Salzburg. Erstmals in fünf Jahren standen die Red Bulls im Finale ihres Einladungsturniers, der erste Sieg war zum greifen nahe. Doch auch Sparta Prag wollte den Vorjahressieg gern wiederholen, und die Tschechen legten einen optimalen Start hin. Nach nicht einmal zwei Minuten musste Salzburgs Try-Out-Goalie schon hinter sich greifen, auch davor agierten die Red Bulls unsicher. Erst ab der sechsten Minute, als sie wieder vollz ählig auf dem eis waren, zogen sie ihr gewohnt schnelles Spiel auf. Aber die Tschechen standen zunächst sicher in der Verteidigung, und sie verstanden sich auch auf schnelle offensive Gegenstöße. So entstand ein extrem schnelles Spiel, wobei die Salzburger die unbedingt zwingende Möglichkeit noch nicht hatten.
Im zweiten Durchgang waren die Salzburger von Beginn an voll da und drückten auf den Ausgleich. In der 26. Minute fehlten nur wenige Zentimeter am Tor, zwei Minuten später war dann Jonathan Filewich zur Stelle und netzte zum 1:1 ein. Die Tschechen aber spielten ruhig weiter, nutzten die Routine und Abgeklärtheit u.a. mehrerer Hundert NHL-Spiele einiger Stars im Prager Team und störten immer clever wieder die Kreise der Red Bulls. In der 32. Minute stellte Routinier Martin Rucinsky wieder den alten Vorsprung her, die Red Bulls waren somit zur zweiten Pause wieder im Zugzwang.
Und die Red Bulls liefen Sturm im Schlussdrittel, fanden aber gegen den achtfachen tschechischen Meister einfach nicht den Weg ins Tor. Hohes Tempo und spannende Spielszenen auf beiden Seiten begeisterten ein ums andere Mal die gut 2300 Zuschauer, die kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit schon befürchten mussten, dass Sparta die Trophäe wieder mit nach Prag nimmt. Doch eineinhalb Minuten vor Schluss wurden die ständigen Offensivbemühungen belohnt mit dem Ausgleichstor der Red Bulls durch Kelsey Wilson. Und dann ließen sich die Hausherren von der tollen Stimmung noch einmal mitreißen und fixierten im Penalty-Schießen mit dem insgesamt zehnten Versuch den Turniersieg! Ryan Duncan versenkte seinen zweiten Penalty im Shootout, und zum ersten Mal in fünf Jahren bleibt die Trophäe bei den Red Bulls. Auch Matthias Trattnig traf zuvor beim Penalty-Schießen und freute sich mit der Mannschaft: Wir sind langsam ins Spiel gestartet, haben dann aber Charakter bewiesen und uns zurück gekämpft. Natürlich gehört auch Glück dazu, Sparta ist eine internationale Top-Mannschaft, sie haben uns das Leben bis zur letzten Sekunde schwer gemacht. Aber jetzt haben wir endlich auch einmal unser eigenes Turnier gewonnen, und nun wollen wir diese Performance auch in der heimischen Meisterschaft fortsetzen. Damit geht ein tolles fünftes Red Bulls Salute zu Ende, das mit sehenswerten Spielen auf internationalem Top-Niveau Publikum und Fachwelt begeisterte. Für die Red Bulls geht es nächste Woche mit drei weiteren Freundschaftsspielen in der Schweiz weiter, bevor am 10. September 2009 die Erste Bank Eishockey Liga loslegt.
RED BULLS SALUTE 2009
HC Sparta Prag EC Red Bull Salzburg 2:3 (1:0, 1:1, 1:0) n.P.
