Zürich. Für die Schweizer Nationalmannschaft geht nach den erfolgreichen Olympischen Spielen der Blick direkt in die Zukunft. Am 5. April beginnt bereits die Vorbereitung auf die 2010 IIHF Welt-meisterschaft in Deutschland. Für die wichtige Vorbereitungsphase konnte mit Andy Murray ein ausgewiesener Fachmann verpflichtet werden. Er leitet die WM-Vorbereitung beratend auf und neben dem Eis.
Vom 7. bis 23. Mai 2010 findet in Deutschland die A-Weltmeisterschaft statt. Für die Schweiz hat diese Weltmeisterschaft hinsichtlich der Weltrangliste höchste Priorität. Aufgrund der Tatsache, dass Headcoach Sean Simpson erst kurz vor der Weltmeisterschaft sein Amt übernehmen wird, hat Swiss Ice Hockey eine Übergangslösung gefunden. Andy Murray wird das Team als beratende und führende Leitungsfunktion im Coachingbereich durch die WM-Vorbereitung und die damit verbun-denen neun Vorbereitungsspiele leiten.
Swiss Ice Hockey freut sich, mit Andy Murray einen ausgewiesenen Eishockey-Fachmann engagiert zu haben. Murray bringt als Headcoach Erfahrungen aus der NHL und als Nationaltrainer mit. Inter-national führte er zuletzt 2007 die Kanadische Auswahl zum erneuten Weltmeistertitel. Die Zu-sammenarbeit kam nicht zuletzt auf Wunsch und Anraten von Headcoach Sean Simpson zustande.
Mit dem Eintreffen von Sean Simpson in den Kreis der Nationalmannschaft per Ende April wird Simpson die Nationalmannschaft als Headcoach für die Weltmeisterschaft übernehmen. Andy Mur-ray wir dem Coaching-Staff beratend und an der Bande zur Verfügung stehen.
Sean Simpson zur Wahl von Andy Murray: „Wir wussten immer, dass wir eine starke Persönlichkeit für die Übergangsphasen brauchen. Mit Andy Murray wissen wir einen ausgewiesenen Fachmann an unserer Seite. Mit dieser Lösung werden alle Aufgaben auf allen Seiten mit voller Professionali-tät angegangen. Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit mit Andy zustande gekommen ist."
Foto: © by Swisshockey
Fernab vom olympischen Eishockeyturnier interessiert die Schweizer Presse nur ein Thema: Der Einstand von Christian Weber als Headcoach der Rapperswil Jona Lakers. Dabei gibt es doch spektakulärere Meldungen, als ein Trainerwechsel vom Tabellenvorletzten zum Drittletzten. Weit gefehlt!
Am 18. Januar habe sich das heutige Geburtstagskind (Weber wird 46) "den Stecker selbst rausgezogen", als kurz nach seinem Entscheid, den Vertrag bei den SCL Tigers in Langnau nicht zu verlängern, die Freistellung erfolgte. Auf Druck der Öffentlichkeit gaben sich die Parteien geschlagen, die eine herausragend gute Zusammenarbeit vereinte. Langnau erreichte unter Weber zwar nie die Playoffs, doch den höheren Zuschauerschnitt als in der Meistersaison 1975/1976 im vergangenen Jahr verdanken die Langnauer vor allem dem spektakulären Spielstil der Tigers. Der Coach lässt schnelles, geradliniges, präzises Eishockey spielen wie kein anderer im der NLA.
Christian Weber, der 24-Stunden-am-Tag-Trainer, der einst im Zürcher Vorstädtchen Dübendorf seine Laufbahn begann, es zu 102 Einsätzen im Nati-Dress brachte, 2001 beim "Farmteam" der ZSC Lions in Küsnacht anheuerte und später Chefcoach der Zürcher war, ist ein Eishockeyverrückter. So sehr sein aufopferungsvoller Einsatz in Langnau geschätzt wurde, so gross war die Enttäuschung, als er mitten in der Saison offen bekannt gab, im Sommer zum Konkurrenten nach Rapperswil zu wechseln. Einstige Unterstützer verdächtigten ihn, zwei Gänge zurückzuschalten. Die sportliche Talfahrt sei Resultat seines "Verrats".
Beim neuen Arbeitgeber setzte unterdessen eine Aufbruchstimmung ein. Mit Weber's Engagement wuchs die Hoffnung, dass der schon für die ablaufende Saison geplante Exploit dann halt in der nächsten Saison erfolgt. Die Lakers hatten im Sommer 2009 mit dem einstigen Topscorer des HC Davos Michel Riesen, dem Olympioniken und Ex-Luganesi Thierry Paterlini, dem Österreicher Thomas Pöck von den New York Islanders und dem Schweizer Topgoalie Daniel Manzato personell aufgerüstet. Doch der finnische Trainer Raimo Summanen hielt, was seine Vorgeschichte versprach: Er verkrachte sich mit der Mannschaft und zwang sie mental in die Knie. Nach seinem Rauswurf übernahm der "Pensionär" John Slettvoll, doch seine psychologischen Streicheleinheiten und Defensivtaktik hievten die Lakers auch nicht "über den Strich", der Playoff- und -outteilnehmer trennt.
Der Schwede Slettvoll gab nach dem 1:7 in Kloten vor der Olympiapause auf. Und so übernimmt Weber noch vor dem Sommer, allerdings einzigartig - denn sollten sich in den letzten zwei (!) Qualifikationsrunden im Tabellenbild nichts ändern, dann treffen seine Ex-Tigers in den Playouts auf die Bald-und-jetzt-schon-Lakers. Und hier darf Weber, so ist's vereinbart, nicht an der Bande stehen. Vor allem die Presse hofft auf dieses Szenario.
Auf dem Eis und in der Kabine vermittelt der neue Coach die Taktik, mit denen er diese Saison sauber beenden soll. So manchem Spieler blieb im ersten Training die Luft weg, nicht nur wegen der Ankündigung, in den nächsten zwei Wochen zuweilen gar vier Einheiten am Tag zu absolvieren. Wer laufintensiv spielen will, muss fit sein. Wer das schnelle und "Pass-Pistolen-Hockey" a la Weber nicht spielen mag, wird den Club wohl verlassen und Platz machen für die Jungs, die für spektakuläres Hockey parat sind. Es kursieren heisse Gerüchte, dass Biels "bester Schweizer" Marco Truttmann nach Rapperswil wechseln wird. Und nicht wenige hoffen, dass der in Düsseldorf beliebte Center Brandon Reid an den Zürcher Obersee zurückkehrt. Da würde man vielleicht sogar den Weggang des egozentrischen Christan Berglund zu Färjestad Karlstad verschmerzen können. (OI)
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