Düsseldorf. (MR) Ein nach der hohen Niederlage in Wolfsburg (1:7) verunsichertes Düsseldorfer Team bekam in keiner Spielphase wirklich ein Bein auf die Erde bzw. das Eis, brachte die Gäste aus Straubing mit Scheibenverlusten und Fehlpässen immer wieder ins Spiel, und diese sagten mit einfachen Spielzügen „danke“ für drei Punkte. Dank Bobby Goepfert fiel der Sieg nicht höher aus.
Nach dem Spiel brachte es DEG-Trainer Jeff Tomlinson auf den Punkt: mit ganzen zwei Toren, die man an diesem Wochenende geschossen hat, ist die DEG weit, weit weg von den eigenen Zielen. Das Spiel stand bei einem gleichzeitig stattfindenden Fußballturnier von Beginn an unter keinem guten Stern, jedoch unter der Spielleitung von HSR Christian Oswald. Kein guter Beginn war auch, dass DEG-Verteidiger Bazany bereits nach 10 Sekunden auf dem Eis liegen blieb. Sein „Tätscheln“ des Gegners beim nächsten Wechsel brachte der DEG die erste Strafzeit ein, die weiteren Entscheidungen (oder Nichtentscheidungen) der Unparteiischen sorgten zumindest auf den Rängen für etwas Stimmung. Auf dem Eis wurde jedenfalls mit harten Bandagen gekämpft, die Torchancen allerdings auf beiden Seiten nicht genutzt. Die besten Möglichkeiten ließen Hussey, Röthke und Osterloh in Zusammenarbeit liegen (14. Min.), auch der weite Pass auf Stewart, der in Penaltymanier auf Goepfert zulaufen konnte, war nicht von zählbarem Erfolg gekrönt. Mit der Pausensirene jedoch zappelte die Scheibe hinter Goepfert in den Maschen, aber nach kurzer Beratung der Unparteiischen befanden diese den Einschlag dann doch für Sekundenbruchteile nach der Sirene.
In der Drittelpause wurde auf eine neue Tafel an der Bande hingewiesen, die auf Faninitiative hin mit zur Rettung der DEG aufrufen und Sponsoren animieren soll.
Im mittleren Abschnitt gerieten sich Danner und Straubings Canzanello in die Wolle. Den durch diese Strafen vermehrten Platz auf dem Eis konnten die Gastgeber nutzen, um sich nachhaltiger im Angriffsdrittel festzusetzen. Ein Torerfolg stellte sich trotzdem nicht ein. Zur Spielmitte schickte der Schiedsrichter mit Brückner einen Tiger auf die Sünderbank. Auf einen Scheibenverlust an der blauen Linie folgte ein 2 auf 1 Konter, den Hundhammer für die Niederbayern erfolgreich abschließen konnte (31.). Nach diesem Shorthander fiel das Team der DEG fast völlig auseinander, die Verunsicherung war so stark, dass die einfachsten Sachen nicht mehr klappten und vor allem in der eigenen Zone nicht wirklich aufgeräumt wurde. Hier durften sich die Tigers streckenweise richtig austoben, kamen zu drei und vier Nachschüssen, ohne dass ein Düsseldorfer das Spielgerät aus dem Drittel hätte klären können, von einem geordneten eigenen Aufbau ganz zu schweigen. Dass das teilweise bereits mit Pfiffen seitens der Zuschauer kommentiert wurde, dürfte niemanden verwundern. Einer der Aktivposten auf Düsseldorfer Seite war noch Simon Danner, der dafür allerdings auch mehrfach hinter Glas musste. Kurz vor Drittelende kamen die Gäste in Powerplay-Aufstellung und spielten die Überzahl klassisch aus – rechts, links und drin (Röthke, 38.). Danner musste anschließend die Männer in der Streifenuniform auf die 6 Feldspieler im Straubing-Dress auf dem Eis aufmerksam machen, die folgende Strafe brachte den Gastgebern nichts Zählbares.
Die Pausenansprache hatte offensichtlich geholfen, und Düsseldorf war das etwas aktivere Team im Schlussabschnitt, die Aktionen jedoch nach wie vor zu kompliziert oder zu ungenau. Auf der anderen Seite konnte Ramsay einen Pfostentreffer markieren (43.). Ein Ausflug von Gästegoalie Brust hinter sein eigenes Tor konnte nicht genutzt werden, gebrochene Schläger und gut gedachte Pässe ins Nirgendwo prägte weiterhin das Spiel der Rot-Gelben. Einen Grund zum Jubeln gab es aber doch noch, als Reimer sich gegen zwei Bewacher durchsetzen konnte, allerdings zu schnell wurde und erst auf der Torlinie zum Abschluss kam. Wie die Scheibe dennoch den Weg in die Maschen fand, wird sich auch Goalie Brust nicht erklären können. So aber kam in der 55. Minute noch einmal etwas Hoffnung bei den 3700 Fans auf. Doch Straubing verteidigte mit Mann und Maus, hielt die Gastgeber meist bereits im Mitteleis auf, dann kam auch noch Pech hinzu, als Gordons Schuss an Goalie Brusts Brust hochsprang aber nicht – wie sonst in glücklicheren Fällen – hinter dem Goalie herunterfiel und über die Torlinie kullerte sondern gleich hinter dem Tor. Goepfert überließ als letzte Maßnahme 45 Sekunden vor Schluss seinen Kasten zugunsten des 6. Feldspielers, doch heute ging – dem Spielverlauf folgend – der Schuss nach hinten los. Ein erneuter Scheibenverlust an der blauen Linie ließ Sparre und Schönberger in aufreizend langsamer Gangart den Puck in das leere Tor tragen zum Endstand von 1:3.
Dass Gästetrainer Ratushny dennoch die DEG als besseres Team gesehen hat, ist da ein schwacher Trost! Für beide Teams geht es am Freitag zuhause weiter, die Tigers begrüßen dann die Kölner Haie, während die Hannover Scorpions im ISS Dome gastieren.
Das Spiel DEG gegen Straubing Tigers 1:3 (0:0/0:2/1:1)
Tore: 0:1 (30:15) Hundhammer (Schönberger, Dotzler) 4-5; 0:2 (37:30) Röthke (Hussey, Meunier) 5-4; 1:2 (54:32) Reimer (Hedlund, Gordon); 1:3 (59:36) Schönberger (Sparre) ENG
Schüsse: 24:34 (3:14/8:12/13:8)
Strafen: 10:10
Schiedsrichter: Christian Oswald
Zuschauer: 3743
Es spielten:
DEG – Goepfert – Bazany, Nowak; Roach, Hedlund; Holland, Dinger; Kramer – Jeff Ulmer, Courchaine, Simon Danner; Kaufmann, Beechey, James; Patrick Reimer, Ben Gordon, Kreutzer; Hofland, Loyns, Hinterstocker
Straubing – Brust – Bakos, Ondruschka; St. Jacques, Canzanello; Dotzler, Osterloh; Elfring – Röthke, Hussey, Stewart; Germyn, Meunier, Ramsay; Daniel Sparre, Daoust, Schönberger; Brückner, Hundhammer, Keil
Best Players:
*** Bobby Goepfert (DEG)
** Matt Hussey (STR)
* Sandro Schönberger (STR)
Stimmen nach dem Spiel + Bonusvideo Fanbande
Archivfotos zum Thema:




