Straubing. (ma) Die Bange Frage vor dem Spiel war, würden die Tigers gegen eine Mannschaft die ihre Punkte vermehrt Auswärts holt auch wieder dagegenhalten können und sogar wieder ein hochklassiges Eishockey bieten können? Und wenn ja würden sie ihre Torchancen dieses mal auch in Zählbares umwandeln können? Aber wie Trainer Dan Ratushny schon unter der Woche sagte, es hat sich bei beiden Teams einiges verändert.
Dies stellten auch die beide Teams von Beginn an unter Beweis. Die erste Chance zumindest auf dem Papier sollte sich für die Haie ergeben, als Andy Canzanello von Schiri Klau in die Kühlbox geschickt wurde. Es vergingen auch nur 23 Sekunden bis der erste Treffer fiel. Aber es waren nicht die Gäste, sondern Matt Hussey in Unterzahl. Der Kölner Neuzugang Akermann verlor die Scheibe an der blauen Linie, Stewart startete durch und sah den mitgelaufenen Hussey. Der hatte keine Mühe mehr zum 1:0 in eigener Unterzahl zu verwandeln. Ein Auftakt nach Maß, aber die Kölner ihrerseits kombinierten sicher und brachten viel Gefahr vor das Tor von Barry Brust, der gegen Lüdemann und Weiß in aller höchster Not klären konnte. Wenn man schon mal in Unterzahl erfolgreich ist könnte das auch in Überzahl funktionieren und die Tigers konnten bei ihrer ersten Gelegenheit auf 2:0 erhöhen. Zuerst konnte Aus den Birken zwei parieren, danach war er aber gegen den von Jean-Michel Daoust abgefälschten Schuss (15.) von Bruno St.Jacques machtlos.
Haie finden auf dem Papier und Tigers auf dem Eis statt
Munter weiter ging es für die Zuschauer, denen im Mittelabschnitt Eishockey vom feinsten geboten wurde. Aber nur von einer Mannschaft, denn die Kölner waren in diesem Abschnitt fast nur noch Statisten. Das 3:0 für die Tigers durch Ryan Ramsay war der Beginn für eine Aufführung, wie man sie nur selten in der Gäubodenstadt gesehen hat. Laurant Meunier angelte sich hinter dem Tor den Puck, umkurvte die Abwehr und passte quer direkt zurück zum Ausgangspunkt des Angriffes. Da Stand immer noch mutterseelenallein Ryan Ramsay, der von der kompletten Kölner Hintermannschaft vergessen wurde und hämmerte den Puck in die Maschen. Nun folgte Angriff um Angriff. Einer sehenswerter als der andere. Nur noch Danny aus den Birken hielt dagegen. Köln lief nicht nur dem Rückstand hinterher, sondern auch dem Lieblingsspielgerät der Tigers, dem Puck. Dennoch musste auch Barry Brust einmal gegen Jason Jaspers retten, aber auf ihn ist einfach Verlass, obwohl er über mehrere Minuten keinen Puck zu halten bekam. Es gab auch keinen Grund mehr zur Sorge. Dazu waren die Hausherren zu sicher in der Abwehr. Ein weiterer Treffer nach einem Solo von Matt Hussey fand von Hauptschiedsrichter Klau keine Anerkennung, da er schon abgepfiffen hatte als Aus den Birken den Puck nicht festhalten konnte.
Mit Köln muss man immer Rechnen
Kaum hatten die Zuschauer wieder Platz genommen, da zeigte die Anzeigetafel auch schon das 4:2 an. Was war in den ersten 117 Sekunden des letzten Drittels passiert? Ein Blitzstart der Haie ließ böse Erinnerungen an das erste Match wach werden. Zuerst traf Gogulla mit einem Schlagschuss und dann John Tripp in Überzahl ebenfalls mit einem satten Schuss in den Winkel. Eine Reaktion musste her und das so schnell wie möglich, denn einen schlafenden Gegner wieder selbst wachzurütteln bedeutet nichts gutes. Und die Reaktion kam prompt, als Karl Stewart am schnellsten schaltetete und zur 4:2 Führung traf. Danach hätten die Kölner Haie noch genügend Zeit gehabt den Rückstand aufzuholen, aber sie machen sich das Leben durch teilweise unnötige Strafzeiten selbst schwer. Höhepunkt dabei war ein kurzer Faustkampf zwischen Moritz Müller und Andy Canzanello. Diese beiden und Felix Schütz nach einem Foul wurden vorzeitig zum Duschen geschickt. Im Schlussakkord spielten die Tigers die Führung gekonnt herunter und ließen nichts mehr anbrennen. Uwe Krupp versuchte noch einmal alles, nahm eine Auszeit und seinen besten Mann Danny aus den Birken vom Eis. Durch diese Aktion kam auch noch der stets agile Carsen Germyn zu seinem Treffer zum 5:2 Endstand. Für die Tigers rücken mit diesem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten die Playoffs immer mehr in greifbare Nähe.
Straubing Tigers – Kölner Haie: 5:2 (2:0, 1:0, 2:2)
Tore: 1:0 (3:29) Hussey (Stewart) SH1, 2:0 (14:58) Daoust (Elfring, St. Jacques) PP1, 3:0 (21:20) Ramsay (Germyn, Meunier), 3:1 (40:53) Gogulla (Akerman) 4-4, 3:2 (41:30) Tripp (D’Aversa) PP1, 4:2 (41:57) Stewart (Hussey, Osterloh), 5:2 (59:24) Germyn (Meunier, Ramsay) ENG
Strafen: 9 + Spieldauer für Canzanello – 21 + Spieldauer für Müller + Disziplinarstrafe für Schütz
Schiedsrichter: HSR Klau – LSR Adam – Flad
Zuschauer: 5374
Aufstellung:
Straubing Tigers: Brust – Ondruschka, Bakos; Canzanello, St.Jacques; Osterloh, Dotzler; Elfring – Stewart, Hussey, Röthke; Ramsay, Meunier, Germyn; Schönberger Daoust, Sparre; Keil, Hundhammer, Brückner;
Kölner Haie: Aus den Birken – Müller, Akerman; Lüdemann, Ankert; Krupp, D’Aversa; Lavallee – Stephens, Jaspers, Pettinger; Gogulla, Schütz, Tripp; Weiß, Claaßen Riefers; Breitkreuz, Boos, Ohmann;
Three Stars:
*** Ramsay (STR)
** Hussey (STR)
* Brust (STR)
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