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Edmonton. (LM) Für die Veteranen unter den NHL-Spieler ist das zehnte Saisonspiel ein Spiel wie jedes andere. Bei insgesamt 82 Vorrundenpartien gibt es kaum...
Leon Draisaitl im DEB-Trikot - © by Eishockey-Magazin (GK)

Leon Draisaitl im DEB-Trikot – © by Eishockey-Magazin (GK)

Edmonton. (LM) Für die Veteranen unter den NHL-Spieler ist das zehnte Saisonspiel ein Spiel wie jedes andere. Bei insgesamt 82 Vorrundenpartien gibt es kaum Partien, die einen Meilenstein darstellen. Das erste Saisonspiel, das All Star-Game, das letzte Saisonspiel, und vielleicht die eine oder andere Partie an Feiertagen oder beim Erzrivalen.

In der Karriere der Neulinge in der Nordamerikanischen Hockeyliga, den sogenannten Rookies, hat das zehnte Saisonspiel dagegen eine ganz besondere Bedeutung. Absolviert ein Spieler in seiner ersten Saison mehr als neun Spiele, dann greift eine spezielle Regelung für junge Spieler. Der Eingangsvertrag (Entry-Level-Contract) den jeder neue Profi unter 25 Jahren bei seinem Verein unterschreiben muss, wird erst mit Spiel zehn gültig. Danach kann der Spieler nicht mehr ohne Folgen in die Nachwuchsligen zurück geschickt werden. Die ersten neun Spiele sind die Probezeit, danach sind die Spieler auf dem Papier vollwertige NHL Profis.

Kein Wunder also, dass der 29. Oktober 2014 in der Karriere von Leon Draisaitl immer einen besonderen Platz haben wird. Zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag absolvierte er in der Begegnung gegen die Nashville Predators eben jenes zehnte Spiel. Damit hatte sich Draisaitl im NHL-Team der Edmonton Oilers festgespielt.

Ein Grund zur Freude, oder?

Auf den ersten Blick scheint diese Entwicklung für Draisaitl von Vorteil. Der Center kann gleich von den älteren und erfahrenen Profis lernen. Wer sich als junger Spieler direkt im ersten Jahr durchsetzt, der hat eine große Zukunft vor sich. Um sich zu akklimatisieren muss Draisaitl aber spielen und aus Fehlern lernen. Doch in den letzten Partien kam der Deutsche immer weniger zum Einsatz. Im Oktober waren es noch fast 13 ½ Minuten pro Spiel für die Oilers. Für die bisherigen Spiele im November ist die durchschnittliche Eiszeit des Deutschen aber mittlerweile auf unter zehn Minuten gesunken.

Leon Draisaitl - © by Media

Leon Draisaitl – © by Media

Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass die Oilers im November mehr Auswärtsspiele hatten. Auf fremden Eis kann eine Mannschaft nicht den letzten Wechsel durchführen. Deshalb kann Draisaitl von seinem Trainer Dallas Eakins nicht gegen schwächere Reihen aufgestellt werden.

Doch auch die Leistungen von Draisaitl auf dem Eis sind ein Faktor für die reduzierte Spielzeit. Der gebürtige Kölner zeigte immer mehr durchwachsene Leistungen. Beim 2:3 am vergangenen Dienstag, diesmal in Nashville, verlor er beispielsweise alle fünf Bullies zu denen er antrat. Die 7:25 Minuten Spielzeit waren der bisher niedrigste Wert für Leon. Schlechte Leistungen bedeuten weniger Spielzeit – weniger Spielzeit bedeutet weniger Entwicklung. Ein Teufelskreis aus dem sich Draisaitl kaum selber befreien kann.

Dilemma für Edmonton

Ein Transfer zu einem Farmteam der Oilers wäre ein logischer Schritt. Draisaitl könnte mehr spielen und sich wieder Selbstvertrauen holen. In der nächsten Saison wäre der junge Center dann gereift und bereit für die NHL.

Jetzt könnte sich das zehnte Spiel des Deutschen noch als Fehler erweisen. Mit dem zehnten Einsatz wurde automatisch ein komplettes Jahr des Vertrags von Draisaitl gültig. Damit ist die Entscheidung für Edmonton nicht mehr so einfach, wie noch zu Beginn der Saison. Schicken die Oilers Draisaitl in eine untere Liga, dann wäre das sportlich vermutlich die bessere Entscheidung. Wirtschaftlich bedeutet es aber auch, dass Edmonton nach dieser Saison nur noch zwei Jahre Vertrag mit Leon Draisaitl hat. Danach könnte der Kölner einen neuen, höherdotierten Vertrag abschließen, oder sogar den Verein verlassen. Warum also einen Spieler nach NHL-Tarif bezahlen, aber in einer Nachwuchsliga spielen lassen?

Die Oilers müssen sich im Fall Draisaitl entscheiden. Entweder wieder mehr Spielzeit und möglicherweise mehr Fehler in der NHL, oder in den sauren Apfel beißen und Leon Draisaitl trotz Vertrags wieder ins eigene Farmteam schicken. Hoffentlich endscheidet sich Edmonton bald.
(Lars Mahrendorf)

Redaktion

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