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Hannover. (PM) Die Hannover Scorpions haben zur aktuellen Situation folgende Presseerklärung abgegeben, die wir 1:1 wiedergeben. Die Geschäftsführung der Hannover Scorpions...

Logo der Hannover ScorpionsHannover. (PM) Die Hannover Scorpions haben zur aktuellen Situation folgende Presseerklärung abgegeben, die wir 1:1 wiedergeben.

Die Geschäftsführung der Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH hat auf der Grundlage eines zuvor getroffenen Gesellschafterbeschlusses deren Alleingesellschafterin, der Arena Hannover GmbH, die Entscheidung getroffen, die Spiellizenz für die „Hannover Scorpions“ zu veräußern und den Nutzungsvertrag über die Ausübung des Spielbetriebes in der „TUI Arena“ Hannover nicht weiter zu verlängern. Die Veräußerung erfolgt durch Abtretung und Verkauf der Geschäftsanteile der Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH.

Sowohl die Gesellschafterin als auch die Geschäftsführung der Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH bedauern außerordentlich die getroffene Entscheidung und die damit verbundenen Konsequenzen sowohl für die Spieler, den Trainerstab sowie allen am bisherigen Erfolg der Hannover Scorpions Mitwirkenden und vor allem die vielen Fans der Hannover Scorpions.

Die unpopuläre Entscheidung hat jedoch weder die Arena Hannover GmbH noch die Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH leichtfertig getroffen. Auslöser der Entscheidung ist die seit geraumer Zeit öffentlich geführte Diskussion über eine Entscheidung der Deutschen Messe AG, in unmittelbarer Nachbarschaft zur im Eigentum der Arena GmbH stehenden „TUI Arena“ eine neue multifunktionale Halle bzw. Arena mit einer Kapazität von bis zu 12.000 Zuschauerplätzen zu errichten, um dort nach Aussage des Vorstandes der Deutschen Messe AG über den bisherigen Umfang der Messetätigkeit hinaus zukünftig „spannende Gastveranstaltungen und neuartige Events“ durchführen zu können.

An dieser durch die Deutsche Messe AG getroffenen Entscheidung wird trotz entschiedener Interventionen der Arena Hannover GmbH festgehalten. Nach den zuletzt ergangenen Pressemitteilungen verteuert sich sogar das Investitionsengagement der Deutschen Messe AG von zunächst geplanten 40 Mio um mindestens 18 Mio auf rund 60 Mio Euro, die überwiegend mit Fördermitteln und damit Steuergeldern aufgebracht werden sollen.
Mit dieser Entscheidung der Deutschen Messe AG, respektive deren Gesellschafter (das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover), wird die Deutsche Messe AG in unmittelbarer Nachbarschaft zur „TUI Arena“ zukünftig mit dieser absehbar in Wettbewerb treten, so dass ein wirtschaftlicher Betrieb der TUI Arena durch die Arena Hannover GmbH ernsthaft gefährdet wird.
Diese Einschätzung beruht auf der Tatsache, dass der Spielbetrieb der Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH für die Hannover Arena GmbH jährlich in Höhe von 2 Mio Euro defizitär verläuft und innerhalb der letzten 10 Jahr mehr als 20 Mio Euro durch die Gesellschafterin bzw. die Arena Hannover GmbH zur Durchführung und Erhaltung des Eishockey-Sports in Hannover investiert worden sind.

Marco Stichnoth - © by Eishockey-Magazin (DZ)

Marco Stichnoth – © by Eishockey-Magazin (DZ)

In Ansehung der sich abzeichnenden Wettbewerbssituation ist eine Fortführung des Spielbetriebes der Hannover Scorpions in der TUI Arena für die Gesellschaft und deren Gesellschafterin nicht mehr finanzierbar und gegenüber den im Übrigen mit der GP Günter Papenburg AG verbundenen Unternehmen und über 3000 Mitarbeitern nicht mehr zu verantworten. Auch aus diesen Gründen hat die TUI AG den mit der Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH bestehenden Sponsorenvertrag für die Zukunft beendet und ihr insofern die finanzielle Unterstützung entzogen.
Die GP Günter Papenburg AG als auch die Arena Hannover GmbH hatten sich in der Vergangenheit intensiv gegenüber der Deutschen Messe AG um eine Kooperation bemüht.

