Ice Tigers siegen in Overtime

Veröffentlicht am 20. Januar 2012

Nürnberg. (STM) Einen eng umkämpften 3-2 Heimsieg nach Verlängerung feierten die Thomas Sabo Ice Tigers gegen die Iserlohn Roosters. Beim Comeback von Ryan Bayda war Verteidiger Paul Traynor mit seinem Treffer 13 Sekunden vor Ablauf der Overtime der Mann des Abends.

 

Es war die erste schlechte Nachricht einer bisher schlechten Saison. Aus dem fernen Saskatoon, Kanada kam ein Anruf von Ryan Bayda. Der wohl kompletteste Stürmer der vergangenen Saison hatte sich beim Sommertraining schwer verletzt. Abriss der Achillessehne lautete die schmerzliche Diagnose. Etwas mehr als sechs Monate später gab der Kanadier heute sein Comeback auf dem Eis. Es dauerte genau zwei Wechsel, ehe Bayda eindrucksvoll seine Klasse unterstrich.

 

Nürnbergs Goalie Patrick Ehelechner - © by Heike und Franz Feiner, Eishockey-Magazin


Aus einem Zweikampf an der Bande kam Bayda mit dem Puck, passte in den Slot zu Greg Leeb, der den Puck über Caron hinweg zur Nürnberger Führung hob. (7.). Nürnberg war das überlegene Team im ersten Drittel, weitere Treffer wollten aber nicht mehr gelingen. Barta scheiterte im Powerplay an Caron (9.), ebenso wie später Yan Stastny mit seinem Schuss nach einem Pass von Jame Pollock (16.). Als die Ice Tigers gegen Ende des ersten Drittels den Puck nicht aus der eigenen Zone klären konnten, hatte Wolf die späte Chance zum Ausgleich (20.).

 

Ein völlig anderes Bild bot sich den 3759 Zuschauern im zweiten Abschnitt. Nicht nur, dass das Spiel weiter an Niveau verlor, auf einmal waren die Gäste das präsentere Team in der Offensive. So war der Ausgleich nur eine Frage der Zeit. Mike York nutzte den ungewohnten Freiraum im Drittel der Ice Tigers und traf für seine Farben per Direktschuss (23.).

 

Es dauerte einige Minuten, ehe die Ice Tigers wieder ins Spiel kamen. Barte hatte die erste nennenswerte Chance, als Caron seinen Direktschuss entschärfte waren aber bereits fast 17 Minuten im zweiten Drittel absolviert. So benötigte es eine beherzte Einzelleistung von Nürnbergs jüngstem Akteur. Über links fuhr Yasin Ehliz in die Zone der Roosters und überwand Caron nach feinem Doppelpass mit Martin Walter überlegt zum 2-1 (39.). Im Gegenzug rettete Patrick Ehelechner die knappe Führung in die zweite Pause. Famos klärte er gegen Wolf in letzter Sekunde.

 

Auch im letzten Abschnitt boten beide Mannschaften nur biedere Kost. Die Gastgeber ließen 57 Sekunden doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen, ohne auch nur zu einer Torchance zu kommen. Auf der Gegenseite prüfte Mark Ardelan Ehelechner mit einem Flachschuss im Powerplay (46.). Im selben Überzahlspiel bot sich den Ice Tigers noch eine Konterchance, Caron war bei einem Schuss von Greg Leeb mit der Stockhand zur Stelle (46.). Als die Nürnberger gerade wieder komplett waren, traf Jeff Giuliano im Nachschuss zum Ausgleich für die Gäste aus dem Sauerland (47.).

 

In der Folgezeit hatte Sven Butenschön gleich zweimal den dritten Treffer für die Ice Tigers auf dem Schläger, beide Male reagierte Caron gedankenschnell. Auf der Gegenseite verpasste Mike York nach einem Konter über Michael Hackert mit seinem Schuss das halbleere Tor (57.). Nachdem Butenschön auch seine dritte Chance kurz vor dem Ende vergab, ging es in die Verlängerung.

 

Nach einer Strafzeit gegen Hackert bot sich den Ice Tigers in Überzahl die Chance auf den Zusatzpunkt, Joseph und Kemp scheiterten aber am starken Caron. So war es Paul Traynor vorbehalten, 13 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung aus dem Gewühl heraus den umjubelten Siegtreffer zu erzielen.

 

Statistik:

Thomas Sabo Ice Tigers – Iserlohn Roosters 3-2 (1:0/1:1/0:1/1-0) n.V.
Tore:
1-0 (06:06) G. Leeb (Bayda, Oblinger), 1-1 (22:29) York (Wolf, Wörle), 2-1 (38:15) Ehliz (Walter, Traynor), 2-2 (46:40) Giuliano (Hock, Blanchard), 3-2 (64:47) Traynor (G. Leeb, Oblinger)
Strafen: Nürnberg 8 min. – Iserlohn 12 min. plus 10 min. (Spina)
Schiedsrichter: Oswald
Zuschauer: 3759

 

Aufstellungen:
Thomas Sabo Ice Tigers:
Ehelechner – Pollock, Leask; Kemp, Butenschön; Walter, Traynor; Schüle – Joseph, Stastny, Collins; Aab, Barta, Frosch; Oblinger, G. Leeb, Bayda; Grygiel, Fischhaber, Ehliz

Iserlohn Roosters: Caron – Cullimore, Blanchard; Kopitz, Ardelan; Langwieder, Peltier; Danielsmeier- Spina, Hock, Giuliano; Fretter, Hackert, Hommel; Wolf, York, Wörle; Ritter, Rupprich, Cowan

 

Three Stars:
+++ Paul Traynor (1. Top-Star)
++ Sèbastien Caron (2. Top-Star)
+ Patrick Ehelechner (3. Top-Star)

 

Stimmen:

Peter Draisaitl (Thomas Sabo Ice Tigers): “Von unseren ersten beiden Reihen kam heute zu wenig, besonders im Powerplay. Daher bin ich mit den zwei Punkten heute zufrieden. Insgesamt war unser Spiel nicht clever genug und über weite Strecken unorganisiert. Es war eine Berg- und Talfahrt über fast 65 Minuten”.

 

Doug Mason (Iserlohn Roosters): “In den ersten 15 Minuten war Nürnberg die aktivere Mannschaft, dann haben wir langsam zu unserem Spiel gefunden und sind auch zu Torchancen gekommen. Im zweiten Abschnitt haben wir besser gespielt und sind verdient zum Ausgleich gekommen. Das 2-2 war für uns ein sehr wichtiges Tor, so haben wir wenigstens einen Punkt mitgenommen. In der Verlängerung hatten beide Teams genügend Chancen auf den Siegtreffer, da war es sehr hektisch vor beiden Torhütern”.

 



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