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Wenn ein NHL-Spieler bereits vor dem Beginn seiner Karriere in seinem Heimatland auf einer Briefmarke verewigt wird, dann sind die Erwartungen entsprechend hoch. Oftmals...

NHL Hall of FameWenn ein NHL-Spieler bereits vor dem Beginn seiner Karriere in seinem Heimatland auf einer Briefmarke verewigt wird, dann sind die Erwartungen entsprechend hoch. Oftmals verläuft die Karriere eines Nachwuchsspielers bei den Profis dann nicht wie erwartet. Doch Peter Forsberg konnte den Erwartungen an ihn in seiner Karriere vollauf gerecht werden.

Bereits in jungen Jahren zeigte Peter Forsberg, dass seine individuelle Klasse nur ein Mittel zum Erfolg mit der Mannschaft sein sollte. Als er nach einem Jugendspiel nach Hause kam, und zu Tränen aufgelöst war, fragte ihn sein Vater Kent , wie die Mannschaft denn gespielt hätte. „7:8 verloren“, antwortete der kleine Peter. „Und wie viele Tore hast du geschossen?“, fragte Papa Forsberg weiter. „Sieben“ antwortete der Filius.
Penalty auf eine Briefmarke verewigt

Noch bevor Forsberg nach Nordamerika kam, hatte er sich in seiner Heimat Schweden bereits unsterblich gemacht. Bei den olympischen Spielen in Lillehammer verwandelte Forsberg im Finale gegen den Favoriten aus Kanada den entscheidenden Penalty. Schweden war erstmals Olympiasieger im Eishockey, und der entscheidende Treffer von Forsberg wurde auf einer Briefmarke der schwedischen Post verewigt. Noch heute wird die Bewegung, mit der Forsberg den Treffer erzielte, in Eishockeykreisen mit „Doing a Forsberg/einen Forsberg machen“ bezeichnet.

Forsberg wurde bereits 1991 von den Philadelphia Flyers an sechster Stelle des NHL-Draft gezogen. Allerdings lief er vorerst nicht für die Flyers auf. Als Teil des Eric Lindros-Trade wechselte er nach Kanada zu den Quebec Nordiques.

Gelungener Auftakt – Umzug nach Colorado
Die Rookie-Saison von Peter Forsberg verlief sehr gut. Forsberg erzielte 50 Punkte in 47 Spielen und wurde für seine Leistungen mit der Calder Memorial Trophy als bester Neuling ausgezeichnet. In den Playoffs war allerdings direkt in der ersten Runde Schluss für die Nordiques. Trotz Heimrecht verlor die Mannschaft gegen den Titelverteidiger aus New York mit 2:4. Wenige Wochen später war auch das Ende der Nordiques in der NHL besiegelt. Das Team wurde nach Denver in den USA verkauft. Aus dem frankokanadischen Quebec ging es für Forsberg im zweiten Jahr nach Colorado in den Rocky Mountains.

Die Auftaktsaison der Avalanche war vielleicht die beste Auftaktsaison eines Profi-Teams in den USA, nach einem Umzug in eine neue Stadt. Das Team aus Denver gewann die Pacific Division und Forsberg (30 Tore & 86 Vorlagen für 116 Punkte) bildete mit Mannschaftskapitän Joe Sakic einen kongenialen 1-2-Punch auf der Position des Centers. Stellten die Gegner ihre besten Verteidiger gegen Sakic und seine Reihe, dann hatte „Foppa“ mit seinen Flügelspielern freie Bahn, und umgekehrt. Als das Team in der Mitte der Saison auch noch Patrick Roy aus Montreal in die Rockies holen konnte, waren alle Komponenten für den Gewinn des Stanley Cups vorhanden.

Peter Forsberg - © by Media

Peter Forsberg – © by Media

Erst Detroit, dann der Stanley Cup
In den Playoffs musste aber erst einmal ein ganz dicker Brocken aus dem Weg geräumt werden. Die Detroit Red Wings waren der haushohe Favorit in der NHL. Die Mannschaft aus der selbernannten Hockeystadt, hatte in der regulären Saison einen neuen Rekord mit 62 Siegen aufgestellt. Erstmals seit 1955 sollte der Cup wieder nach Detroit geholt werden. Doch eine Lawine lässt sich nicht so einfach aufhalten. Es entwickelte sich eine legendäre und hochklassige Serie in den Western Conference Finals. Colorado siegte schließlich mit 4:2 und zog ins Finale ein. Den sollte Forsberg mit seiner Mannschaft in den kommenden Jahren noch öfter begegnen.

Im hier und jetzt wartete als Gegner aber das Team der Florida Panthers. Nach einem eher ruhigen Auftaktsieg explodierte der Angriff der Avalanche in Spiel zwei der Finalserie förmlich. Angetrieben von einem überragenden Peter Forsberg, überrollte Colorado die Panthers mit 8:1. Der Schwede erzielte dabei bereits im ersten Drittel einen Hattrick. Die beiden folgenden Spiele in Florida waren zwar wieder knapper, aber letztlich siegte Colorado in der Serie glatt mit 4:0 Spielen. Forsberg war bereits im zweiten NHL-Jahr ein Stanley Cup-Champion.
In den Playoffs nicht gut genug
Die Jahre 1997-2000 endeten im Großen und Ganzen immer enttäuschend für Peter Forsberg und die Avalanche. Immer gehörte Colorado zu den Favoriten auf den Cup, aber in den Playoffs reichte es am Ende nicht. In der Liga gab es immer mehr Stimmen die befürchteten, dass Colorado zu früh zu gut gewesen war, und den Spielern jetzt die entscheidende Motivation für den Titel fehlte. 97, 99 und 2000 scheiterte Colorado immer in den Conference Finals.

