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Iserlohn. (MK) Eishockeyspiele sollten in der Regel immer durch die Spieler und nicht durch Entscheidungen der Unparteiischen (mit)entschieden werden. Lange Zeit sah es am... Iserlohn: Wolfsburger Siegtreffer fällt 0,3 Sekunden vor Spielende – Fanwut nach nicht nachvollziehbaren Schiedsrichterentscheidungen

Anthony Rech sorgte 0,3 Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung – © Sportfoto-Sale (JB)

Iserlohn. (MK) Eishockeyspiele sollten in der Regel immer durch die Spieler und nicht durch Entscheidungen der Unparteiischen (mit)entschieden werden. Lange Zeit sah es am Freitagabend nach dem ersten Saisonsieg der Iserlohn Roosters gegen Wolfsburg aus. Nur extrem schwer nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidungen in den Schlussminuten brachten Wolfsburg in Überzahl, die sie in der allerletzten Sekunde zum 2:3 Siegtreffer nutzten. Die Grizzlys festigten mit dem „Dreier“ ihren Pre-Playoff-Platz, während die Sauerländer nur noch rechnerische Chancen besitzen. Aber der Reihe nach …

Roosters erwischen Traumstart

Die Gastgeber erwischten einen Traumstart ins Spiel. Nach nur 26 Sekunden durften die Roosters erstmals jubeln. Lautenschlager hatte sich den Puck erkämpft, klug auf Grenier abgelegt, der zum 1:0 geschickt einnetzte. Raymond verpasste in der fünften Minute mit einer Direktabnahme den zweiten Treffer, scheiterte aber an Wolfsburgs Keeper Brückmann. Die erste Strafe im Spiel gegen Wolfsburgs Aubin nutzten die Hausherren erneut rasend schnell. Nach gerade einmal sechs Sekunden in Überzahl erhöhte erneut Grenier auf 2:0. Aubin (5.) und Höhenleitner (9.), der nur den Pfosten traf, hatten Wolfsburgs beste Chancen im Anfangsdrittel. Pech für Iserlohns Verteidiger Baxmann in der 17. Minute, als er einen Schuss knapp verzog. So blieb es nach dem ersten Drittel beim verdienten 2:0 für Iserlohn.

Grizzlys antworten in Abschnitt zwei nach 86 Sekunden

Im Mittelabschnitt fiel nach nur 86 Sekunden der nächste Treffer. Pfohl wurde im Slot nicht eng genug abgeschirmt und traf zum 2:1 Anschlusstreffer der Grizzlys. Halmo (24.) mit einem verdeckten Schuss und Clarke (26.) per Konter hatten gute Gelegenheiten für die Roosters, die allerdings nicht mehr ganz so intensiv und schnell im Spiel waren. Während Buschmanns Strafe (36.) verpasste Lautenschlager in Unterzahl das 3:1. Aubin hatte auf der Gegenseite die beste Powerplaychance für die VW-Städter. 34 Sekunden vor der zweiten Pause kassierte Wolfsburgs Lessio die nächste Hinausstellung. Ärgerlich für die Roosters, dass MacQueen nur das Torgestänge traf und auch Petan den Rebound nicht im Tor unterbringen konnte.

Wolfsburgs später Ausgleich

Die restliche Strafzeit verpuffte bis auf eine Großchance von Rooster MacQueen zu Beginn des dritten Drittels wirkungslos. Buschmann (44.) für die Roosters und Lessio (45.) für Wolfsburg hatten die nächsten guten Gelegenheiten in einer Phase des Spiels, in der permanent auf beiden Seiten hochkonzentrierte Torwartleistungen erforderlich waren. MacQueens Strafe (48.) blieb ohne Folgen für die Hausherren. Samanskis Strafe (51.) brachte die Sauerländer erneut in Unterzahl. Aber Torwart Jenike war weiterhin hellwach. Machacek kassierte 28 Sekunden vor Ablauf der Strafe die nächste Hinausstellung gegen Wolfsburg. Auch hier blieb der Torschrei aus. Das Spiel selbst war bis dahin jederzeit spannend, aber beide Teams neutralisierten sich häufig in der insgesamt verbissen, aber nicht hochklassig vorgetragenen Partie. Die Schlussphase hatte es dann allerdings wirklich in sich. Bittner gelang in der 57. Minute von der blauen Linie der durchaus verdiente Ausgleich für die Niedersachsen. Seinen Schuss sah Keeper Jenike offenbar einen Hauch zu spät.