Tore: Langhammer (2.), Rucinsky (32.) resp. Filewich (28.), Wilson (59.), Duncan (60./PS)
Salzburg. Noch ein letztes Mal durften die Zuschauer in der Salzburger Eisarena die Teams von ZSKA Moskau und Espoo Blues bestaunen, und sie bekamen wieder Eishockeykost vom feinsten vorgesetzt. Der russische Rekordmeister startete standesgemäß in die Partie und übernahm in der dritten Minute die Führung. Die junge finnische Mannschaft fand lange nicht ins Spiel und konnte sich anfangs nur selten aus dem eigenen Drittel befreien. So kam es nicht überraschend, dass Moskau in der 13. nach einem schön heraus gespielten Powerplaytor den Vorsprung weiter ausbaute. Drei Minuten vor Drittelende gelang den Finnen aber nach einer schönen Einzelaktion von Cami Miettinen noch der wichtige der Anschlusstreffer.
Und der sollte die Finnen noch einmal extra motivieren. Denn die setzten jetzt nach, erhöhten das Tempo und wurden am Ende des von vielen sehenswerten Spielzügen geprägten Mitteldrittels, auch begünstigt durch viele Strafen der Russen, die ab der 30. Minute fast nur noch in Unterzahl spielten, belohnt. Mit einem Doppelschlag in der 39. Minute drehte Espoo die Partie und führte plötzlich mit 3:2. Dazu mussten die Russen ab der 36. Minute ohne den Verteidiger Denis Kulyash, der wegen Checks zur Bande mit Spieldauerstrafe in die Kabine geschickt wurde, auskommen.
Im Schlussdrittel hatten die Finnen einen optimalen Start, nur 71 Sekunden nach Wiederbeginn erhöhte Lajunen im Powerplay auf die 4:2-Führung. Moskau schlug darauf hin eine etwas härtere Gangart ein, wovon sich die Finnen aber nicht beeindrucken ließen. Gegen Spielende hin geriet Espoo aber durch eigene Strafen wieder vermehrt unter Druck, und in der 58. Minute gelang Moskau tatsächlich noch der Anschlusstreffer. In den letzten eineinhalb Minuten setzte ZSKA-Coach Sergei Nemchinov alles auf eine Karte und nahm den Goalie vom Eis, doch die Russen brachten die Scheibe im Angriffsdrittel nicht unter Kontrolle und mussten letztlich noch den Empty Net Treffer in Kauf nehmen.
Damit gewann auch die junge Mannschaft von Espoo Blues wie schon in den letzten Begegnungen mit einer couragierten Leistung gegen den ZSKA Moskau und nimmt im finalen Turnierranking den dritten Platz vor dem doch etwas überraschend nur viertplatzierten 32-fachen russischen Meister ein.
RED BULLS SALUTE 2009
Espoo Blues ZSKA Moskau 5:3 (1:2, 2:0, 2:1)
Tore: Miettinen (17.), Öhmann (39./PP), Laakso (39./PP2), Lajunen (52./PP), Stahlhammar (60./EN) resp. Hartigan (3./PP), Nikulin (13.), Parshin (58./PP)
Salzburg. Trotz des schönen Sommertages fanden sich beim Red Bulls Salute in der Salzburger Eisarena schon zum ersten Spiel des Finaltages einige Hundert Zuschauer ein. V.a. die Fanclubs der Adler Mannheim und des ZSC Lions, die um den fünften Platz spielten, sorgten für ausgelassene Stimmung und heizten ihren Teams ein. Die ließen sich nicht lange bitten und wollten sich noch einmal mit einer starken Performance vom Turnier verabschieden. Das gelang anfangs den Deutschen besser, nach 13 Minuten stand es bereits 2:0 für die Adler. Zürich hatte mehr Mühe, ins Spiel zu finden, und so erhöhten die Adler im zweiten Spielabschnitt zwischenzeitlich schon auf 4:0, bevor die Lions noch im gleichen Drittel zum ersten Mal trafen.
