Punkte gewonnen oder Punkt verloren? Haie gewinnen gegen Ingolstadt nach Verlängerung
Köln - Man kann sich darüber streiten, ob das 2:1 nach Verlängerung für die Kölner Haie als Gewinn von zwei Punkten zu betrachten ist, oder als Verlust eines wichtigen Punktes im Kampf um einen der zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigenden Plätze. Betrachtet man den Spielverkauf und die Torfolge, dann muss die Tendenz eindeutig zum Punktverlust gehen, denn wieder einmal büßten die Haie einen Zwei-Tore-Vorsprung gegen einen direkten Konkurrenten ein und versäumten es den Rückstand auf die zur Zeit auf den Plätzen 9 und 1 rangierenden Teams deutlich zu verkürzen.
Beide Mannschaften traten personell erheblich geschwächt an. Bei den Haien fehlten die Kanadier Mike Johnson und Todd Warriner sowie U20-Nationalspielr Jerome Flaake. Erstmals liefen die beiden DNL-Spieler Marcel Ohmann und Norman Hauner in der LanXess-Arena auf, ohne allerdings zum Einsatz zu kommen. Die Gäste mussten auf Jakub Ficenec, Doug Ast, Michael Bakos, Matt Higgins, Jean-Francois Boucher und Stephan Daschner verzichten. Im Laufe des Spiels schieden dann auch noch die Nationalspieler Marcel Müller (Haie) und Yannick Seidenberg verletzte aus.
Den besseren Start hatten die Gastgeber, die Jimmy Waite von Beginn an unter Druck setzten. Auf dem Notizzettel stehen für die Phase 5. – 8. Minute gute Chancen für Dave McLlwain, Christoph Ullmann, Marcel Müller und Bryan Adams. Die längst verdiente Führung fiel aber erst, als Ingolstadts Yves Sarault die erste Strafzeit des Spiels verbüßte, und Mirko Lüdemann nach toller Vorarbeit von Kamil Piros und Daniel Rudslätt frei zum Schuss kam. Weitere Torchancen vereitelte Jimmy Waite, auf der anderen Seite war aber auch Frank Doyle bei gefährlichen Kontern von Yannick Seidenberg und Michael Waginger auf der Hut.
Im zweiten Drittel änderte sich am Spielgeschehen wenig, nach wie vor dominierten die Haie, ohne aus ihrer Überlegenheit Kapital zu schlagen. In den Mittelpunkt des Geschehens schob sich mehr und mehr Schiedsrichter Richard Schütz, der selbst bei klarsten Fouls nicht abpfiff und sich vor allem den Zorn der Kölner Fans zuzog. Als er dann aber in 17. Minute doch einmal eine Strafe gegen die Panther aussprach, erarbeiteten sich die Haie keine einzige Torchance im Powerplay. In den letzten Sekunden des zweiten Drittels fiel eher überraschend noch das 2:0. Kapitän Dave McLlwain konnte sich auf dem rechten Flügel durchsetzen, seinen Pass leitete Christoph Ullmann unhaltbar für Waite ins Ingolstädter Tor weiter.
Lange durften sich die Haie über den Zwei-Tore-Vorsprung nicht freuen – ein schneller Konter der Gäste führte schon nach 68 Sekunden im Schlussdrittel zum 2:1 Anschlusstor durch Bruno St. Jacques. Prompt verkrampften die Haie, nach zwei guten Dritteln versuchten sie frühzeitig, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Mit großem Engagement überstanden sie ihr erstes Unterzahlspiel und kamen danach durch Philipp Gogulla und Danil Rudslätt auch wieder zu eigenen guten Torchancen. Es folgte das, was Gästetrainer Greg Thomson als „merkwürdige Schiedsrichterleistung einstufte – erst pfeift er nichts, dann pfeift er alles.“ Das „alles“ richtete sich jetzt gegen die Haie, die eine Minute lang sogar eine doppelte Unterzahl überstehen mussten, um danach elf Sekunden vor Ablauf der zweiten Strafzeit noch den Ausgleich zu kassieren.
In der Verlängerung „revanchierte“ sich der Schiedsrichter, in dem er den Haien eine Überzahlgelegenheit einräumte, die Daniel Rudslätt im Nachsetzen zum Siegtor nutzte
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Greg Thomson „wusste nicht so recht“, was er zu dem Spiel sagen sollte: „es war phasenweise gut – phasenweise schlecht.“ Und nach dem oben zitierten Satz zur Schiedsrichterleistung sprach er seinem dezimierten Team ein Lob aus für die großartige kämpferische Gegenwehr.
Rupert Meister war zufrieden mit der Moral seiner Mannschaft : „Der Einsatz war tip-top; es fehlten nur die Durchschlagskraft und auch ein bisschen das Scheibenglück.“ Ein Sonderlob sprach er in Richtung Mirko Lüdemann aus.
Tore
1:0 10:02 Kölner Haie - Mirko Lüdemann (Überzahl-Tor) (Daniel Rudslätt, Kamil Piros)
2:0 39:42 Kölner Haie - Christoph Ullmann (Dave McLlwain, Moritz Müller)
2:1 41:09 ERC Ingolstadt - Bruno St Jacques (Michael Waginger, Glen Goodall)
2:2 58:49 ERC Ingolstadt - Tobias Draxinger (Überzahl-Tor) (sechster Feldspieler) (Glen Goodall, Eric Nickulas)
3:2 64:28 Kölner Haie - Daniel Rudslätt (Überzahl-Tor) (Mirko Lüdemann, Stéphane Julien)
Strafzeiten: Kölner Haie 6 ERC ingolstadt 8 Minuten
Schiedsrichter: Richard Schütz
(Hans-Hubert Keßler, Köln)
Foto oben: Daniel Rudslätt, der Kölner Siegtorschütze; © by Jan Brüggemann, Eishockey-Magazin
Weitere Fotos: © by Dirk Unverferth
| Veröffentlicht von: News-Redaktion am 21.12.2008 | | Wertung |