Lessios „Diver“ bewerten die Referees als Strafe

Vieles deutete schon auf die nahende Verlängerung hin. Dann jedoch passierte genau das, was in einer so hektischen Schlussphase keinesfalls passieren sollte: Die Schiedsrichter Hinterdobler und Schrader rückten in den Mittelpunkt, weil sie gleich mehrere Szenen offensichtlich falsch einschätzten. Zunächst übersahen sie in der vorletzten Minute, dass der Schläger von Iserlohns MacQueen im Zweikampf an der Bande nichts in Kopfhöhe von Wolfsburgs Bittner zu suchen hat. Diese Szene kann man sicherlich noch in die Kategorie „sehr grenzwertig“ einordnen. Ein eigentlich klar ersichtliches Foul von Wolfsburgs Olimb an Iserlohns Weiß, der auch zu Fall kommt, übersah das Schiedsrichter-Duo ebenso. Und als im Gegenzug Wolfsburgs Lessio bei Iserlohns Goalie für den Bruchteil einer Sekunde „einfädelt“ und geschickt zum „Diver“ ansetzt, sprechen die Referees eine Strafe wegen Beinstellens gegen den Iserlohner Keeper aus. Eine Strafe, die kaum nachvollziehbar ist. Der verständliche Unmut der Zuschauer mündete in einem Bierbecherregen in Richtung Eisfläche und lautstarken Unmutsäußerungen. Die anschließende Überzahl nutzte Wolfsburg sehr clever durch Rech, der am rechten Pfosten sträflich freistehend Keeper Jenike mit einer starken Aktion zum 2:3 austrickste. Und das wahrlich in der allerletzten Sekunde. Der Treffer fand nach Videobeweis auch seine rechtmäßige Anerkennung, denn er fiel exakt 0,3(!) Sekunden vor Spielende. Die Voraussetzung für diesen Treffer war die Wolfsburger Überzahl und diese war nicht nachvollziehbar. Der Knockout für die Roosters an diesem Abend. Das Spiel wurde erst gar nicht mehr angepfiffen. Iserlohns Spieler gingen enttäuscht und wutentbrannt mit einigen „freundlichen Worten“ zu den Unparteiischen in Richtung Kabine, während sich die Fanszene noch längst nicht beruhigt hatte.

Der Frust war bei den Iserlohnern nach Spielende riesengroß, weil der Wolfsburger Siegtreffer natürlich auch aufgrund der nicht gegebenen Strafe gegen Olimb in Überzahl fiel. Andererseits hatten es die Sauerländer zuvor mehrfach versäumt den dritten Treffer zu erzielen. Iserlohns sichtlich angefressener Coach Jason O´Leary wollte sich nach dem Spiel – ganz „DEL-like“ – verständlicherweise nicht zur Schiedsrichterleistung äußern.

Die „big Points“ gehen somit nach Wolfsburg. Iserlohns Rückstand auf Platz zehn beträgt somit wieder nur noch rechnerisch einzuholende 13 Punkte. Bis zum Derby am Sonntag in Düsseldorf müssen die Trainer die hängenden Köpfe ihrer Spieler wieder frei bekommen und aufrichten. Die Niederlage war zumindest tabellarisch ein Wirkungstreffer.

Die Trainerstimmen zum Spiel

7475
Welches dieser Teams steht am Ende der Hauptrunde auf einem Playoff-Platz?

Redaktion

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