Auch im letzten Durchgang fuhren beide Teams noch ein hohes Tempo, wenn gleich die Luft jetzt etwas heraus war. Zu hoch war der Vorsprung der Deutschen, und die verteidigten diesen auch clever, wenn gleich die Lions in Minute 49 noch den zweiten Treffer fixierten. Am Ende hatte Mannheim noch die Chance auf ein Empty Net Goal, doch es blieb beim 4:2-Sieg der Deutschen über den letztjährigen Champions League Sieger. Die Adler Mannheim mit dem Ex-Salzburger Verteidiger Mario Scalzo belegen damit beim Red Bulls Salute 2009 den fünften Platz. Die ZSC Lions im Vorjahr noch im Finale nur ganz knapp gegen Sparta Prag verloren müssen heuer mit dem letzten Platz vorlieb nehmen.
RED BULLS SALUTE 2009
Adler Mannheim ZSC Lions 4:2 (2:0, 2:1, 0:1)
Tore: Mauer (3.), Hedlund (13./PP), Trepanier (23./PP), Martinec (24.) resp. Alston (33./PP), Monnet (49./PP)
In der Salzburger Eisarena geht es um 16 Uhr mit dem Spiel um den dritten Platz weiter, dort treffen die Teams von Espoo Blues und ZSKA Moskau aufeinander.
Spiele & Ergebnisse des Finaltages (Sonntag, 30.08.2008):
Um Platz 5 Adler Mannheim - ZSC Lions 4:2 (2:0, 2:1, 0:1)
Um Platz 3 Espoo Blues - ZSKA Moskau 16:00 Uhr
FINALE HC Sparta Prag - EC Red Bull Salzburg 19:30 Uhr
Foto: Chris Schmidt gegen den Züricher Geering. - © by GEPA
Salzburg. Hochspannung in der Salzburger Eisarena! Nach dem tollen ersten Tagesmatch zwischen Sparta Prag und Espoo Blues wartete alles auf die Begegnung der Hausherren (ohne den erkrankten Manuel Latusa) mit dem russischen Rekordmeister ZSKA Moskau, und der Beginn war gleich vielversprechend. Steve Regier zog in der vierten Minute durch und löste in der Eisarena mit seinem frühen Powerplay-Treffer einen ersten Aufschrei der etwa 2000 Zuschauer aus. Kurz danach ließen Mike Siklenka und Maxim Goncharov die Fäuste fliegen, beide durften dafür längere Zeit auf der Strafbank Platz nehmen. Aber die Red Bulls machten weiter ihr Spiel, wirbelten geradezu durch die Moskauer Reihen und erhöhten in der 12. Minute nach Tor von Johnathan Filewich auf 2:0. Der ZSKA wirkte etwas ratlos, fand zeitweise gegen die früh angreifenden Salzburger keine Mittel. Drei Minuten machte Steve Regier seinen zweiten Doppelpack perfekt, das Tor fiel aus einem Gestocher vor dem Tor und wurde erst nach Videobeweis gegeben. Am Ende machten die Red Bulls auch in 3:5-Unterzahl eine gute Figur und nahmen die Führung mit in die Kabine.
Nach der Pause gingen die Russen merklich aggressiver zu Werke und trafen nach knapp zwei Minuten im Powerplay zum ersten Mal. Die Red Bulls hatten danach nicht mehr ganz so viel Raum wie im ersten Abschnitt, und Moskau stand jetzt auch öfter gefährlich vor dem Salzburger Tor. Einige Male rettete Salzburgs Try-Out-Goalie David LeNeveu mit tollen Paraden und hielt seiner Mannschaft damit den Rücken frei. Zündstoff gab es auf dem Eis nach wie vor zur Genüge, so wurde Daniel Welser etwa nach der Hälfte des Spiels nach einer Rauferei in die Dusche geschickt. Insgesamt verlief das Drittel jetzt recht ausgeglichen die Red Bulls hatten auch einige gute Möglichkeiten in Überzahl , der ZSKA aber wurde stärker.
