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Als es am Mittwochabend die zweite Saisonniederlage setzte, musste man schon aufhorchen. Ausgerechnet Schwenningen sollte die bisher so souveränen Mannheimer per Shutout bezwingen? Was... Mannheim und lange nichts – sind die Adler der Meisterschaftsfavorit?

Als es am Mittwochabend die zweite Saisonniederlage setzte, musste man schon aufhorchen. Ausgerechnet Schwenningen sollte die bisher so souveränen Mannheimer per Shutout bezwingen? Was auf den ersten Blick verrückt klingt, ist in der Realität genau so geschehen. 0:4 verloren die Adler auswärts. Nichtsdestotrotz verbleiben sie mit Abstand an der Tabellenspitze und mausern sich nach bisherigem Saisonverlauf zu einem Favoriten auf die Meisterschaft.

Schon 15 Punkte auf Platz 7

Joonas Lehtivuori – © by AS Sportfoto / Soerli Binderlick 

Ein Blick auf die DEL-Tabelle lässt für die verbleibenden drei Fünftel der Spielzeit Gutes verhoffen. Mit 15 Punkten Vorsprung auf den Tabellensiebten aus Köln gehen die Adler als einer der Topfavoriten in Richtung Playoffs. Wenn man dazu bedenkt, dass die Haie bereits ebenfalls ein Spiel mehr auf dem Konto haben, vergrößert sich dieser Vorsprung sogar noch. Der 11. aus Iserlohn ist unterdessen bereits um 27 Punkte abgehängt und konnte damit nicht einmal die Hälfte der Mannheimer Zähler einsammeln. Somit wird auch dem Letzten klar: die Adler können für die Playoffs planen. Nach 22 Spielen stehen starke 16 Siege sowie nur sechs Niederlagen auf dem Konto. Das angesprochene Spiel gegen Schwenningen war dabei erst das zweite Spiel ohne einen Punkt aus Verlängerung oder Penaltyschießen. Doch die bislang erreichten 51 Punkte bedeuten noch deutlich mehr, wenn man auf die eher durchschnittlich verlaufene letzte Spielzeit blickt. Dort standen am Ende ganze 78 Punkte, die man bei Fortführung der gezeigten Leistungen wohl schon bald in den Schatten stellen wird.

 

Die Adler also als Favorit auf den Meistertitel? Oder kann Red Bull München die Meisterschafts-Tradition fortsetzen, die der FC Bayern vor langer Zeit in der bayerischen Hauptstadt anstieß? Wie in den Bundesliga Quoten ist auch in der DEL der dreimal in Folge zum Meister gekürte Münchner Klub zumindest bei den Buchmachern noch immer der Favorit. Ein Vergleich zwischen den Statistiken der aktuellen sowie der vergangenen Spielzeit genügt bereits, um die Adler zu beachten. Aktuell treffen die Adler mit scheinbar traumwandlerischer Sicherheit ins Tor, erzielten 3,59 Tore pro Spiel. In der abgelaufenen Saison waren es noch 2,90 Tore pro Spiel. Doch nicht nur die Offensive zeigt sich unter dem neuen Trainer Pavel Gross von Grund auf verbessert. Defensiv ist es ebenfalls ein deutlich sichtbarer Aufwärtstrend. Von 2,86 Gegentoren pro Spiel fiel der Schnitt auf 2,23. Seit 2008 war Gross in verschiedenen Positionen bei den Grizzlys Wolfsburg tätig und führte die Niedersachsen dreimal in den letzten sieben Saisons in die Finalserie der DEL. Auch wenn sein Team diese nie gewinnen konnte, wurde er zwangsweise für einen Verein wie Mannheim interessant.

 

Jubel bei Chad Kolarik – © by Eh.-Mag. (GK)

Teamleistung statt Topstars bestärkt den Trend

Nicht nur der Blick auf die Tabelle zeigt das Wirken von Pavel Gross eindrucksvoll. Der Trainer hat zudem eine Mannschaft geschaffen, die als Einheit auftritt und dabei keinen Topstar auf dem Eis benötigt, um erfolgreich zu sein. Die erste Meisterschaft seit 2015 ist schließlich das Ziel, sodass sich die Adler keine unnötigen Schwächen leisten können. Wer sich die Top-Scorer der DEL nach meist 22 oder 23 Spielen anschaut, findet unter den Top-10 keinen einzigen Adler. Doch während Jon Matsumoto (1.) und Anthony Camara (3.) mit den Iserlohn Roosters um den Anschluss an Platz 10 kämpfen, zeigen die Adler danach durchaus Präsenz. Andrew Desjardins (21 Punkte in 22 Spielen), David Wolf (19 in 20), Ben Smith (18 in 22) sowie Nationalspieler Matthias Plachta (17 in 22) zeigen, dass es gemeinsam besonders gut laufen kann. Nicht zu vergessen das Torhütergespann um Dennis Endras sowie Chet Pickard. Beide kommen auf einen Gegentorschnitt von knapp über 2,00 und besitzen zudem eine Fangquote von über 90%.

Während die Adler vorneweg marschieren, hätten sie zugleich ebenso viel Grund dazu, sich zu beklagen. Schließlich schlug das Verletzungspech in dieser Saison bereits besonders stark zu und legte einige der wichtigsten Spieler Mannheims lahm. Jüngstes Opfer dieser Verletzungswelle ist der finnische Neuzugang Joonas Lehtivuori, der schon beeindruckende 16 Punkte erzielte, nachdem er im Sommer von HPK nach Deutschland wechselte. Der Abwehrmann wird vier bis sechs Wochen ausfallen und könnte angesichts seiner bisherigen Leistungen zu einem noch größeren Verlust werden als die des kreativen Centers Marcel Goc, der bereits nach zwei Spielen die Segel streichen musste. Auch das Talent aus der eigenen Jugend, Moritz Seider, verletzte sich, nachdem er 2018/19 bereits 15 Spiele für die “großen” Adler bestritt. Cody Lampl als Mann für die Tiefe im Kader fehlt ebenfalls verletzt und kommt bislang auf lediglich sechs Spiele. Insbesondere wenn Goc und Lehtivuori zurückkehren, ist davon auszugehen, dass sich die Adler nochmals steigern werden. Die Konkurrenz aus München, Berlin und Co. wird sich in den Playoffs warm anziehen müssen, um diese geschlossene Einheit niederzuringen.

Redaktion

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