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Dienstag, 2. Februar 2010
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Dienstag, 8. Dezember 2009

Ja ist denn heute schon Weihnachten? So oder ähnlich wird so mancher Roostersfan bei der Nachricht über die Vertragsverlängerung mit Torjäger Michael Wolf und Kapitän Robert Hock denken.

Nein, es ist nicht Weihnachten. Diese Vertragsverlängerungen sind Realität. Es ist ein deutliches Zeichen für die positive Entwicklung der Iserlohn Roosters in wirtschaftlicher, aber auch sportlicher Hinsicht. Die Verantwortlichen haben mit ihrer seriösen kaufmännischen Art und mit viel Weitblick für das entsprechende Umfeld gesorgt. Das Gesamtpaket stimmt, wie Michael Wolf so schön sagte. Iserlohn hat mittlerweile für viele andere Klubs eine Vorbildfunktion. Finanziell stabil, sportlich mitten in der Weiterentwicklung, begeisterungsfähige Zuschauer und mittlerweile ein Schmuckkästchen als Spielstätte. Wer hätte das vor 10 Jahren dem DEL-Quereinsteiger zugetraut!

Natürlich werden die Roosters bei beiden Stürmern auch ohne Nennung von Summen an ihre finanzielle Schmerzgrenze gegangen sein. Aber eben nur bis an und nicht über die Schmerzgrenze. Auch deshalb sind beide Personalien noch höher einzustufen, als seinerzeit in den 80’er Jahren eine Verpflichtung von Stanley-Cup Gewinner Jaroslav Pouzar oder die Verpflichtung eines Mike York während des letzten Lockout.

Gerade bei Michael Wolf ist mit dieser Vertragsverlängerung fast die gesamte Konkurrenz abgeblitzt. Seine Verlängerung ist  noch sensationeller, als die von Hock. Beide stehen natürlich in einem engen Zusammenhang. Wolf hätte sicherlich auch in einem Topklub Eiszeiten gehabt und hätte dort leichter Titel sammeln können. Letzteres wird ihm in Iserlohn vermutlich kaum gelingen. Umso mehr Respekt gebührt ihm, dem derzeit besten deutschen Stürmer, für seine Entscheidung.

Interessant wird jetzt zu beobachten sein, wie sich andere deutsche Topspieler in den kommenden Wochen entscheiden werden. Treffen beispielsweise ein Alex Barta in Hamburg oder ein Manuel Klinge in Kassel eine ähnliche Entscheidung? Die Schlagzahl bei der Jagd nach ihren Vertragsunterschriften dürfte seit heute noch einmal erhöht werden.

(MiK)

 
Samstag, 30. Mai 2009

Hannover. Offiziell wurde es am gestrigen Freitag. Die Gespräche zwischen Günter Papenburg und den politischen Gremien vom Bundesland Niedersachsen und der Region Hannover zum Thema fällige Genussscheine aus dem Jahr 2006 sind offensichtlich ohne positives Ergebnis verlaufen und der DEL Standort Hannover scheint in Gefahr. Eishockey Magazin hat die Hintergründe recherchiert:

 

So ganz verstehen kann man diese plötzliche Information nicht. Ein Blick in die Bilanz der Arena zeigt, dass die ausgegebenen Genussscheine nur einen kleineren Teil der Finanzierung dieses Projektes Arena GmbH darstellt. Es gibt für die Arena auch eine sogenannte Patronatserklärung der Günter Papenburg AG. Durch diese übernimmt dieses Unternehmen der Papenburg Gruppe alle Verluste der Arena GmbH und stellt jederzeit ausreichende Liquidität für die Arena GmbH zur Verfügung. Die Arena GmbH widerum gleicht die Verluste der Scorpions GmbH aus. Klar ist damit: die Scorpions sind das letzte Glied in der Kette und leiden jetzt gerade unter einem seit dem Jahr 2006 schwelenden Rechtsstreit, der Ende letzten Jahres zu Ungunsten der Arena GmbH vor dem Landgericht Hannover endete. Der Kommunalverband Hannover hatte zum 31. Dezember 2006 Genussscheine über rund 2,5 Millionen € gekündigt und deren Rückzahlung verlangt.  Günter Papenburg, nach allgemeiner Einschätzung und Kenntnis ein Geschäftsmann alter Schule, hat sich wohl auf Zusagen verlassen, die abseits aller Verträge gegeben wurde und an die sich jetzt in Zeiten schlechter öffentlicher Haushaltskassen niemand mehr so wirklich erinnern mag.

 

Ein Blick in die Bilanz der Arena GmbH für das Jahr 2006 veröffentlicht am 24. November 2008  (2007 und 2008 sind noch nicht im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlich) zeigt noch ein paar andere Punkte, die Sorgen um den Standort Hannover machen: Die Scorpions haben in der Saison 2006/2007 gut 2,5 Million € Verlust gemacht, in den beiden Jahren davor waren es zusammen knapp 130.000 €. Wie dies in den  beiden letzten Spielzeiten war kann man nur erraten. Günter Papenburg kann sich Verluste in dieser Höhe sicher nicht ein Leben lang leisten. Die Arena hat ein negatives Eigenkapital von mehr als 13 Millionen € und es lasten knapp 50 Millionen Verbindlichkeiten auf der Arena GmbH. Sicher, davon gut 33 Millionen stellt die Papenburg AG zur Verfügung - besser macht es die Zahlen aber nicht. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass bis zum 30. Juni 2009 der Verkauf der Arena eine Teilrückzahlung eines Baukostenzuschusses vorsieht. Im letzten Monat der Laufzeit fällt das nicht ins Gewicht, macht aber deutlich, warum nicht schon eher das Thema Verkauf der Arena im Raum steht.