Diese Stärke zeigten sie auch im Schlussdrittel, in dem sie immer sicherer und kampfeslustiger wurden. In der 53. Minute erzielte Moskau dann tatsächlich den Anschlusstreffer, der zu diesem Zeitpunkt auch verdient war. Aber die Red Bulls waren auf der Hut, wollten sich diesen Erfolg nicht mehr nehmen lassen und konnten drei Minuten später bei 5:3-Powerplay noch einmal scoren, Jonathan Filewich erzielte seinen zweiten Treffer in diesem Spiel. Damit war die Sache im Prinzip besiegelt, und da am Ende immer noch viel Energie in der Luft lag, entlud sich diese 13 Sekunden vor der Schlusssirene noch einmal bei einer Rauferei. Am unglaublichen 4:2-Sieg der Red Bulls gegen ZSKA Moskau änderte dies freilich nichts mehr, und so feierten die Salzburger den ersten Sieg überhaupt gegen eine russische Mannschaft dieses Formats. Kapitän Thomas Koch: Das ist ein Traum. Jeder träumt irgendwie davon, einmal eine dieser berühmten russischen Mannschaften zu schlagen. Trotzdem müssen wir uns jetzt erst einmal voll auf das morgige Finalspiel konzentrieren, die Chance auf den Sieg beim eigenen Turnier kommt auch nicht jeden Tag. Und dort wartet Sparta Prag.
RED BULLS SALUTE 2009
EC Red Bull Salzburg ZSKA Moskau 4:2 (3:0, 0:1, 1:1)
Tore: Regier (4./PP, 15.), Filewich (12., 55./PP2) resp. Rylov (22./PP), Dimitrakos (53./PP)
Salzburg. Erster Angriff, erstes Tor! Besser konnten die Tschechen nicht in die Begegnung mit Espoo Blues starten. Dieses frühe Tor sollte aber nicht das letzte gewesen sein im ersten Abschnitt. Die Finnen glichen wenig später aus, und dann ging es in einem Spiel mit hohem Tempo und schönen Kombinationen auf beiden Seiten Schlag auf Schlag. In der 17. Minute egalisierten die Tschechen die zwischenzeitliche 3:2-Führung von Espoo Blues, und so ging es auch dem Spielverlauf entsprechend ausgeglichen in die erste Pause.
Im zweiten Drittel legten die Finnen noch an Tempo zu und erzeugten jetzt viel Druck aufs gegnerische Tor. Die Tschechen hatten ein paar Mal Glück bzw. einen starken Rückhalt und überstanden so die Drangphase der Blues, um in der 34. Minute bei einem Konterangriff neuerlich die Führung zu übernehmen. Beide Teams fighteten um jeden Zentimeter Eis und begeisterten zunehmend die Zuschauer mit einem rassigen Spiel. Bei der zweiten Pausensirene stand es 4:3 für Sparta Prag, noch war alles offen. Das Schlussdrittel hätte spannender nicht sein können. Beide Teams zeigten weiterhin eine unglaublich starke Performance, wobei die jungen Finnen auf den Ausgleich drückten und den schließlich in der 50. Minute auch fixieren konnten. Danach hatte Sparta die besseren Momente, Espoo stand oft in Verteidigungsposition. Aber es blieb beim 4:4 nach regulärer Spielzeit, und im Penalty-Schießen hatten dann die Tschechen den längeren Atem. Der Titelverteidiger setzte sich in der Entscheidung mit 3:2 Toren durch und hat nun die Chance, morgen im Finale den Vorjahreserfolg zu wiederholen.
RED BULLS SALUTE 2009
HC Sparta Prag Espoo Blues 5:4 (3:3, 1:0, 0:1) n.P.
Tore: Kratena (1., 12./PP), Cernocek (17., 34.), Bros (65./PS) resp. Heiskanen (5./PP), Laakso (16./PP2), Lajunen (17.), Lammassaari (50.)
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