Krefeld. Eine Heimniederlage gegen Augsburg und am Freitag eine Niederlage beim Aufsteiger aus München sorgten vor dem heutigen Rheinderby gegen die DEG Metro Stars für eine gehörige Portion Druck der auf den Schultern der Pinguinakteure lastete.
Sollte die heutige Aufgabe „in die Hose gehen“, wäre nicht nur der Saisonstart verhagelt, man müsste sich auch große Sorgen um die Zuschauerzahlen bei den nächsten Heimaufgaben machen. Gerade in München lieferten die Frackträger eine teilweise unmotivierte Vorstellung ab, die Coach Adduono zu der Aussage veranlasste: „Ich habe die Mannschaft nicht wieder erkannt.“
Ganz im Gegensatz dazu die DEG. Am Freitag gelang mit einem 3-0 Heimerfolg über die Adler Mannheim der erste Saisonerfolg. Dieses Selbstvertrauen, nahmen die Jungs von Neu-Cheftrainer Jeff Tomlinson mit in die Seidenstadt.
Im ersten Spielabschnitt, war dies auch an den Torschüssen abzulesen. 5 zu 11 gaben deutlich die Spielanteile wieder. Den Düsseldorfern gelang es häufig sich im Angriffsdrittel festzusetzen, jedoch fanden sie immer wieder ihren Meister in Scott Langkow.
Die Pinguine versuchten in der Defensive ihr Spiel zu stabilisieren und über Konter zum Erfolg zu kommen. Als Patrick Hager in der 4. Minute an der blauen Linie Andy Hedlund unter Druck setzte und dem Rückkehrer aus Mannheim die Scheibe abluchste war sein Weg frei auf das Tor von Jean-Sebastien Aubin. Bedrängt von Roach drehte sich der Nationalspieler der Schwarz-Gelben einmal um die eigene Achse, bediente mustergültig den mitgelaufenen Charlie Stephens, der wiederum keine Mühe hatte die Scheibe zum 1-0 in Unterzahl ins Netz zu schieben. Die Pinguine fanden nun etwas besser ins Spiel und konnten die Partie ausgeglichener gestalten. Benedikt Schopper, der sich bei einem Zweikampf an Schulter und Oberarm verletzte mußte zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden.
40 Sekunden waren im 2. Drittel gespielt als P.J. Fenton im zweiten Anlauf den Ausgleich für die DEG erzielen konnte. Nur 5 Minuten später bekam die Verteidigung der Schwarz-Gelben die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone vor Langkow und Connor James der Neuzugang aus Augsburg konnte die Führung für sein Team erzielen. Die Begegnung legte nun deutlich an Fahrt zu. Beide Teams versuchten mit Kampf und Leidenschaft in die Partie zu finden. Als Albers hinter dem Tor mit einem Gegenspieler kollidierte und dieser sich leicht verletzte wollte Beechey die Angelegenheit klären. Direkt vor den Augen von Hauptschiedsrichter Willi Schimm leistete sich der Düsseldorfer Angreifer einen vollkommen unnötigen Stockstich. Die logische Konsequenz? Verfrühter Feierabend. Die 5 minütige Überzahl war auf Krefelder Seite gezeichnet durch eine Mischung aus Übermotiviertheit und Angst vor dem Fehlpass, so verpuffte die numerische Überlegenheit ohne zwingende Chance.
Michail Kozhevnikov für Schopper an die Seite von Akdag gerutscht feuerte die Scheibe in der 33. Minute Richtung Aubin und Justin Kelly konnte vor dem Torhüter der DEG zum 2-2 abfälschen. 16 Sekunden vor Drittelende stellte Herberts Vasiljevs in Überzahl mit einem Bauerntrick den Spielverlauf etwas auf den Kopf. Den ersten Schuß konnte Aubin noch festhalten, gegen den Nachschuß des Krefelder Kapitäns war er jedoch machtlos.
