Straubing. (MA) Für die Straubing Tigers stand das dritte Derby nacheinander auf dem Spielplan. Ein Sieg gegen München und eine Niederlage gegen Augsburg stand bis dahin zu Buche. Drei Punkte gegen Ingolstadt wären daher eine besondere Belohnung für die Tigers und ihre Fans, die wieder zahlreich im Stadion am Pulverturm erschienen waren. Und das trotz der Live Übertragung von Sportsender Sky.

 

Von Beginn an mussten nicht nur beide Torhüter auf der Hut sein, sondern auch Schiedsrichter Bauer, der das Spiel immer im Griff hatte. Das Spiel war geprägt von kleinen Nickligkeiten, hier ein Stockschlag, da ein Haken, dort ein Beinstellen. Man bekam schon mal in den Anfangsminuten einen kleinen Vorgeschmack auf ein hitziges Derby. Die ersten Akzente setzten die Hausherren. Bereits in der dritten Minute fehlten nur ein paar Zentimeter, als der Puck im Torraum frei lag. Die Führung besorgte dann bereits in der 5. Minute Sebastian Osterloh, als sich die Panther lange Zeit nicht aus ihrem Drittel befreien konnten und Osterloh frei von der blauen Linie den Puck ins Kreuzeck zur 1:0 Führung hämmerte. Nur 74 Sekunden später spielte sich Matt Hussey durch die Abwehrreihen der Gäste und bediente den freistehenden Karl Stewart, der ohne Probleme auf 2:0 erhöhte. Sichtlich geschockt waren die Panther, die in den ersten Minuten auf eine harte Gangart setzten. Aber der wiedergenesene Barry Brust bekam auch noch Gelegenheit sich auszuzeichnen. Jedoch rettete zuerst einmal Sandro Schönberger in aller höchster Not für Brust vor dem einschussbereiten Gawlik. Beide Torhüter sollten auch in den folgenden beiden Abschnitten im Brennpunkt des Geschehens stehen.

 

Bruno St Jacques traf ebenfalls - © by Eishockey-Magazin


Brust kurzzeitig sechster Feldspieler für Ingolstadt!

Aber erst einmal ging es auf Straubinger Seite weiter mit Toreschiessen. Matt Hussey war nun an der Reihe, nachdem er bereits die ersten beiden Treffer vorbereitet hatte, konnte er kurz nach Wiederbeginn das 3:0 erzielen. Bei diesem schnell herausgespielten Treffer befand sich die komplette Abwehr der Panther in einem Tiefschlaf. Nur 88 Sekunden später durfte sich die erste Reihe der Tigers auch in die Scorerliste eintragen. Meunier und Ramsay sicherten sich die Scheibe beim Bully und der frei stehende Carsen Germyn konnte den Pass zum 4:0 verwerten. Auch dieser Spielzug ging zu schnell für die komplette Abwehr der Gäste. Der Feierlaune noch nicht genug konnte Ian Gordon im Tor der Panther ein zweites mal an diesem Abend einen Schuss von der blauen Linie nicht abwehren. Bruno St. Jacques ließ sich in Überzahl nicht lange bitten, zog ab und erzielte das 5:0 zur frühen Vorentscheidung. Daraufhin hatte Ian Gorden genug, er macht Platz für den Ex-Straubinger Markus Janka. Unter der Woche hatte Ingolstadts Trainer Rich Chernomaz darauf hingewiesen, dass es ein hässliches Spiel werden könnte, wenn der Schiedsrichter nicht aufpasst. Vielleicht war das auch einer der Gründe warum die Ingolstädter nur durch ihr körperbetontes und dadurch in den Angriffen harmloses Spiel auffielen. Sie agierten in der Offensive so harmlos, dass sich Barry Brust genötigt fühlte den Oberbayern mit Direktpässen auf den Schläger zu Torchancen zu verhelfen. Die Tigers spielten in manchen Situationen die Gäste förmlich an die Wand. Jedoch verlieh Janka nun der Abwehr mehr Sicherheit.

 

Matt Hussey war gegen Ingolstadt der Matchwinner - © by Eishockey-Magazin

Standing Ovations schon 10 Minuten vor dem Ende
Im Schlussabschnitt schalteten die Hausherren dann einen Gang zurück gegen den Tabellendritten und so kamen auch die Stürmer der Panther vermehrt zu Chancen. Zuerst war es Jared Ross, der den ersten Treffer für die Gäste (45.) erzielte. Danach traf Girard zur 5:2 Ergebniskosmetik. Die aufkeimenden Hoffnungen der Gästefans setzte dann nur 36 Sekunden später Rene Röthke der bei einem Konter, der von dem überragenden Matt Hussey eingeleitet wurde, bestens bedient wurde. In den letzten zehn Spielminuten wollte sich keiner der Akteure mehr verletzen, was man auch dem Spiel anmerkte. Der Feierlaune im Eisstadion am Pulverturm tat dies aber keinen Abbruch mehr. Weit vor Spielende stand das gesamte Stadion auf den Beinen und feierten ihre Spieler mit Sprechchören und stehenden Ovationen. Rich Chernomaz fasste sich kurz und sagte: “Straubing hat vom ersten bis zum letzten Bully gekämpft. Sie sind mehr gelaufen und haben mit mehr Biss gespielt und verdient gewonnen.” Nicht nur der Gästetrainer erkannte, dass Matt Hussey der beste Spieler auf dem Eis eines homogenen Straubinger Teams war, was auch Dan Ratushny zu dem Satz “Wir können stolz sein” hinreißen ließ.

 

Straubing Tigers – Ingolstadt Panther: 6:2 (2:0, 3:0, 1:2)

Tore:1:0 (4:06) Osterloh (Hussey), 2:0 (5:20) Stewart (Hussey) PP1, 3:0 (22:29) Hussey (Röthke, Stewart), 4:0 (43:57) Germyn (Ramsay, Meunier) 5:0 (27:02) St. Jacques (Elfring, Ramsay) 5:1 (44:05) Ross (Sparre, Girard) 5:2 (49:12) Girard (Periard, Sparre), 6:2 (49:48) Röthke (Stewart, Hussey)

Strafen: 12 + 10 für Schönberger – 14 + 10 für Reich

Schiedsrichter: HSR Bauer – LSR Höck, Kretschmer

Zuschauer: 5176

 

Aufstellung:
Straubing Tigers: Brust – Ondruschka,, Bakos; Dotzler, Osterloh; Brückner, Canzanello, St. Jacques; Elfring – Ramsay, Meunier, Germyn; Stewart, Hussey, Röthke; Sparre, Schönberger, Daoust; Hundhammer; Keil, Brückner
Ingolstadt Panther: Gordon – Periard, Likens; Hambly, Ficenec; Pettersson, Ryan – Reich, Hahn, Greilinger; Bouck, Ross, Motzko; Girard, Gawlik, Sparre; Waginger, Retzer, Fical;

 

Three Stars:

*** Hussey (STR)
** Brust (STR)
* Röthke (STR)

 



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