Frankfurt. (EM) Sie waren mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, die Löwen Frankfurt. Im Schwang der Euphorie sahen sich viele schon im Durchmarsch bis in die zweite Liga. Es zeigte sich allerdings schon in der Vorrunde, dass auch die Oberliga West kein Spaziergang wird. Von Tabellenplatz fünf aus startete man in die Zwischenrunde. Was sich schon in den letzten Wochen abzeichnete, nahm an diesem Wochenende seinen negativen Höhepunkt. Gegen die bis dahin punktlosen Eisbären aus Hamm unterlag das Team von Clayton Beddoes sang –und klanglos mit 3:7. Der Aufstiegsexpress ist damit im Eiltempo an den Löwen vorbeigerauscht. Mit neun Punkten Rückstand auf die Konkurrenten aus Duisburg und Kassel hat man praktisch vorzeitig alles verspielt. Sieben Niederlagen in den Hessenderbys schmerzen obendrein. Die Oberliga-Endrunde, die gemeinsam mit Vertretern der Oberligen Nord und Ost ab dem 24.02.2012 startet, findet vollkommen zu Recht ohne den Mitfavoriten Frankfurt statt.
Was aber sind die Gründe? Ganz offensichtlich hat man sich am Main verzockt. Die Politik der ruhigen Hand war vielleicht etwas zu ruhig. Begonnen hatte alles schon zum Saisonanfang, als sich Torwart Boris Ackers schwer verletzt hatte, man aber nur zögerlich auf dieser Position nachbesserte. Insgesamt scheint die Last im Team auf zu wenigen Schultern verteilt. Den Ausfall von Simon Barg konnte man zuletzt ebenfalls kaum noch kompensieren. Niederlagen bei vermeintlich schwächeren Teams wie Königsborn zeugen zudem von einer Charakterschwäche des Teams. Die Abwehr war zu oft überfordert und der Angriff ohne Durchschlagskraft. Aber auch der Trainer hat offensichtlich seinen Spielern zuviel Vertrauen entgegengebracht und zu spät dazwischen gehauen. In der Summe bleibt eine total verkorkste Saison, die auch bei den Fans viel Kredit gekostet hat.

Die Löwendompteure Michael Bresagk (hinten links) und Clayton Beddoes sind in der Endrunde gescheitert- © by Eishockey-Magazin
Für viele bleibt nun nur noch die Hoffnung auf Besserung in der neuen Saison. Sportmanager Michael Bresagk und Trainer Clayton Beddoes, sein Vertrag wurde ohne Not schon im Dezember um eine Saison verlängert, werden wohl ihre zweite Chance bekommen. In diesem Sommer haben sie mehr Zeit ein Team zusammenzustellen und müssen vielleicht nicht auf Spieler zurückgreifen, die bei den direkten Konkurrenten ausgemustert wurden. Viele der aktuellen Spieler sind am Main völlig unten durch und werden sich neue Klubs suchen müssen. Es steht wohl erneut ein völliger Umbruch des Kaders bevor. Für die sportliche Führung wird die nächste Saison wohl auch die letzte Chance sein. Der nächste Schuss muss sitzen. Mit der Drittklassigkeit will sich in Frankfurt niemand dauerhaft zufriedengeben.
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