 

Die Zukunft des in der letzten Saison so erfolgreichen Clubs hängt somit an Verlusten der Arena in der die Spiele ausgetragen werden. Sind aber die Scorpions für diesen Punkt verantwortlich? Das kann man wohl getrost verneinen. Der Club spielt in einer Saison circa 30 Spiele in der Arena - damit bleiben genug Tage an denen andere Veranstaltungen stattfinden können. Die Abhängigkeit vom Eigentümer ist so übermächtig, dass sportlicher Erfolg eines Clubs wirtschaftlichem Misserfolg der Arena geopfert wird. Die Arena war Teil der EXPO 2000, wir erinnern uns: ein wirtschaftlicher Misserfolg sondergleichen, der mit einem Verlust von 2,4 Milliarden € endete und deren Nachbeben wir jetzt zu spüren bekommen. Die in der Region immer so heiß diskutierte Nachnutzung des gesamten Areals der EXPO 2000 ist nach wie vor schwierig und die Auslastung der Arena mit Konzerten und Veranstaltungen ist unbefriedigend.

 

Schade wäre, wenn diese langfristige Entwicklung jetzt am Standort Hannover die Lichter ausgehen lässt. Schade aber auch, dass das Management der Scorpions GmbH bis auf den letzten Drücker gewartet hat, die ohnehin offenen Fragen auch klar zu kommunizieren. Es scheint man habe versucht Druck auf Land und Region aufzubauen und es sieht so aus, als ob man das nicht geschafft hat. Damit ist aber den Fans auch die Chance genommen gewesen sicht an Aktionen zu Gunsten des Vereins zu beteiligen und durch einen regen Dauerkartenvorverkauf eine Planungsgrundlage für die kommende Saison zu schaffen. Von außen betrachtet macht das nicht den professionellsten Eindruck - bleibt für den Standort zu hoffen, dass am Dienstag der Lizenzantrag noch gestellt wird und es ab September Eishockey in der DEL in Hannover geben wird.

 

(Torsten König)

 

 
Montag, 9. Februar 2009
 
Freitag, 6. Februar 2009

Iserlohn. Die Iserlohn Roosters haben zum zweiten Mal in Ihrer Klubgeschichte ihren Cheftrainer beurlaubt. In einer äußerst knappen Pressemitteilung verbreitete der Klub am Donnerstag die Beurlaubung von Headcoach Steve Stirling.

 

Ich zähle mich nicht zu der Fraktion, die besonders oft vorschnell den Kopf des Trainers fordert, aber dieser Schritt war für mich überfällig.

Schon im Dezember hätte ich mir die Trennung vom Kanadier vorstellen können.

In der Tabelle ging es seit der Deutschland-Cup Pause stetig bis auf den elften Platz bergab. Das Saisonziel, das Erreichen der Pre-Play-offs, ist in allerhöchster Gefahr.

Die Mannschaft ging schon länger nicht mehr bedingungslos für ihren Trainer durchs Feuer. Stirling trifft sicherlich eine Menge Schuld am Absacken in der Tabelle. Ihm alles in die Schuhe zu schieben wäre aber auch falsch.

Bitter und ärgerlich sind aktuell weniger die drei Punkte Rückstand auf Platz zehn, als die Art und Weise, wie die Spiele zuletzt verloren gingen. Das sogenannte „Roosters-Hockey“, bestehend aus bedingungslosen Kampf und Leidenschaft, wurde in den letzten Wochen kaum noch aufs Eis gebracht. Dieser Vorwurf muss auch klar an das Team gerichtet werden.

Auswärts agierten die Roosters zuletzt völlig destruktiv und auch daheim wurde spätestens nach dem Frankfurt-Heimspiel (2:4) jedem klar, dass der Zug in die falsche Richtung fährt.

Ex NHL-Coach Stirling hat sich im Laufe der Saison seiner Möglichkeiten auch ein wenig selbst beraubt. Als die Verletztenliste noch überschaubar war, setzte er seine Leistungsträger deutlich über Gebühr ein. Etablierte DEL-Spieler, wie Dück oder Danielsmeier, wurden dazu wochenlang gar nicht berücksichtigt. Stirling verheizte in dieser Saisonphase die Kraftreserven seiner Topspieler.

Es kann kein Zufall sein, dass die Roosters deutlich mehr Spiele in der Overtime verloren, als gewonnen haben.

Die vielen Ausfälle hatten unbestritten auch ihren Anteil an der Talfahrt. Es nur daran festzumachen, wäre allerdings völlig falsch.

 

Mit Uli Liebsch übernimmt nun der Co-Trainer das Kommando hinter der Bande. Er wird keine Wunderdinge mehr vollbringen können. Allerdings: Liebsch weiß, wie er die Jungs bei der Ehre packt und sie wieder zu einer Einheit zusammenschweißen kann. Ich bin sicher: Wir bekommen in den letzten Spielen wieder unser „Roosters-Hockey“ zu sehen.

Ob es noch zu einem Happy End reicht bleibt abzuwarten. Wenn es nicht reichen sollte, dann wurde das Saisonziel schon vor der Olympia-Quali-Pause verspielt.

Den Spielern sind nun die Alibis genommen und wir dürfen bitteschön wieder ein Team mit wesentlich mehr Leidenschaft erwarten. Noch ist schließlich nicht alles verloren.

 

Die Frage, wer in der kommenden Saison Cheftrainer der Roosters ist, wird uns wohl noch einige Wochen oder gar Monate beschäftigen. Ob die sicherlich nicht ganz preiswerte Trennung von Stirling, der einen Vertrag bis 2010 besitzt, Auswirkungen auf die Neubesetzung hat?

 

(Michael Krähling)

 

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