Auf der Grundlage einer gutachterlich erstellten Wirtschaftlichkeitsanalyse der TUI Arena für die Deutsche Messe AG durch die Sport- und Markt AG plädierte die Arena Hannover GmbH auf die Gründung einer Betriebsgesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Messe AG und ggf. Dritter (der Stadt Hannover), um zum Einen die Bedürfnisse der Deutschen Messe AG nach einem Ersatz für die abgerissenen Messehallen 19 und 20 ebenso zu entsprechen als auch dem wirtschaftlichen Betrieb der TUI Arena über Sport und Kulturveranstaltungen.

Leider scheiterte das mit großem Engagement der Arena Hannover GmbH und deren Gesellschafterin betriebene Konzept einer gemeinsamen Gesellschaft mit der Deutschen Messe AG zur Übernahme und Betreibung der TUI Arena an der Absage der Deutschen Messe AG Ende 2010.
Seit dem wirbt die Arena Hannover GmbH um Unterstützung sowohl gegenüber der Stadt Hannover als auch dem Land Niedersachsen, den wirtschaftlichen Betrieb der TUI Arena durch wirksame Maßnahmen und ggf. durch der Wettbewerbslage entsprechenden Entscheidungen zu unterstützen.
Die nunmehr getroffene Entscheidung der Deutschen Messe AG und deren Gesellschafter über den Bau und den Betrieb einer neuen multifunktionalen Halle (Arena) stößt auf größtes Unverständnis der Arena Hannover GmbH und deren Gesellschafter.

In dieser Entscheidung sieht die Arena Hannover GmbH und deren Gesellschafter einen entschiedenen Verstoß gegen die im Jahr 1998 gemeinsam mit der Deutschen Messe AG vertraglich vereinbarten Geschäftsgrundlage im Zusammenhang mit der Entscheidung zum Bau und Betrieb der Arena Hannover, nicht zueinander in Wettbewerb zu treten. Geschäftsgrundlage der Entscheidung über den Bau und den Betrieb der Arena Hannover war zudem die Option der Deutschen Messe AG, sich mit bis zu 49 % an der Betriebsgesellschaft der Arena zu beteiligen und durch gemeinsame Nutzung der Arena – auch für Veranstaltungen der Messe – Synergien zur Herbeiführung eines wirtschaftlichen Betriebes der Arena zu erschließen.

Nachdem die Deutsche Messe AG die der Arena Hannover GmbH in Aussicht gestellte Beteiligung nach Errichtung der Arena ausschlug und zwischenzeitlich auch im Wege der Klageerhebung die Rückzahlung einer stillen Beteiligung der Region Hannover an der „TUI Arena“ in Höhe von 2,5 Mio Euro erfolgreich durchgesetzt worden ist, beabsichtigt die Deutsche Messe AG mit der nunmehr getroffenen Entscheidung, mit der TUI Arena in Wettbewerb zu treten, die weitere – jedoch entscheidende – Geschäftsgrundlage der damaligen Entscheidung aus dem Jahr 1998 zum Bau und dem Betrieb der Arena zu verletzen.

Diesen Entscheidungen kann die Arena Hannover GmbH und deren Gesellschafter zum Einen nicht tatenlos zusehen und zum Anderen nur durch dadurch entgegenwirken, dass der sich durch die Entscheidung der Deutschen Messe AG abzeichnende Wettbewerb nicht zu einer ernsthaften Gefährdung der wirtschaftlichen Betreibung der TUI Arena durch die Arena Hannover GmbH selbst führt.

Aus diesem Grund hat die Arena Hannover GmbH und deren Gesellschafter die bereits mehrfach in der Vergangenheit in Erwägung gezogene Entscheidung getroffen, sich von der „Hannover Scorpions Eishockey Betriebs GmbH“ und damit der durch die DEL vergebenen Lizenz durch Verkauf der Geschäftsanteile „zu verabschieden“.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Marco Stichnoth

 

Redaktion

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