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Hamburg. (SK/MK)) „Ihr Eishockeyspieler habt`s ja gut. Im Sommer habt ihr immer frei und könnt ins Freibad gehen“! So mag so...
V.l.n.r.: Ernst Meßthaler, Luca, Paul, Mike, Paul und  Boris Capla während des letzten Osterkurses der Capla Hockey Academy - © by capla.eu

V.l.n.r.: Ernst Meßthaler, Luca, Paul, Mike, Paul und Boris Capla während des letzten Osterkurses der Capla Hockey Academy – © by capla.eu

Hamburg. (SK/MK)) „Ihr Eishockeyspieler habt`s ja gut. Im Sommer habt ihr immer frei und könnt ins Freibad gehen“! So mag so mancher Laie denken. Dass dem aber selbst im Nachwuchsbereich nicht unbedingt so ist und neben dem „Trockentraining“ auch im Sommer auf dem Eis trainiert werden kann, zeigt unter anderem seit Jahren die Capla Hockey Academy. Die von Boris Capla geleitete Hockey Academy bietet für Mädchen und Jungen in unterschiedlichen Alters –und Leistungsgruppen  eine hervorragende Ergänzung zur Trainingsarbeit in den Vereinen. Wir trafen Boris Capla zum Interview, um etwas mehr über seine Hockey Academy zu erfahren.

Hallo Herr Capla, im Juli und August bieten Sie wieder Kurse im tschechischen Pelhrimov und in Füssen an. Stehen Sie schon quasi in den „Startlöchern“?

Boris Capla: Ja, aber bis die Kurse beginnen gibt es noch viel zu tun. Die Gruppen müssen noch zusammengesetzt werden, Trainingspläne ausgearbeitet werden, Tagesabläufe erstellt werden, Betreuer und Trainerteams zusammengestellt werden und natürlich sind auch noch freie Plätze aufzufüllen.

 

Wo liegen in der Capla Hockey Academy die Trainingsschwerpunkte?

Boris Capla: Das hängt vom Alter und Entwicklungsstand der jeweiligen Teilnehmer ab. Wir wollen, dass sich die Teilnehmer individuell verbessern.  Die Trainingsschwerpunkte werden dem Niveau der Trainingsgruppen angepasst. Grundsätzlich aber schulen wir Lauftechnik und Stocktechnik, sowie Angriffs- und Abwehreinzeltätigkeit.  Bei Torhütern speziell die technisch – taktischen Fertigkeiten.

 

Gibt es weitere Trainer, die sich an der Hockey Academy beteiligen und ihr Wissen und ihre Erfahrung an die jungen Spieler weitergeben?

Boris Capla: Die Capla Hockey Academy ist vereinsunabhängig, d.h. wir verpflichten Trainer punktuell für die jeweiligen Camps. Jeder Trainer muss eine Trainerausbildung und Erfahrung im Nachwuchsbereich haben, sowie mindestens zwei Sprachen sprechen. Wenn möglich versuchen wir auch bekannte Trainer aus dem internationalen Profibereich für die Kurse zu gewinnen. Trainer wie Morgan Svensson, Miro Hosek, Stefan Mayr, Jamie Bartman oder Zdeno Ciger haben in den letzten Kursen mitgewirkt und die Teilnehmer trainiert.

 

Was unterscheidet die Capla Hockey Academy von anderen Eishockeyschulen?

Boris Capla: Unsere Philosophie ist nicht nur die intensive und leistungsbezogene, vor allem aber auch individuelle Fortbildung junger Eishockeyspieler/innen auf internationalem Niveau, sondern auch die Vermittlung von Prinzipien, Werten und der Freude am Eishockey. In Zusammenarbeit mit Sportwissenschaftlern und dem Institut für Bewegungsmedizin Hamburg haben wir sportdiagnostische Tests entwickelt, um die Teilnehmer noch effektiver entsprechend ihrer Persönlichkeit und ihres Leistungspotentiales zu verbessern. Durch das Mitwirken von Kindern, Jugendlichen und Trainern aus verschiedenen Ländern profitieren die Teilnehmer nicht nur vom anspruchsvollen Training in vielen Teilbereichen. Sie  machen zudem  viele neue kulturelle und sprachliche, sowie soziale Erfahrungen. Wir legen also großen Wert darauf, unsere Teilnehmer nicht nur sportlich zu bereichern.

 

Neben dem Eistraining wird auch Wert auf Ausgleichssport und auf Prinzipien gelegt. Warum sind auch gerade diese Punkte so wichtig für einen Nachwuchsspieler?

