Eishockey-Magazin

Eishockey News, Videos, Fotos, Stories – – – alles kostenlos

Neuwied. (PM EHC) Manche Tore sind einfach nur zum Staunen, manche Tore sind wichtig, andere sind beides. Wenn es im Eishockey eine Auszeichnung für... Neuwied: Smiths Zaubertor kommt zur rechten Zeit

Jeff Smith. © EHC Neuwied Media/PR


Neuwied. (PM EHC) Manche Tore sind einfach nur zum Staunen, manche Tore sind wichtig, andere sind beides. Wenn es im Eishockey eine Auszeichnung für das Tor des Monats gäbe, käme Jeff Smith in die engere Auswahl.

Mit dem Rücken zum gegnerischen Kasten stehend, die Kelle nach hinten zwischen den Beinen hindurch gerichtet, fälscht der US-Amerikaner in der 59. Minute des ersten Halbfinales der Eishockey-Regionalliga West zwischen dem EHC „Die Bären“ 2016 und dem Herforder EV einen Schlagschuss von Kevin Wilson mit einer Aktion ab, bei der sich Ungeübte wohl Verrenkungen in den Armen zugezogen hätten. Ein Kunstwerk von einem Treffer zum 3:2 genau zum richtigen Zeitpunkt. Smith macht nicht nur mit dieser Aktion den Unterschied: Drei Tore erzielt der 31-Jährige beim 4:2-Sieg der Neuwieder, die somit zum ersten Mal seit der Neugründung des Vereins vor dreieinhalb Jahren im Dauerduell mit Herford eine Serie anführen und den 1:0-Vorsprung schon am Sonntag ab 18 Uhr in Herford verdoppeln wollen.

Allen war bewusst, dass dieser Vergleich zwischen dem Pre-Playoffs-Zweiten und dem -Dritten ein harter Kampf wird, und genau das bestätigte die erste von mindestens drei Begegnungen. „Aber insgesamt haben wir verdient gewonnen“, fand EHC-Manager Carsten Billigmann. Auch wenn die Bären erst 112 Sekunden vor Schluss erstmals in Führung gingen, agierten sie bei gleicher Mannschaftstärke auf dem Eis druckvoller und hatten mehr Spielanteile. Aber fünf gegen fünf gab es nicht viel vor 874 Zuschauern. Eingangs mussten sich die Bären ankreiden lassen, in drei Überzahlsituationen in den ersten zehn Minuten zu wenige Aktionen mit Zug zum Tor eingebracht zu haben. Die Anfangsphase gab bereits einen Vorgeschmack auf das, was über die gesamte Spieldauer hinweg folgte. Etliche Über- und Unterzahlsituationen machten es beiden Teams schwierig, einen Rhythmus zu finden, und trotzdem zeigten sie Playoff-Eishockey vom Feinsten: intensiv, temporeich und spannend. Irgendwann, das ist bei der Qualität hüben wie drüben folgerichtig, fällt bei so viel Powerplay dann auch fast schon zwangsläufig ein Tor. In der 17. Minute verwandelte Luca Häufler einen Nachschuss zum 0:1, nachdem die Drachen aus einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Nummer-eins-Verteidigern Maik Klingsporn und Guillaume Naud – mehr Ring- als Faustkampf – mit einer Strafe weniger davongekommen waren. Aber der EHC reagierte gut. Von der blauen Linie zog Sam Aulie ab und vor dem Tor fälschte Jeff Smith unhaltbar für Kieren Vogel ab (19.).

Spätestens im zweiten Drittel spürte man, dass an diesem Abend kein Torfestival zu erwarten ist, wie es das eine oder andere zwischen Bären und Drachen in der Hauptrunde gab. Schließlich sind jetzt Playoffs, in denen für einen offenen Schlagabtausch zu viel auf dem Spiel steht. Tormöglichkeiten blieben Mangelware, die beste besaß Herfords Torjäger Killian Hutt, der mit der heruntertickenden Uhr um die Wette lief und seinen Meister in Justin Schrörs fand. 0,7 Sekunden fehlten noch zur zweiten Pause, als der Bullypfiff nach seiner Glanzparade ertönte.

Den Schlussabschnitt begann der EHC druckvoll, aber Fabian Staudt stellte diese Eindrücke auf den Kopf. Bedient von Hutt, erzielte er aus dem Zentrum das 1:2 (46.). Die Partie wurde nun offener und stand nach Sam Aulies Distanzschuss in Überzahl wieder ausgeglichen (49.). Justin Schrörs hatte kurz später das Glück des Tüchtigen an seiner Seite, als ein Schuss von Nils Bohle knapp am Tor vorbeitrudelte, auch HEV-Schlussmann Kieren Vogel konnte bei Smiths Lattentreffer einmal tief durchatmen (53.). Aufgeschoben war nicht aufgehoben, Smith wurde trotzdem noch zum Matchwinner: Durch sein Traumtor in der 59. und seinen dritten Streich 51 Sekunden später zum 4:2-Endstand. Nach Vorarbeit von Maik Klingsporn und Kevin Wilson machte der US-Amerikaner den Sack zu.

Neuwied: Schrörs (Köllejan) – Pering, Hellmann, D. Schlicht, Klingsporn, Morys, Neumann, Scharfenort – Fröhlich, Asbach, Wilson, Litvinov, Müller, Aminikia, Herz, Wasser, Smith, Etzel, Aulie.
Herford: Vogel (Allendorf) – Martin, Gehring, Naud, Brinkmann, Droick, Hilgenberg, Rempel – Weikamp, Unger, Bohle, Berezovskij, Staudt, Chmelkov, Häufler, Hutt.
Schiedsrichter: Daniel Melcher/Marcus Hahn.
Zuschauer: 874.
Strafminuten: 22 + Disziplinarstrafe gegen Klingsporn : 20 + Disziplinarstrafe gegen Naud.
Tore: 0:1 Luca Häufler (Unger, Hutt) 17‘, 1:1 Jeff Smith (Aulie, Wilson) 19‘, 1:2 Fabian Staudt (Hutt, Berezovskij) 46‘, 2:2 Sam Aulie (Wasser, Klingsporn) 49‘, 3:2 Jeff Smith (Wilson, D. Schlicht) 59‘, 4:2 Jeff Smith (Wilson, Klingsporn) 60‘.

Redaktion

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.