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Kassel. (PM Huskies) Um Haaresbreite hätte der Kasseler Angstgegner wieder zugeschlagen. Lange boten die Bayreuth Tigers den Kassel Huskies einen tollen Kampf, führten bis... Ein doppelter Christ schießt Huskies spät zum Sieg

Schiedsrichter Seedo Janssen spricht mit Denis Shevyrin – (C) by Sportfoto-Sale (SD)

Kassel. (PM Huskies) Um Haaresbreite hätte der Kasseler Angstgegner wieder zugeschlagen. Lange boten die Bayreuth Tigers den Kassel Huskies einen tollen Kampf, führten bis tief ins dritte Drittel, doch schlussendlich entschied Michi Christ mit zwei späten Toren die Partie zu Kassels Gunsten. 3:2 (1:1/0:1/2:0) lautete der Endstand.

Kaum war der Puck im Spiel, da hatten die 2.861 Zuschauer bereits den ersten Torschrei auf den Lippen, doch Corey Trivino brachte die Scheibe nicht an Timo Herden im Bayreuther Kasten vorbei (1.). Auf der Gegenseite kam auch Jerry Kuhn gut in die Partie; hielt stark gegen Busch (2.) und Davidek (6.). Doch kurz darauf leitete ein Lapsus des Kasseler Zerberus die Gästeführung ein. Hinter dem Tor vertändelte Kuhn die Scheibe, diese gelangte über Schmidt zu Rukajärvi und von dort ins Tor der Huskies (6.) – 0:1. Die Nordhessen trafen in der Folge zunächst nicht zum Ausgleich. Erst kurz vor Drittelende sollten die Schals in der Eissporthalle erstmals kreisen. Denis Shevyrin hatte aus vollem Lauf seinen Schlagschuss ausgepackt und Herden im langen Eck zum 1:1 überwunden (18.).

Doch auch der Ausgleich wollte den Knoten im Kasseler Spiel nicht lösen. Die Huskies waren um Kontrolle bemüht, sahen sich jedoch einem kampfstarken Gegner gegenüber. Insbesondere in Überzahl hatten die Gäste aus der Wagnerstadt beste Möglichkeiten auf die neuerliche Führung, doch Kuhn zeigte sich Mal um Mal als Meister seines Fachs. Mitten in eine Kasseler Drangphase hinein – Humphries scheiterte frei vor Herden und Karachun traf nur die Latte (beide 36.) – schlugen die Tigers erneut zu. Wieder war es ein Schuss von der blauen Linie, der – diesmal von Markus Lillich – abgefälscht den Weg ins Kasseler Netz fand (39.) – 1:2.

Mit dieser Hypothek gingen die Nordhessen ins Schlussdrittel. Die Schlittenhunde probierten viel, gelingen wollte jedoch zunächst wenig. Kirsch aus dem hohen Slot (44.), Humphries aus spitzem Winkel (48.), Moser per Bauerntrick (51.) – alle Versuche endeten beim souveränen Schlussmann der Bayreuther. Erst kurz vor Schluss schlug das Glück des Tüchtigen für die Huskies zu. Tiger Schmidt stolperte im Mitteldrittel über die Scheibe und eröffnete Spitzner den Konter. Der ECK-Youngster passte scharf auf den mitgeeilten Christ und dieser vollendete zum verdienten 2:2-Ausgleich (56.). Doch die Huskies wollten mehr! Kurz darauf erkämpften sich die Huskies abermals eine Scheibe tief im Gästedrittel, Michi Christ nahm Maß und jagte die Scheibe flach zum 3:2 ins Netz (59.). Und weil die nunmehr ermatteten Gäste aus Bayreuth keine Antwort mehr parat hatten, ergatterten die Huskies drei bereits verloren geglaubte Punkte.

Nun heißt es für die Nordhessen auf Reisen gehen! Am kommenden Sonntag, 20. Oktober, gastieren die Schlittenhunde bei den Tölzer Löwen, ehe am Freitag, 25. Oktober, das Auswärtsderby am Frankfurter Ratsweg ansteht.

Zum nächsten Heimspiel empfangen Tim Kehlers Mannen am Sonntag, 27. Oktober, den EHC Freiburg (18.30 Uhr).