Boris Capla:  Eishockey ist eine komplexe Sportart. Gute Eishockeyspieler und Torhüter beherrschen auch andere Sportarten. Ein Eishockeyspieler sollte, vor allem in jungen Jahren, verschiedene Sportarten ausüben.  Prinzipien und Werte sind in der heutigen, schnelllebigen Zeit für die Entwicklung von jungen Sportlern sehr wichtig und können auch ein Leitfaden für das Leben sein.  Unsere „Starting Six“ Prinzipien, die wir an unsere Teilnehmer weitergeben sind: Selbstvertrauen (TW) – Disziplin (V) – Willen (V) – Fleiß (AS) – Fairplay (C) – Respekt (AS)

 

Boris Capla betreibt seit Jahren seine Eishockeyschule und verfügt über reichhaltige Erfahrung als Spieler, Trainer und Manager - © by Eishockey-Magazin (DW)

Boris Capla betreibt seit Jahren seine Eishockeyschule und verfügt über reichhaltige Erfahrung als Spieler, Trainer und Manager – © by Eishockey-Magazin (DW)

Interessant ist, dass Sie auch eine mehrsprachige Kursführung und ein Seminar für Eltern anbieten. Aus welchen Nationen nehmen schwerpunktmäßig weitere Jugendliche an den Kursen teil und warum ist gerade die Einbindung der Eltern durch ein Seminar so einzigartig?

Boris Capla:  Wir wollen unseren Teilnehmern die Möglichkeit geben sich mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern zu messen, aber auch um neue Motivation und Eindrücke zu bekommen. Es gibt den Kindern und Jugendlichen zusätzliches Selbstvertrauen und stachelt ihren Ehrgeiz an, wenn sie mit Spielern aus anderen Ländern trainieren.  Unsere Teilnehmer kommen überwiegend aus Deutschland, Tschechien Slowakei, Spanien, Russland und Frankreich. Beim letzten Weihnachtskurs hatten wir auch einen Teilnehmer aus Neuseeland. Trotz der Internationalität oder gerade deswegen soll jeder Teilnehmer auch in seiner Muttersprache angesprochen werden können.  In den Seminaren bekommen die Eltern Tipps und Hinweise, wie sie z. Bsp. die sportliche Entwicklung ihrer Kinder unterstützen können, zum Umgang mit dem Vereinstrainer, zur Motivation der Kinder.

 

Die Capla Hockey Academy gibt es bereits seit 1974. Jozef Capla hatte sie seinerzeit ins Leben gerufen. Wie sehen Sie die Zukunft für deutsche Nachwuchsspieler?

Boris Capla:  Spieler, die ihre Wurzeln in der deutschen Nachwuchsausbildung haben und den Sprung in den Profibereich geschafft haben, sind die „wahren“ Vorbilder für diejenigen Nachwuchsspieler/innen, die ihren Traum verwirklichen wollen einmal in der Nationalmannschaft, der DEL oder im Ausland zu spielen. Diese Spieler sollten mehr in die Nachwuchsarbeit eingebunden und entsprechend positioniert  werden. Leider ist Eishockey in Deutschland kein Volkssport und zudem nur mit großem finanziellen und zeitlichem Aufwand zu betreiben. Insofern sollte es der DEB und die DEL als ihre Aufgabe ansehen jene Voraussetzungen  zu schaffen, dass  Eltern wieder einen Sinn darin sehen ihren Kindern das Eishockeyspielen zu ermöglichen – andererseits sollte es für die Nachwuchsspieler erstrebenswert sein Eishockey als Leistungssport zu betreiben.  In diesem Zusammenhang  sollten sich die Vereine auch auf die Auswirkungen der  Ganztagsschule vorbereiten.

 

Gibt es evtl. auch namhafte Spieler, die in ihrer Nachwuchszeit in der Capla Hockey Academy Teilnehmer waren?

Boris Capla:  Ja, viele Spieler haben unsere Kurse nicht nur einmal besucht wie: Klaus Merk, Thomas Greiss, Stefan Vajs, Tobias Draxinger, Konstantin Braun, Steffen Tölzer um nur einige zu nennen.

 

Viele Eishockeyfreunde kennen Sie noch aus Ihrer aktiven Zeit als Spieler (u.a. Kaufbeuren, Augsburg, Berlin, Krefeld, Kassel) und natürlich auch als Manager in München und Hamburg. Wie intensiv können Sie das Profieishockey verfolgen?

Boris Capla:  Ich verfolge das Geschehen und die Entwicklung des Eishockeys national und international sehr genau und treffe mich regelmäßig mit Sponsoren, Managern , Trainern und Spielern.

 

Reizt Sie das „Tagesgeschäft“ in entscheidender Funktion noch?  Und wenn ja: Eher als Manager oder doch lieber eine Trainertätigkeit?

Boris Capla:  Ja, wenn sich eine interessante Aufgabe ergibt. Als Manager habe ich mehr als 15 Jahre erfolgreich in der DEL gearbeitet, als Trainer war und bin ich überwiegend im Nachwuchsbereich tätig. Eishockey hat immer mein Leben bestimmt. Ich kenne mich im Nachwuchsbereich und Profibereich sehr gut aus, mal sehen was in der Zukunft passiert.

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg und Spaß in den Sommerkursen ihrer Hockey Academy.

Wer Interesse an der Capla Hockey Academy hat, kann sich unter capla.eu informieren. Dort finden Sie alle Infos zu den Kursen.

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