Forsberg war allerdings in allen Jahren weiterhin einer der Leistungsträger. Sowohl in der regulären Saison, als auch in den Playoffs konnte er mehr als einen Punkt pro Partie sammeln. Allerdings zeigte sich bereits, dass die Spielweise von „Foppa“ zu immer mehr gesundheitlichen Problemen führte. Der 1,85 große Center verfügte zwar über hervorragende technische Fähigkeiten, setzte aber auch seinen Körper ohne Rücksicht auf eventuelle Verletzungen ein. Sei es durch Checks oder beim Gerangel vor den Toren, Forsberg war immer voll dabei. Nur einmal in 13 Jahren NHL konnte der Schwede deshalb an allen Saisonspielen teilnehmen .
Notoperation & Zuschauer an der Bande
Zwei Tauschgeschäfte halfen schließlich dabei, die Avalanche wieder auf Erfolg zu fokussieren. Erst kam Ray Bourque im Frühjahr 2000 aus Boston, und ein Jahr später wechselte Rob Blake aus LA in die „Mile High City“.

2000/01 war Colorado das beste Team der Liga. Auch Forsberg hatte eine gute Saison mit 89 Punkten in 73 Spielen. Nachdem die Avalanche mit einem 5:1-Sieg gegen Los Angeles gerade das Western Conference Finale erreicht hatte, saß Forsberg mit dem Team in einem Restaurant. Er klagte über starke Schmerzen in der Magengegend und wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurden innere Blutungen und eine Verletzung der Milz entdeckte. In einer Notoperation wurde dem 27-jährigen die Milz entfernt. Die Playoffs waren damit für Forsberg vorbei.

Von der Bande aus konnte er zuschauen, wie seine Mannschaftskollegen erst die St. Louis Blues im Westen besiegten, und dann im Finale die New Jersey Devils mit 4:3-Siegen niederrangen. Forsberg war zum zweiten Mal Stanley Cup-Gewinner, hatte aber am Ende nicht mehr dazu beitragen können.
Grandioses Comeback wird nicht belohnt
Im nächsten Jahr musste sich Forsberg erst einmal von den Folgen der Not-OP erholen, und verpasste die komplette Vorrunde. Pünktlich zu den Playoffs war der Center dann wieder da, und wie! Frisch erholt und ohne den Stress der vielen Saisonspiele, konnte Forsberg groß aufspielen.

27 Punkte hatte Forsberg bereits gesammelt, als Colorado im Western Conference Finale mit 3:2 gegen Detroit vorne lag. Doch die Avalanche verspielte diese Chance auf die Titelverteidigung. Dennoch war Forsberg am Ende der Playoffs der Spieler mit den meisten Punkten.

Dieses tolle Comeback setzte er dann 2002/03 nahtlos fort. Zum zweiten Mal in seiner Karriere hatte er mehr als 100 Scorerpunkte auf dem Konto und konnte immerhin 75 Spiele auf dem Eis stehen. Am Ende des Jahres konnte er die Art Ross Trophy für den Spieler mit den meisten Punkten gewinnen, und wurde außerdem zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt.

Doch in den Playoffs enttäuschte Colorado auf ganzer Linie und scheiterte bereits in Runde eins am Außenseiter aus Minnesota.
Viele Verletzungen & Schleichender Abgang
Ab jetzt sollte es für Forsberg nur noch bergab gehen. In der Saison 2003/04 konnte Forsberg nur in 39 Spielen auflaufen. Colorado musste nach dem folgenden Lockout Gehalt einsparen, und Forsberg verließ den Verein und unterschrieb in Philadelphia. Nach einem passablen ersten Jahr wurde Forsberg im Laufe der nächsten Spielzeit nach Nashville abgegeben.

Mittlerweile war die Krankengeschichte des Schweden aber eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von kleinen und größeren Blessuren. Meistens entschied sich erst kurz vor der Partie, ob Forsberg überhaupt auf dem Eis stehen konnte. Vor allem der rechte Fuß bereite „Foppa“ immer wieder Probleme.

Forsberg kehrte 2007 nach Denver zurück, beendete diesen Comeback-Versuch aber nach nur 9 Spielen. Die Karriere von Forsberg schien damit beendet.
Rückkehr nach Schweden & Endgültiges Karriereende
Die Leidenschaft fürs Eishockey war aber zu groß, als das Forsberg seine Karriere ohne Kampf aufgeben wollte. Er lief noch einmal für seinen Heimatverein Modo auf, und konnte immerhin 30 Punkte in 23 Partien erzielen.

Anfang 2011 nährten Gerüchte dann sogar die Hoffnung auf eine Rückkehr des Schweden zur Avalanche. Und tatsächlich konnte Forsberg gegen Columbus noch einmal für Colorado spielen. Es sollte seine vorletzte NHL-Partie gewesen sein. Am Valentinstag 2011 gab Forsberg sein Karriereende bekannt. Die vielen krachenden Checks und die Arbeit an den Banden der NHL hatten ihren Tribut gefordert.

Zwar absolviert er nur 708 Spiele in der NHL, aber trotzdem gehörte er zu den prägenden Spielern seiner Ära. Zwei Stanley Cups, zweimal Olympiagold mit Schweden, und dazu viele weitere individuelle Auszeichnungen waren Anlass genug dafür, dass Peter Forsberg in diesem Jahr in die Hall of Fame aufgenommen wurde. (Lars Mahrendorf)

Redaktion

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