Individuelle Fehler zerstören den möglichen Sieg in Kassel

Kassel Huskies vs. Bayreuth Tigers 3:2 (1:1, 0:1, 2:0)

Kassel: Kuhn, Hungerecker – Shevyrin (2), Müller, Walters, Tramm (2) Walters, Dinger (2), Humphries (2), Tramm, – Burns, Kirsch, Christ, Duffy, Caroll (4), Spitzner (2), Moser, Karachun (2), Valentin, Mueller, Trivino, Bettahar

Bayreuth: Jaeger, Herden – Martens (6), Veisert, Schmidt, Rukajärvi (2), Mannes, Karlsson (2) – Rajala, Busch, Davidek, Kolozvary, Järveläinen, Bartosch, Richter, Lillich, Kronawitter, Gron (4), Kunz, Kolb, Zimmermann

Zuschauer: 2861

Strafen: Kassel:16 Bayreuth:14 PP: Kassel: 0/4 Bayreuth: 1/5

Torfolge: 0:1 (8.) Järveläinen (Schmidt, Gron), 1:1 (18.) Sheveryn (Bettahar, Burns), 1:2 (39.) Lillich (Gron, Karlsson) PP1, 2:2 (56.) Christ (Spitzner, Müller), 3:2 Christ (Walters, Müller)

Bayreuth. (PM Tigers) „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Eben bis auf zwei Situationen, wo wir Kassel zwei Tore serviert haben. Wir hätten aber vorher den Deckel drauf machen können, was wir nicht gemacht haben. Kassel, im Augenblick das heißeste Team der Liga, hat das dann ausgenutzt. Ich bin aber nicht enttäuscht von der Leistung meiner Mannschaft, analysiert ein sichtlich niedergeschlagener Petri Kujala die sehr unglückliche Niederlage beim derzeitigen Spitzenreiter.

Zwei Spieldrittel lang hielten sich die Tigers die „Torfabrik“ der Liga vom Hals und ließen nur sehr wenige echte Chancen zu, die der für den erkrankten Jaeger im Tor stehende Timo Herden alle zur Nichte machen konnte. Das Tor und damit die Führung nach acht gespielten Minuten, als Järveläinen einen Schuss von Schmidt geschickt abfälschte, tat ihr Übriges dazu. Die Tigers traten mit Selbstbewusstsein und großem Engagement gegen die gastgebenden Huskies an. So konnte auch der Ausgleich durch Sheveryn, der kurz vor der ersten Pause von der blauen Linie mit einem strammen Schuss traf, die Tigers nicht aus dem Konzept bringen.

Man nahm im zweiten Abschnitt zunächst das Heft in die Hand und setzte die Hessen ordentlich unter Druck. So gelangen mehrfach gute Schüsse vors Tor des derzeitigen Top-Goalies der Liga, Jerry Kuhn. Auch im Überzahl zeigte man sich, im Vergleich zu den letzten Matches, stark verbessert und kreierte Chance um Chance. Bei genau so einem Überzahlspiel gelang dann auch die erneute Führung, als Lillich richtig im Slot stand und der Scheibe die entscheidende Richtungsänderung geben konnte. Das Glück des Tüchtigen war den Tigers in diesem Abschnitt auch hold, als Karachun einmal mit einem krachenden Schuss nur das Gestänge der Bayreuther Tores anvisierte.

Im Schlussdrittel hielt man weiterhin die Räume eng und den Gegner weg vom eigenen Tor. Kurz vor Ende – es waren noch knapp vier Minuten auf der Uhr- schlagen die Tigers bei einem Abwehrversucht über die Scheibe, welche Spitzner aufnimmt und vors Tor schlägt. Der dort lauernde Christ beförderte diese aus der Luft dann zum Ausgleich ins Netz. Und der nächste Fehler – nach einer Unterbrechung wegen einer gebrochenen Plexiglasscheibe – ließ nicht lange auf sich warten, als man im eigenen Drittel nicht den einfachen Weg suchte die Scheibe rauszuspielen sondern mit einem Querpass diese dem Gegner auflegte. Erneut Nutznießer dieser, 90 Sekunden vor dem Ende, entstandenen Situation: Michael Christ, der Kasseler Jung, der mit seinem zweiten Tor an diesem Abend den Deckel drauf machte.

„Gegen Bayreuth ist es immer schwer. Letztes Jahr haben wir 3 von 4 Spielen verloren. Sie spielen hart in der Defensive und hatten einen guten Torhüter. Teilweise haben sie uns richtig frustriert. Am Ende haben wir aber Charakter gezeigt und das Spiel noch drehen können“, zeigte sich Tim Kehler erleichtert über den knappen Sieg.

Redaktion

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