Weitere Heimniederlage der Kölner Haie

Veröffentlicht am 6. Januar 2012

Köln. (HHK)  An fehlenden Willen und mangelnder Einsatzbereitschaft lag es nicht, dass die Kölner Haie auch ihr zweites Spiel im Jahr 2012 verloren. Vielmehr gelang es den optisch (wieder einmal) deutlich überlegenen Domstädtern nicht, ihre Überlegenheit in Tore  umzusetzen, weil sie über weite Strecken zu hektisch das gegnerische Tor berannten. Es fehlte die ordnende Hand im Aufbauspiel, weder einer der Verteidiger noch ein Angreifer sorgte für Ruhe und Übersicht. Bezeichnend, dass in der hektischen Schlussphase selbst eine doppelte Überzahl nicht zu einem entscheidenden Treffer genutzt werden konnte.    

 

Gästetrainer Toni Krinner wies nach dem Spiel darauf hin, dass die Voraussetzungen für seine Mannschaft alles andere als optimal gewesen waren. Neben dem langzeitverletzten Paul Manning fehlten mit Sascha Goc und Stephan Daschner zwei weitere Verteidiger. Darüber hinaus verzichtete Krinner auf den etatmäßigen Torhüter Dimitri Pätzold und nominierte stattdessen Jonas Langmann.

 

Zweikampf zwischen Kölns Jason Jaspers und Hannovers Sachar Blank - © by ISPFD (sportfotocenter.de)


Bei den Haien beließ es Uwe Krupp bei einigen Umstellungen im Sturm. Charlie Stephens rückte auf die Außenposition neben Jason Jaspers und Matt Pettinger, Greg Claaßen spielte Center in der dritten Angriffsreihe.

 

Die erste nennenswerte Chance besaßen die Gäste durch Tommi Hannus, der in der 3. Minute den Pfosten traf. Begünstigt durch zwei Strafzeiten der Gäste kamen dann aber die Haie besser ins Spiel und auch schnell zu sehr guten Chancen. Die 1:0-Führung bereitete Charlie Stephens mit starkem Einsatz vor, Jason Jaspers stocherte den Puck schließlich über die Torlinie.

 

Auf der anderen Seite hatten auch die Scorpions ihre besten Szenen in Überzahl. Scott King, Jeff Hoggan und vor allem mehrfach Tommi Hannus sorgten für Gefahr vor dem sicheren Danny aus den Birken. Für Abwechslung und Stimmung beim Publikum sorgte einen Auseinandersetzung zwischen Marcel Ohmann und  Chris Herperger, die der Kölner als klarer Punktsieger für sich entschied. Schiedsrichter Vogl schickte beide Akteure für sechs Minuten auf die Strafbank.

Zweikampf zwischen Kölns Matt Pettinger und Hannovers Andre Reiß - © by ISPFD (sportfotocenter.de)

 

Gleich zu Beginn des zweiten Spielabschnitts wurden die Haie eiskalt erwischt, als Ryan Maki einen Schuss von Bryce Lampman unerreichbar für aus den Birken zum Ausgleich abfälschte. Als wenige Sekunden später Philip Riefers auf die Strafbank musste, bot sich den Gästen sogar auf die Chance, in Führung zu gehen. Dass es dazu zunächst nicht kam, war u.a. Philipp Gogulla zu verdanken, der einen Konter von David Sulkovsky durch eine energische Defensivaktion unterband. An dieser Aktion hätte wohl auch Gogullas ewiger Kritiker Hans Zach seine Freude gehabt,

 

Wenig später fiel dann doch das 2:2. Martin Hlinka bediente mit einem Diagonalpass Scott King, dessen platzierter Handgelenkschuss über aus den Birkens Fanghand in die kurze Ecke rauschte. Aus einer vergleichbaren Position scheiterte Jeff Hoggan in der 19. Minute am Kölner Goalie. Das Fazit nach dem zweiten Drittel ähnelte dem des vorangegangenen Kölner Spiels gegen Nürnberg: optisch klar überlegen, aber trotz vieler Schüsse aufs gegnerische Tor (29) nur wenige ernsthafte Bedrohungen für den gegnerischen Goalie.

 

Mit aggressivem Forechecking unterbanden die Gäste zu Beginn des letzten Drittels die Angriffsbemühungen der Haie. Jeff Hoggan hatte das 1:3 auf dem Schläger, scheiterte aber aus kurzer Distanz an aus den Birken. Erst als Stephan Wilhelm in der Kühlbox saß, fiel der Ausgleich. Philipp Gogulla leitet ihn mit einem energischen Antritt ein, John Tripp vollendete.