Das letzte Drittel sorgte bei den über 6.000 Zuschauern endlich für die gewünschte Derby Stimmung. Tore und Torchancen auf beiden Seiten und eine Krefelder Mannschaft die ihren Anhängern wieder einmal alles abverlangte. Adam Courchaine fälschte zuerst in Überzahl einen Schuß von Holland zum erneuten Ausgleich ab und nicht einmal drei Minuten später machte er sich alleine auf die Reise, lief den Pinguine Verteidigern davon und platzierte die Scheibe flach neben dem Pfosten zur 4-3 Führung. Doch die Freude der DEG Anhänger währte nur 23 Sekunden ehe Boris Blank mit einem gewaltigen Pfund ins linke obere Eck die Begegnung wieder ausgleichen konnte. Kampf, Einsatz und Abspielfehler im Spielaufbau waren weiterhin Trumpf. Pokulok vertändelt die Scheibe an Kelly der alleine auf Aubin zu laufen konnte aber ebenso wie wenig später Blank am guten Düsseldorfer Schlußmann scheiterte. Pietta und Kaufmann konnten jeweils den gegnerischen Torhüter überwinden scheiterten aber am Pfosten bzw. der Latte.
Mit einer gerechten Punkteteilung ging man in die Overtime, in der es dann recht schnell ging. Pavlikovsky musste auf die Strafbank, Roach legte quer auf Hedlund, der mit einem trockenen Schuß den Zusatzpunkt mit auf die andere Rheinseite nehmen konnte.
Das Team von Rick Adduono hat über weite Strecken gezeigt, das es gewillt war die Partie zugewinnen und die Anhängerschaft mit Kampf und Leidenschaft für sich zu einzunehmen, doch muss dies über die gesamte Spielzeit erfolgen, möchte man nach Spielende mit etwas zählbarem dastehen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Freitag bei den Iserlohn Roosters, die man in der Vorbereitung bereits zweimal bezwingen konnte.
Das nächste Heimspiel der Krefeld Pinguine findet am kommenden Sonntag, 19.09.2010 um 18.30Uhr gegen die Ingolstädter Panther statt.
Spieler des Tages:
*** Adam Courchaine (DEG Metro Stars)
** Herberts Vasiljevs (Krefeld Pinguine)
* P.J. Fenton (DEG Metro Stars)
Krefeld Pinguine – DEG Metro Stars 4:5 n.V. ( 1:0 / 2:2 / 1:2 / 0:1 )
Tore:
1:0 (03:13) Stephens (Hager) UZ 4-5
1:1 (20:40) Fenton (Pokulok, Murphy)
1:2 (25:30) Reimer (Kreutzer, Bazany)
2:2 (32:52) Kelly (Kozhevnikov, Driendl)
3:2 (39:44) Vasiljevs (Blank, Pavlikovsky) PP 5-4
3:3 (42:24) Courchaine (Holland, Pokulok) PP 5-4
3:4 (45:16) Courchaine (Roach, James)
4:4 (45:39) Blank (Vasiljevs, Pietta)
4:5 (60:50) Hedlund (Roach, Kreutzer) PP 4-3
Schiedsrichter: Schimm
Linienrichter: Mosler, Starke
Zuschauer: 6.011
Strafminuten: Pinguine 10 – DEG 2 + 5+ Spieldauer Beechey
Krefeld Pinguine: Langkow, Kovacic – Milo, Pavlikovsky; Trepanier, Albers; Akdag, Schopper; Zerressen, Kozhevnikov – Vasiljevs, Pietta, Blank; Verwey, Stephens, Hager; Riefers, Kelly, Endraß; Tepper, Driendl, Schaub
Trainer: Rick Adduono – Reemt Pyka
DEG Metro Stars: Aubin, Niederberger – Pokulok, Holland; Roach, Hedlund; Bazany, Dinger; Nowak – Murphy, Fenton, Danner; Reimer, Collins, Kreutzer; James, Beechey, Kaufmann; Courchaine, Hofland, Hinterstocker;
Trainer: Jeff Tomlinson
(Ralf Seischab)




