wir haben alle geweint wie ein Schlosshund! Meine Mutter hat wohl auch noch ein Video davon…“

Holzer wechselte später nach Bad Tölz und spielte in der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL), ehe er 2005 erstmals im Männerbereich der Löwen eingesetzt wurde. Ein Jahr später wurde er von den Toronto Maple Leafs gedraftet, spielte jedoch noch in Regensburg und Düsseldorf. In der Saison 2010/11 feierte der Verteidiger dann sein NHL-Debüt. „Das war etwas besonderes“, erinnert sich der 30-Jährige zurück. „Als Kind träumt man von der NHL. Man spielt mit den Stars auf der Spielkonsole, sammelt die Playercards und steht dann plötzlich den Vorbildern gegenüber. Ein unbeschreibliches Gefühl!“ Bis heute kam Korbinian Holzer insgesamt 135 Mal in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga zum Einsatz.

Von diesem Ziel träumen einige der Geretsrieder Nachwuchsspieler auch. Sie grinsen den Eishockey-Nationalspieler an und versuchen ihm den Puck abzunehmen. Später üben sie zusammen mit dem NHL-Star und mit ihren Trainern das Passspiel. „Es gibt für die Kinder nichts besseres, als zu sehen, dass ein ehemaliger Geretsrieder Nachwuchsspieler den Sprung in die NHL geschafft hat“, sagt Matthias Wirag, Trainer der U9-Mannschaft. „Sie haben viel Spaß bei diesem besonderen Training. Es ist toll, dass sie ihn kennenlernen dürfen.“

Dem 37-Jährigen und seinem Trainerkollegen Martin Melchert merkt man den Spaß an der Arbeit mit den Nachwuchsspielern an. Das Besondere daran? „Es ist der perfekte Ausgleich zur Arbeit“, sagt der Trainer der U9 und grinst. „Wenn man nach der Arbeit zum Eisstadion kommt und die lachenden Gesichter der Kinder sieht, dann geht es einem direkt selber richtig gut – egal wie anstrengend der Arbeitstag zuvor war. Es ist einfach ein spannender Ausgleich und man bekommt immer etwas von den Kindern zurück.“

Matthias Wirag ist bereits seit 33 Jahren im Verein und hat einige Spieler im Eisstadion in Geretsried gesehen. „Markus Janka, Andreas Morczinietz, Christian Urban – sie alle kommen aus dem Geretsrieder Nachwuchs“, sagt der Trainer. „Das Eishockey in Geretsried hat eine lange Tradition.“ Nachwuchskoordinator Rene Lechner hakt ein: „Früher waren wir mit allen unseren Nachwuchsmannschaften in den besten Ligen vertreten. Dann kam der Horrorwinter 2006, in der die Stadion-Tragödie in Bad Reichenhall passierte. Auch das Dach unseres Eisstadions hielt dem Schnee nicht stand. Es ist abgesackt, war laut Gutachter irreparabel und musste abgetragen werden.“

Seitdem ist die Eisfläche in Geretsried nicht mehr durch ein Dach geschützt und kann nur von Anfang Oktober bis Anfang März betrieben werden. In den weiteren Monaten findet entweder ein Sommertraining mit Inlinern statt oder die River Rats weichen in die Nachbarstädte Bad Tölz, Peißenberg oder Peiting aus und mieten dort eine Eisfläche, um die fehlende Eiszeit zu kompensieren. Nachwuchskoordinator Rene Lechner blickt aber optimistisch in die Zukunft: „Der Stadtrat hat bereits zugesichert, dass wieder ein Dach auf das Eisstadion kommt. Wir haben eine gute Perspektive in Geretsried. Das Wichtigste sind für mich unsere jungen Nachwuchstrainer, die mit Engagement und Leidenschaft die Trainings leiten.“ Gemeint sind hiermit nicht nur Matthias Wirag und Martin Melchert, sondern auch die zahlreichen weiteren Trainerinnen und Trainer, die sich bei den River Rats engagieren. Unter ihnen ist auch Sabrina Kruck, die im Vorfeld des Trainings mit Korbinian Holzer viel Organisationsarbeit leistete. Die ehemalige Nationalspielerin spielt noch heute für die Geretsried River Rats, packt parallel bei den Nachwuchsmannschaften mit an und gibt ihre Erfahrung an die jungen Spielerinnen und Spieler weiter. „Sie ist die perfekte Ansprechpartnerin für unsere Mädchen“, sagt Lechner.

 

NHL-Star verteilt Eis und Autogramme

Über 100 Kinder gehören aktuell der Mannschaft der Eishockeyschule, U7 und U9 an. Eine hohe Anzahl für einen vergleichsweise kleinen Eishockeystandort. Viele von ihnen wechseln früher oder später nach Bad Tölz. „So wie Florian Strobl“, sagt Matthias Wirag. „Er war in der abgelaufenen Saison einer der Erfolggaranten im Playdowns-Endspiel gegen Bayreuth.“ Doch „nur“ ein Spieler hat letztlich den großen Sprung in die NHL geschafft: Korbinian Holzer! Der 30-Jährige hat mittlerweile das Training mit den knapp 60 Kindern beendet, steht an einer großen Kühltruhe und reicht daraus Eis. Es ist die Belohnung für die fleißigen Nachwuchsspieler. Doch bei dieser Belohnung soll es nicht bleiben: Der Nationalspieler hat Autogrammkarten mitgebracht und unterschreibt Karte für Karte – wenig später signiert er auch einige Shirts, Schläger und Helme der Kinder. Niklas und seine Teamkollegen strahlen, aber auch für den Nationalspieler ist der Tag etwas besonderes. „Mir macht es viel Spaß, mit den Kindern zu trainieren und ihnen den einen oder anderen Tipp zu geben oder Trick zu zeigen“, sagt der NHL-Star, der selbst Vater eines Kindes ist und dessen Frau im Oktober das zweite gemeinsame Kind erwartet. Im gleichen Monat startet auch die neue NHL-Saison, in der der Nationalspieler erneut für die Anaheim Ducks auf dem Eis stehen wird. Und so viel ist sicher: Für den Saisonstart drücken dem 30-Jährigen spätestens jetzt auch alle begeisterten Geretsrieder Nachwuchsspieler die Daumen.

 

Foto: Korbinain Holzer in Geretsried – © by DEB

Redaktion

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