Linz. (PM) Zwei Mal konnten die LIWEST Black Wings am Dienstagabend ihren Gegner überraschen: einerseits mit dem Einsatz von Lorenz Hirn im Tor, andererseits beim Stand von 1:3 im letzten Drittel mit unglaublichen 5 Minuten. In diesen trafen die Linzer drei Mal und drehten ein scheinbar verlorenes Match in einen 4:3 Triumph um!
Mit fast der gleichen Aufstellung wie am Sonntag gegen den KAC ließ Trainer Rob Daum die Black Wings beim ungarischen Meister in Szekesfehervar antreten. Im Tor bekam Alex Westlund eine Pause und Lorenz Hirn durfte zum zweiten Mal in dieser Saison ran. Für den heute gesperrten Patrick Spannring rutschte Marcel Wolf aus dem Farmteam in den EBEL Kader und nahm den Platz in der vierten Angriffslinie ein.
Im ersten Drittel durften sich die Special Teams der LIWEST Black Wings über besonders viel Einsatzzeit freuen, denn nicht weniger als 10 Minuten waren die Linzer in diesem Abschnitt mit einem Mann weniger am Eis. Wenig verwunderlich, dass sich der Tabellenführer schwer tat, in einen Rhythmus zu finden, was mit einigen Ungenauigkeiten im Spielaufbau noch verstärkt wurde. Dennoch hatten die Stahlstädter durchaus gute Chancen, in Führung zu gehen. Justin Keller (1.), Hisey (4.), Irmen (14.) und Murphy (20.) scheiterten allerdings knapp.
Der Mann des Eröffnungsdrittels war allerdings Lorenz Hirn, denn der Backup Goalie der Black Wings zeigte eine sehr gute Leistung und in der 16. Minute einen sehenswerten Save. Der Toptorjäger der Liga, Derek Ryan, stand knapp 1 ½ Meter vor dem Linzer Tor völlig alleine und schoss aus dieser aussichtsreichen Position, aber Hirn hechtete zur Seite und raubte die scheinbar sichere Führung für die Hausherren. So ging es mit dem torlosen Remis in die erste Pause, das auf Grund des Spielgeschehens etwas glücklich für die Oberösterreicher war.
Im Mittelabschnitt blieben die Ungarn zuerst weiterhin tonangebend und gingen schließlich auch verdient in der 26. Minute in Führung. Wenig später musste schon wieder Lorenz Hirn eingreifen, während die Torchancen der Stahlstädter weniger und ungefährlicher wurden. Als Fehervar in der 33. Minute sogar auf 2:0 stellte, musste man schon Schlimmes befürchten, aber da schlug die erste Power Play Linie der Linzer zu. Gregor Baumgartner verwertete ein schönes Ouellette Aufspiel in der 35. Minute zum 1:2 Anschlusstreffer. Wenige Augenbicke später hätten die Daum-Schützlinge im Power Play die Möglichkeit gehabt, den Ausgleich herbei zu führen, doch stattdessen verstrich dieser numerischer Vorteil ungenützt und gerade als Fehervar wieder komplett war, kam auch der Pass zum von der Strafbank kommenden Stürmer. Dieser war auf und davon uns ließ Lorenz Hirn keine Chance – 3:1!
Ärgerlich, dass es mit diesem Zwischenstand in die zweite Pause ging, denn anders als im ersten Abschnitt hatten sich die Stahlstädter jetzt einen optischen Vorteil erspielt, ohne jedoch zu hochkarätigen Einschussmöglichkeiten zu kommen. Die Gegentore passierten durch vermeidbare Fehler und so konnte man sich für die letzten 20 Minuten nur an die Hoffnung klammern, dass man schon im ersten Saisonduell in Ungarn einen scheinbar unaufholbaren Rückstand noch zu einem Sieg gedreht hatte.
Das war offenbar auch in den Köpfen der Linzer Cracks, denn im letzten Drittel begannen sie mit viel Druck – und einem Stangenschuss durch Philipp Lukas. Ein grober Fehler des Fehervar Schlussmanns brachte die Stahlstädter dann aber wieder zurück ins Spiel. Ein eher harmloser Weitschuss von Daniel Oberkofler wurde zwar zuerst gehalten, rutschte dann aber doch durch und hinter die Torlinie. Nur noch 2:3 und der Druck durch den EBEL Leader wuchs weiter an – so stark, dass Mike Ouellette in der 49. Minute sogar den 3:3 Ausgleich erzielen konnte.
Das machte den Tabellensechsten aus Ungarn nervös und nach einem Time Out der Gastgeber ging es in der selben Manier weiter. Justin Keller netzte nur 58 Sekunden nach dem Ausgleich zur 4:3 Führung – das Match war gedreht! Jetzt lief die Zeit für die Black Wings, die ihren Vorsprung bis in die spannende Schlussphase verteidigten. Knapp zwei Minuten vor Ende nahm Trainer Rob Daum ein Time Out, um seine Schützlinge noch einmal zu instruieren. Das gelang auch, denn die wenigen Versuche, die jetzt noch von den Magyaren gestartet wurden, prallten alle an Lorenz Hirn ab und der 4:3 Sieg war im Trockenen.
Es war das zweite Mal in dieser Saison, dass die Black Wings in Ungarn das letzte Drittel zu einem Comeback verwendeten und letzten Endes zwei Punkte entführen konnten. Mann des Abends war ein fehlerloser Lorenz Hirn, der in seinem zweiten Saisonspiel eine sehr gute Leistung bot und seinen ersten EBEL Sieg 2011/12 feierte.
Mit diesem Auswärtstriumph haben die Linzer ihre Tabellenführung weiter ausgebaut und liegen nun schon 9 Punkte vor den ersten Verfolgern. Am kommenden Freitag kommt einer davon in die Keine Sorgen EisArena: Olimpija Ljubljana hat wieder Rang 2 übernommen und somit kommt es wieder zu einem Spitzenspiel an der Unteren Donaulände.
Fehervar AV 19 – EHC Liwest Black Wings Linz 3:4 (0:0, 3:1, 0:3)
Tore: 1:0 Sikorcin (27.), 2:0 Pratt (33.), 2:1 Baumgartner (35./PP), 3:1 Sikorcin (38.), 3:2 Oberkofler (45.), 3:3 Ouellette (49.), 3:4 Keller (50.).
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