Krefeld. (RS) Totgesagte Leben länger. Besser kann man die aktuelle Situation der Pinguine gar nicht beschreiben. Vor zwei Wochen bereits
abgeschlagen mit nur noch geringen Chancen auf Platz 10, haben sie sich mit drei Siegen in Folge wieder direkt in den Kampf um die Pre-Playoffs eingeschaltet. Mit einem weiteren Sieg am heutigen Nachmittag gegen den EHC München und gleichzeitigen Niederlagen von Augsburg und Iserlohn wäre am heutigen Spieltag Platz 10 erreicht. Diese Chance sahen auch die Krefelder Fans und so wurden an der Abendkasse über 1.300 Karten abgesetzt.
Doch so richtig bewusst schienen sich die Pinguine dieser Chance nicht. Mit einigen Fehlern im Aufbauspiel wurden die Gäste aus München immer wieder zu gefährlichen Kontern eingeladen. Wobei das Spiel nach Vorne zumindest im ersten Abschnitt etwas hakte. So gehörten auch die ersten Möglichkeiten den Gästen. Ejdepalm (5.) und Reid (8.) versuchten es aus der Distanz, ehe Schneider (9.) völlig frei vor Langkow auftauchte, doch er KEV Schlussmann behielt den Überblick.
Im Gegenzug schafften es die Seidenstädter durch Verwey und Methot (10.) gefährlich vor Reimer aufzutauchen. Eine weitere Großchance der Bayern vergab Buchwieser, der in Überzahl von Dietrich freigespielt wurde, dann aber an Langkow scheiterte. Umso schmeichelhafter für die Pinguine, als sie in eigener Überzahl durch einen, von Milroy abgefälschten, Schlagschuss von Trepanier in der 17. Spielminute in Führung gehen konnten. München antwortete prompt, doch Schneider traf nur den Pfosten (20.).
Etwas ausgeglichener gestaltete sich der zweiten Spielabschnitt. Und erneut waren es die Seidenstädter die auf der Anzeigetafel für eine Veränderung sorgten. Methot und Pietta scheiterten in einem Konter an Reimer, doch Methot kam noch einmal an die Scheibe und passte von hinter dem Tor auf den nachfolgenden Boris Blank der das Spielgerät genau im rechten oberen Toreck versenkte (29.). In der Folge für die Pinguine die große Möglichkeit bei einem 80 Sekunden langen 5-3 Überzahlspiel die Weichen in Richtung Sieg zu stellen. Doch man konnte sich keine nennenswerten Möglichkeiten erspielen. Im Anschluss an das Überzahlspiel passierte genau das, was in so einer Situation häufig geschieht. Jason Ulmer kam aus halb linker Position frei zum Schuss und erwischte Langkow, da wo es kein Torwart gerne hat. Die Scheibe rutschte ihm zwischen den Beinen hindurch ins Netz (33.). Eine Scheibe die der Krefelder Schlussmann auch hätte parieren können.
In der 37. Minute wäre es beinahe zum Ausgleich für die Spieler von Coach Pat Cortina gekommen. Daniel Pietta blieb im Spielaufbau hängen und leitete so einen weiteren Müncher Konter ein, doch Eric Schneider zielte mit der Rückhand zu hoch (37.). Die beste Chance die KEV Führung auszubauen vergab Driendl (38.). Zuerst erarbeitete er sich die Scheibe durch einen feinen Check, die Scheibe kam zu Verwey, dessen Schuss Reimer abwehren konnte, doch die Schiebe landete direkt vor der Kelle von Andi Driendl, der aus kurzer Distanz erneut in Patrick Reimer seinen Meister fand.
Die erste Möglichkeit im Schlussabschnitt erarbeitete sich wieder einmal Eric Schneider. Diesmal lüpfte er sich die Scheibe hinter dem Tor und versuchte sie in Manier eines Baseball Spielers ins Netz zu hämmern (42.). Insgesamt konnten die Pinguine dem Ansturm der Münchner stand halten gerieten aber mehrfach unter heftigen Druck. So vergaben die Schwarz-Gelben zwar durch Shvidki und Driendl (43.) sowie Pietta und Blank (44.) in der Offensive gute Möglichkeiten stemmten sich aber im Gegenzug in beeindruckender Art und Weise gegen die bayrische Offensive. Selbst ein 3-5 Unterzahlspiel wurde gekonnt überstanden. Zwar kam einmal Felix Petermann frei zum Schuss, doch da war Scott Langkows Fanghand zur Stelle. In der 56. Spielminute war es den Münchnern gelungen die Abwehr der Pinguine gehörig durcheinander zu wirbeln, doch letztlich verpasste Martin Buchwieser das leere Tor aus einem Meter Entfernung. Pat Cortina versuchte alles und nahm Patrick Reimer zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, doch ein Foulspiel von Jason Ulmer machte alle Chancen zu Nichte und stellte somit den vierten Sieg der Pinguine in Folge sicher.
Für die DEL steht jetzt auf Grund des Bel-Swiss-Cup eine kurze Pause an. Das nächste Heimspiel findet am Dienstag, den 15.02.2012 im KönigPALAST statt. Gegner sind dann um 19.30Uhr die Kölner Haie.
Neben dem Eis:
Etwas ganz besonders hat sich der älteste aktive Fanclub des KEV ausgedacht. Die „Eistänzer“ haben im Jahr ihres 20 jährigen bestehens 90 Kinder aus umliegenden Kinder- und Jugendheimen eingeladen sich die heutige Begegnung anzusehen.
Statistik
Krefeld Pinguine – EHC München 2:1 (1:0/1:1/0:0)
Tore: 1:0 (16:53) Milroy (Trepanier/Ticar), 2:0 (28:31) Blank (Methot/Akdag), 2:1 (32:49) Ulmer (Wrigley/Wichert) ,
Strafen: Pinguine 18 + 10 Ondrus – EHC 20 + 10 Cespiva + 10 Dietrich
Schiedsrichter: Jablukov
Linienrichter: Kowert, Schelewski
Zuschauer: 4.405
Aufstellungen:
Krefeld Pinguine: Langkow (Kovacic) – Milo, Pavlikovsky; Akdag, Robar; Trepanier, Dück – Blank, Pietta, Methot; Endraß, Driendl, Verwey; Vasiljevs, Ticar, Milroy; Shvidki, Ondrus, Zerressen
EHC München: Reimer (Elwing) – Julien, Petermann; Reid, Ejdepalm; Cespiva, Olsson; Sturm – Buchwieser, Schneider, Maurer; Dietrich, Kompon, Schymainski; Wrigley, Ulmer, Wichert; Pauli, Benda, Kink.
Three Stars:
+++ Akdag (1.Top-Star)
++ Methot (2.Top-Star)
+ Schneider (3.Top-Star)
Stimmen nach dem Spiel
Archivfotos zum Thema:




