Köln (HHK) Es war ein starkes Spiel und eine echte Werbung für Eishockey, das Aufeinandertreffen der Kölner Haie und der Grizzly Adams Wolfsburg vor knapp 10.000 Zuschauern in der Kölner Arena. Nach lange ausgeglichenem Verlauf und einem Zwischenstand von 3:3 noch in der 47. Minute setzten sich die Gäste schließlich noch deutlich mit 6:3 durch.
Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Schon nach 44 Sekunden wanderte der erste Gästespieler auf die Strafbank (Christopher Fischer) und kaum waren die Gäste wieder komplett, da klingelte es hier Daniar Dshunussov. Philipp Riefers bediente mit einem langen Diagonalpass den am entfernten Pfosten stehenden Felix Schütz und der hatte dann keine Mühe mehr, den Puck über die Linie zu schieben. Davon ließen sich die Grizzlies nicht beeindrucken, zumal ihnen die Haie mit zwei schnell hintereinander ausgesprochenen Strafen entgegen kamen. 19 Sekunden doppelte Üverzahl der Wolfsburger verliefen torlos, doch mit fünf gegen vier Spieler kamen die Gäste in der 7. Minute zum Ausgleich. Haie-Goaie Youri Ziffzer wehrte zunächst noch sensationell ab, doch überlegt setzte Nathan Paetsch den Nachschuss hoch in den Torwinkel.
Vier Sekunden später patzte die Haie-Defensive, Norm Milley eroberte den Puck, passte zu Kai Hospelt und der schoss zum 1:2 ein. In der Folge entwickelte sich ein von beiden Teams offensiv geführtes Spiel mit vielen Chancen hüben wie drüben. Eine Sekunde vor Schuss wurden die Bemühungen der Haie belohnt. Mirko Lüdemann schoss fulminant von der blauen Linie – da gab es nichts zuhalten für den Wolfsburger Keeper.
Glänzende Torhüterleistungen bestimmten das zweite Drittel. Daniar Dshunussovs Rettungstat gegen Philip Gogulla war wohl die Parade des Tages und auch in den Folgeminuten zeichnete sich der Wolfsburger Goalie mehrfach aus. Auf der anderen Seite stand ihm Youri Ziffzer in nichts nach! Der Gästekeeper rückte wieder in Bickpunkt, als die Haie ab der 32. Minute in Überzahl agierten und die Haue aus allen Lagen aufs Tor schossen. Die Grizzlies kamen durch den pfeilschnellen Sebastain Furchner zu einer Konterchance und wenig später zur erneuten Führung. David Laliberté stand sträflich frei, scheiterte zunächst an Ziffzer, verwertete den Nachschuss aber zum 2:3. Sekunden vor der Pausensirene versuchte Mirko Lüdemann es mit einem Bauerntrick, doch wieder einmal parierte Dshunussow.
Zu Beginn des letzten Spielabschnitts mussten die Haie eine kritische Phase überstehen, als sie erneut fast eine Minute lang in doppelter Unterzahl auf dem Eis standen. Doch mit viel Einsatz und einem guten Zifzer überstanden sie die kritische Phase. Als sie wieder vollzählig spielten, erzielten sie sogar ein Tor, doch unmittelbar zuvor hatten die Unparteiischen das Spiel bereits unterbrochen – der Treffer fand keine Anerkennung.

Vor seinem Torwart bedrängt Kölns Moritz Müller Wolfsburgs Norman Milley - © by ISPFD (sportfotocenter.de)
Der nächste Torschuss aber saß und hielt auch der Videoüberprüfung stand: Felix Schütz traf zum verdienten Ausgleich. Die Freude darüber währte bei den 9774 Zuschauern nicht lang, genauer gesagt nur 23 Sekunden. Dann überwand Matt Dzieduszycki mit einem Handgelenkschuss aus dem Bullykreis heraus zum 3:4.
Die Haie gaben nicht auf, verzweifelten aber am Wolfsburger Torhüter, der z. B. gegen d’Aversa aus 3 Meter Entfernung parierte. Glücklicher agierten die Gäste: Patrick Pohl traf mit einem nicht unhaltbar scheinenden Schuss in den Winkel. Früh nahm Uwe Krupp seinen Torhüter vom Eis und wollte mit einem zusätzlichen Feldspieler eine Wende zu erzwingen. Der Plan scheiterte, Kai Hospelt trug sich einem Schuss aus dem eigenen Drittel zum 3:6 zum zweiten Mal in die Torschützenliste dieser Partie ein.
Trainerstimmen:
Pavel Groß (Wolfsburg): Wir wussten, dass es ein hartes und körperbetontes Spiel werden würde. Wir haben die Kleinigkeiten besser gemacht und diszipliniert gespielt. Wir haben nicht den Fehler gemacht wie beim letzten Siel in Köln, als wir aufgehört haben, Schlittschuh zu laufen und dann noch verloren haben. Der Sieg war nicht unverdient.
Uwe Krupp: Bis zum 3:3 war ich sehr zufrieden. Beide Seiten haben viel Druck gemacht. Wir waren kämpferisch und vom System her sehr stark. Nur bei zwei Gegentoren war wir zu unachtsam – daran werden wir arbeiten. Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen.
Statistik:
Kölner Haie – Grizzly Adams Wolfsburg 3:6 (2:20/0:1/1:3)
Tore: 1:0 (2:53) Schütz (Riefers, Gogulla); 1:1 (6:09) Paetsch (Milley, J. Laliberté); 1:2 (6:53) Hospeltn (Milley, Furchner); 2:2 (19:59) Lüdemann (Lakos, Claaßen); 2:3 (34:20) D. Laliberté (Beardsmore, Huebscher); 3:3 (46:11) Schütz (Gogulla, Tripp); 3:4 (46:34) Dzieduszycki (Davis, J. Laliberté); 3:5 (54:34) Pohl (J. Laliberté); 3:6 ( eng) Hospelt (Höhenleitner, Furchner)
Strafen: Haie 10 – München 8
Torschüsse: Haie 34 – München 37
Schiedsrichter: Schütz (Hurtik, Neutzer)
Zuschauer: 9.774
Aufstellungen:
Kölner Haie: Ziffzer (Aus den Birken) – Ankert, Lüdemann; Lavallee, Müller; d‘Aversa, Krupp; Lakos – Gogulla, Schütz, Tripp; Stephens, Jaspers, Pettinger; Riefers, Classen, Weiß; Breitkreuz, Boos, Ohmann
Grizzly Adams Wolfsburg: Dschunussow (Lang) – Bina, Kohl; Paetsch, Fischer; Wurm, Degon; Schopper – Huebscher, Beardsmore, D. Laliberté D.; Furchner, Hospelt, Milley; J. Laliberte, Davis, Dzieduszycki; Höhenleitner, Pohl, Mayer
Three Stars:
+++ (1. Top-Star) Daniar Dshunussov
++ (2. Top-Star) Felix Schütz
+ (3. Top-Star) Kai Hospelt
Archivfotos zum Thema:



