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Lindau. (PM Islanders) Nach dem erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase mit zwei Testspielerfolgen gegen den EV Füssen und HC Landsberg am vergangenen Wochenende stehen die... Ambitioniertes Auftaktprogramm: Peiting, Füssen und Höchstadt warten auf die EV Lindau Islanders

© Betty Ockert

Lindau. (PM Islanders) Nach dem erfolgreichen Abschluss der Vorbereitungsphase mit zwei Testspielerfolgen gegen den EV Füssen und HC Landsberg am vergangenen Wochenende stehen die EV Lindau Islanders gleich zum Saisonstart in der Eishockey-Oberliga Süd vor enorm großen Herausforderungen. Innerhalb von zehn Tagen hat die Mannschaft von EVL-Headcoach nicht weniger als fünf Spiele zu absolvieren. Gleich die ersten drei Partien haben es wahrlich in sich.

Zum Saisonauftakt am Freitag, 27. September, geht es nach Oberbayern zu keinem Geringeren als den EC Peiting. In der vergangenen Saison spielten die Oberbayern eine überragende Hauptrunde, die sie mit der Süd-Meisterschaft krönten. Die Erfolgsserie der Mannschaft von ECP-Cheftrainer Sebastian Buchwieser setzte sich in der Meisterrunde fort und gipfelte im Viertelfinaleinzug der Play-offs gegen die Füchse Duisburg. Erst der Herner EV verwehrte Peiting den Sprung ins Halbfinale.

Für die neue Saison ist sich der ECP treu geblieben und hat am Kader einmal mehr lediglich punktuelle Veränderungen vorgenommen. Allerdings müssen die Peitinger auch einige gewichtige Abgänge verkraften. Verteidiger Rob Brown und Stürmer Anton Saal haben ihre Karriere beendet, Marko Babic den Verein verlassen. Nicht mehr dabei ist auch Kontingentspieler Milan Kostourek, der nach Erfurt wechselte. Für ihn soll Stürmer Nardo Nagtzaam vom Oberligaserienmeister Tilburg Trappers auf Torejagd gehen.

Trotz der großen Qualität und Beständigkeit in der Mannschaft der Oberbayern blickt die dortigen Verantwortlichen auf eine überaus wechselvolle Vorbereitungsphase zurück. Gegen die Ligakonkurrenten Eisbären Regensburg und Memminger Indians setzte es drei, teils deftige Testspielniederlagen. Zudem erlitt Abwehrchef Brad Miller eine Gehirnerschütterung und wird bis auf Weiteres seiner Truppe nicht zur Verfügung stehen. Für den verletzten US-Amerikaner musste der 30-jährige Kontingentmann Martin Mazanec, der in den vergangenen Jahren überwiegend in der zweiten und dritten tschechischen Liga auflief, kurzfristig nachverpflichtet werden. „So richtig wissen wir immer noch nicht, wo wir stehen“, bekundete denn auch Cheftrainer Buchwieser vor Kurzem auf der ECP-Homepage. Während der Vorbereitung gastierte Peiting zu einem Test auch in der Lindauer Eissportarena. Hierbei führte das Buchwieser-Team im Mitteldrittel gegen den heimischen EVL mit 3:0, ehe das Schiedsrichtergespann die Partie wegen der widrigen Sichtverhältnisse auf dem Eis abbrechen musste.

Für die Islanders bedeutet das Auftaktspiel gegen Peiting gleich ein ganz dicker Brocken. Ob die Gäste vom Bodensee am Freitagabend, die während der Hauptrunde der Vorsaison gegen den ECP teils deftige Niederlagen einstecken mussten, die holprige Vorbereitung der Oberbayern nutzen können, bleibt abzuwarten. „Peiting ist eine grundsätzlich sehr eingespielte Mannschaft, die mit ihren vier Reihen High-Speed-Eishockey bietet. Aber jetzt gleich zu Beginn der Saison sind auch die angreifbar“, ist sich Sascha Paul, Sportlicher Leiter der EV Lindau Islanders, sicher. Die Begegnung in Peiting beginnt am Freitagabend um 19.30 Uhr. Wer nicht mit nach Peiting fahren und die Islanders unterstützen kann, wird das Spiel auf sprade.tv live mitverfolgen können.

Mit dem EV Füssen kommt am Sonntagabend (18 Uhr) einer der deutschen Traditionsvereine in die Eissportarena im Eichwald. Auf nicht weniger als 16 Deutsche Meistertitel blicken die Allgäuer in ihrer ruhmreichen Vergangenheit zurück. Gegründet als ESV Füssen in den 1920er-Jahren, benannte sich der Verein 1983 in den Eislaufverein Füssen um und spielte bis zur Insolvenz im Frühsommer 2015 regelmäßig zunächst in der 2. Eishockey-Bundesliga und später in der Oberliga. Nach dem Neustart in der Bezirksliga mit der Gründung des Eissportvereins Füssen ging es, sportlich gesehen, Jahr für Jahr nur noch nach oben. Dieser Erfolgsweg fand seinen vorläufigen Höhepunkt zum Ende der vergangenen Saison. In einer spannenden Schlussrallye setzten sich die Füssener im März dieses Jahres am Ende der Verzahnungsrunde gegen den Mitkonkurrenten TEV Miesbach durch und holten sich, hinter dem SC Riessersee, das Ticket für den Aufstieg in die Oberliga. Außerdem sicherte sich der EVF gegen Miesbach den Titel des Bayerischen Meisters in der Finalserie.

Zur anstehenden Spielzeit nicht mehr dabei in den Reihen der Allgäuer sind Ron Newhook, Markus Vaitl und Thomas Böck, die nach Kempten in die Bezirksliga wechselten. Tyler Wood, der vor einem Jahr von Sonthofen an den Kobelhang dazustieß, beendete außerdem seine aktive Zeit als Spieler. Dafür kann EVF-Headcoach Andreas Becherer, der gleich im ersten Jahr seines Trainerengagements dem Traditionsverein aus Füssen die Rückkehr in die dritthöchste Spielklasse ermöglichte, mit einigen Zugängen, die den Kader qualitativ weiter aufwerten, punkten. Der neue Kontingentmann Jalen Schulz (USA) und Quirin Stocker von ECC Preußen Berlin sollen in der Defensive für die größtmögliche Stabilität sorgen. In der Offensive hat Füssen mit Manfred Eichberger (TSV Peißenberg), Marco Deubler (Erding Gladiators), Martin Guth (Sonthofen) und Dejan Vogt (HC Landsberg) gleich vier Zugänge aufzubieten, die vorne für Wirbel sorgen sollen. Hinzu gesellen sich mehrere hungrige Förderlizenzspieler aus der DNL-Kooperation mit dem ESV Kaufbeuren. Insgesamt bietet der EVF eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern auf. Im Kern blieb der Großteil der Mannschaft zusammen, der sich nach der Insolvenz vor vier Jahren gefunden hatte.

Dass der EV Füssen eine schlagkräftige Truppe stellt, die gewillt ist, die Klasse zu halten, haben die EV Lindau Islanders am Freitagabend erleben können. Nur knapp mit 4:2 besiegten die Mannen von EVL-Chefcoach Chris Stanley die Allgäuer in Füssen. „Das ist eine läuferisch und kämpferisch sehr starke Mannschaft“, weiß der Sportliche Leiter Sascha Paul über den zweiten Gegner der Islanders in deren nunmehr vierten Oberligasaison. Mannschaft, Betreuer und Verantwortliche in Lindau sind sehr stolz, sich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte überhaupt mit dem EV Füssen in der Eishockey-Oberliga messen zu dürfen. Mit ausschlaggebend für einen Erfolg im ersten Heimspiel der Saison am Sonntagabend wird der Rückhalt der Islanders-Fans sein, die bereits beim 8:4-Erfolg zum Abschlusstest gegen Landsberg zu Hochform aufliefen und ihr Team nach Kräften unterstützten.

Der dritte Gegner der EV Lindau Islanders hat es ebenfalls in sich: Aus Mittelfranken reist der Höchstadter EC am Mittwoch, 2. Oktober (19.30 Uhr), an. Hierbei gibt es ein Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern, die vor Jahren unter der Flagge des Lindauer Eislaufvereins dem Puck hinterherjagten. Neben Jiri Mikesz hat zur neuen Saison dessen Ex-EVL-Stürmerkollege Michal Mlynek den Weg zu den Alligatoren gefunden. Auch der neue Cheftrainer der Höchstadter, Martin Sekera, war in Lindau als Spieler und Jugendtrainer im Einsatz. Der musste die Vorbereitung im Sommer dafür nutzen, den enormen Kaderumbruch mit zahlreichen Abgängen und Neuverpflichtungen in den Reihen des HEC zu bewältigen. Nicht mehr für Höchstadt auflaufen werden etwa Goalie Philipp Schnierstein, die Gebrüder André und Lukas Lenk, Ales Kreuzer oder Markus Babinsky. Neu im Team aufseiten des mittelfränkischen Klubs ist unter anderem Kontingentspieler Robin Maly. In der vergangenen Spielzeit lagen die Höchstadter zum Ende der Hauptrunde noch vor den Islanders, in der anschließenden Meisterrunde ging den Mittelfranken dafür etwas die Puste aus. Dazu kamen interne Querelen, die am Ende in einem vorzeitigen Trainerwechsel gipfelten.

Ob in der Bayern- oder Oberliga, Hauptrunde oder Verzahnungsrunde: Stets waren die Begegnungen zwischen Lindau und Höchstadt heiß und hart umkämpft und von prickelnder Rivalität geprägt. Beide Kontrahenten schenkten sich bis zur letzten Sekunde Spielzeit niemals keinen Zentimeter auf dem Eis und gingen bis an ihre Grenzen. Wollen die Islanders gleich zum Saisonstart den Grundstein für den frühzeitigen Klassenerhalt legen, sind zwei Heimspielsiege am Sonntag gegen Füssen und an Mittwoch kommender Woche gegen Höchstadt absolute Pflicht. Vor allem am Mittwoch hoffen die Verantwortlichen der Islanders auf viele Zuschauer in der Lindauer Eissportarena, da am darauffolgenden Tag Feiertag ist.

Spielmodus: Wie in der Vorsaison 2018/19 treten zwölf Mannschaften in der neuen Spielzeit in der Eishockey-Oberliga Süd an. Für den EV Landshut, dem der Aufstieg in die DEL2 gelang, mischt der Deggendorfer EC als Absteiger aus der zweithöchsten Spielklasse mit. Neu mit dabei ist auch der EV Füssen, der das Aufstiegsrecht wahrgenommen hat. Vom 27. September bis 7. Januar läuft die Oberliga-Hauptrunde. Hier spielen die Klubs in einer eineinhalbfachen Runde gegeneinander. Das heißt: Nach jeweils einem Hin- und Rückspiel gegen sämtliche Konkurrenten trifft der EVL nochmals Sonthofen, Füssen, Peiting, Memmingen und Riessersee. Am Ende der Hauptrunde sind die ersten zehn Mannschaften der Tabelle für die darauffolgende Meisterrunde qualifiziert, was zugleich den vorzeitigen Klassenerhalt bedeutet. Der Tabellenelfte und Tabellenzwölfte müssen in die Verzahnungsrunde mit den besten Eishockey-Bayernligisten um den Nichtabstieg kämpfen.

Redaktion

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