 

Diese beiden Akteure standen auch in den nächsten Minuten im Blickpunkt, denn sie sorgten nun immer wieder für Gefahr vor dem Scorpions-Tor. Dann wurde es in den letzten fünf Minuten dramatisch. Zunächst verhängten die Unparteiischen eine Bankstrafe gegen die Hausherren wegen zu vieler Spieler auf dem Eis. Unterzahlspezialist Jason Jaspers konnte bei einem Konter nur durch ein Foul gebremst werden und eine Sekunde später marschierte der nächste Scorpion auf die Strafbank wegen unkorrekten Anspieles. Das bedeutete Überzahl für Köln, zunächst 4 gegen 3, dann rund eine Minute lang sogar mit 5 gegen 3 Feldspieler. Das Resultat: etliche Schüsse, die überwiegend von den aufopferungsvoll kämpfenden Gästespielern geblockt wurden. Tore: Fehlanzeige.

 

Dafür jubelten die Niederdachsen, als sie wieder vollzählig auf dem Eis standen. Wieder traf Ryan Maki, wieder fälschte er einen Schuss vor dem Tor stehend ab.  Es blieben noch 64 Sekunden, in denen es die Haie mit der Brechstange und mit sechs Feldspielern versuchten. Das Resultat blieb aber bestehen.

 

Für die Scorpions war es im 12. Duell mit den Haien seit 2009 der neunte Sieg, der sechste in der regulären Spielzeit. Für die Haie ein desolate Bilanz und zudem eine weitere Verschlechterung der Heimbilanz der laufenden Saison: im 17. Spiel gab es die zehnte Niederlage.   

 

Trainerstimmen:

Toni Krinner (Hannover) Für uns ging es darum, die Chancen auf die Playoffs zu wahren. Das ist uns trotz der nicht optimalen Voraussetzungen gelungen. Großes Kompliment an meine Mannschaft, die sich zu 100 % an den game-plan gehalten hat. Ein besonderes Kompliment geht auch an die jungen Spieler Langmann und Thomson. In der Schlussphase haben wir nach der 3:5-Situation mit einfachen Mitteln die Entscheidung herbei geführt: Schuss aufs Tor – Tipp-in – Tor.

Uwe Krupp (Köln): Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht und das getan, was alle erwartet haben. Wir sind gelaufen, haben gespielt und hatten das Spiel in unserer Hand. Der Kampfgeist war deutlich besser als gegen Nürnberg. Wir hoffen jetzt auf mehr Glück bei dem Spiel in Hamburg

 

Statistik:

Kölner Haie – Hannover Scorpions 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)
Tore:
1:0 (8:26) Jaspers (Stephens), 1:1 (20:41) Maki (Morczinietz, Lampman); 1:2 (28:59) King (Wilhelm, Herperger); 2:2 (46:28) Tripp (Schütz, Gogulla); 2:3 (58:56) Maki (Mondt, Buzas)

 

Strafminuten: Haie 32 – Scorpions 22

Torschüsse: Haie 45 – Scorpions 27

Schiedsrichter: Vogl (Kowert, Schelewski)
Zuschauer:  8.677

 

Aufstellungen:
Kölner Haie: Aus den Birken (Ziffzer) – Ankert, Lüdemann; d’Aversa, Müller; Lavallee, Krupp; Lakos – Gogulla, Schütz, Tripp; Stephens, Jaspers, Pettinger; Weiß, Classen,  Riefers; Ohmann, Breitkreuz
Scorpions: Langmann (Pätzold) -  Wilhelm, Lampman; Regan, Mondt; A. Reiß, Thomson  – Hoggan, Herperger, S. King; Morczinietz, Buzas, Maki; Sulkovsky, Hlinka, Hannus; S. Blank, Fauser, Krüger

 

Three Stars:
+++  (1. Top-Star)   Maki
++  (2. Top-Star)     Tripp
+  (3. Top-Star)       Hannus

 



Archivfotos zum Thema:

1 Kommentar zu “Weitere Heimniederlage der Kölner Haie”

  1. Wallyfan sagt:

    Scott King nicht Stephan King ;)

Kommentare

TopAktuell
VideoNews
 UnsereALL-STAR-TEAMS

 DELStar-Wertung


TAGS

POPULÄR