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NHL 2019 – 10 Themen rund um die schnellste Liga der Welt NHL 2019 – 10 Themen rund um die schnellste Liga der Welt
Wer wird MVP? In der Vorsaison war das Rennen um die Auszeichnung als wertvollster Spieler der National Hockey League so spannend, wie seit langem... NHL 2019 – 10 Themen rund um die schnellste Liga der Welt

Wer wird MVP?

In der Vorsaison war das Rennen um die Auszeichnung als wertvollster Spieler der National Hockey League so spannend, wie seit langem nicht mehr (genauer seit 2012/13). Am Ende setzte sich Taylor Hall knapp vor Nathan MacKinnon durch. Hall und seine Devils schwächeln aktuell. Selbst mit einem sehr guten weiteren Saisonverlauf erscheint es unwahrscheinlich, dass Hall erneut zum MVP gekrönt wird.

Die Bahn wäre frei für MacKinnon. Zumal sich der, nach 97 Punkten in 74 Spielen 2017/18, aktuell mit 45 Punkten in 30 Partien sogar noch einmal verbessert hat. Dumm nur, dass der eigene Reihenkollege Mikko Rantanen sogar noch drei Zähler mehr auf der Habenseite hat, und damit das NHL-Scoring anführt. Dazu spielt auch Gabriel Landeskog, der dritte Teil von Colorados Topreihe, eine sehr gute Saison. MacKinnon könnte in dieser Saison also das Problem haben, dass die eigenen Teamkollegen ihm wertvolle Stimmen beim Voting wegnehmen könnten.

Gleiches gilt aber für fast alle Anwärter. Nikita Kucherov hat plötzlich einen stark verbesserten Braden Point in seiner Reihe. John Tavares spielt mit Mitchell Marner zusammen. Johnny Gaudreau hat Sean Monahan und Elias Lindholm. Es gibt viele Teams mit einer starken ersten Reihe, aus der kein Spieler wirklich hervorsticht.

Die üblichen Verdächtigen wie Connor McDavid (trotz Leon Draisaitl), Sidney Crosby oder Alexander Ovechkin haben den Vorteil, dass sie zwar ebenfalls gute Mitspieler besitzen, ihr einzigartiges Talent aber deutlicher hervortritt. Erstaunlicherweise sind Torhüter bisher noch keine wirklichen Kandidaten für den MVP. Aktuell sieht es so aus, als könnte die Abstimmung in dieser Spielzeit noch knapper werden als im Vorjahr.

Wie viele Punkte reichen für die Art Ross Trophy?

Entscheidend für den Gewinn der Hart Trophy könnte der Gewinn der Art Ross Trophy für den Spieler mit den meisten Punkten sein. In fünf der letzten zehn Jahre konnte ein Spieler beide Auszeichnungen in einer Saison abräumen. Allerdings war McDavid erst letztes Jahr ein Gegenbeispiel.

Interessant wird, wie viele Punkte zum Gewinn des Scoring Titels ausreichen. Seit Joe Thornton 2005/06 mit 125 Punkten für die Bruins UND Sharks sammelte, ging die Ausbeute teilweise stark nach unten. Aktuell sind Rantanen (131) und MacKinnon (123) auf Kurs eine ähnliche Punktezahl wie Thornton zu erreichen. Zudem könnten insgesamt zehn Spieler eine dreistellige Zahl an Punkten sammeln. Es könnte ein hochklassiger Wettbewerb um die Art Ross Tropy werden.

Wer wird Meister 2019?

Der Titelgewinn der Capitals kam aus dem Nichts, und den sensationellen Lauf der Golden Knights hatte erst recht kein Experte vorhergesagt. Wer wird im Frühjahr 2019 das Team, was in den Playoffs heiß läuft und alle überraschen kann? Die Blackhawks waren 2013 die letzte Mannschaft, die als beste Mannschaft der regulären Saison auch den Stanley Cup gewinnen konnte. Die Canucks waren 2011 der letzte Vizemeister, der in der normalen Saison die meisten Punkte sammeln konnte.

In der NHL gilt mehr als in allen anderen Sportarten, dass die Playoffs eine komplett neue Spielzeit sind. Erfolg in der Hauptrunde bedeutet nichts in den Serien danach. Aus dem Thema Meisterschaft ergibt sich auch die nächste Frage.

Endet die Durststrecke Kanadas?

Das Mutterland des Eishockeys wartet seit 1993 auf den Gewinn des Stanley Cups. Mehr als ein Vierteljahrhundert konnte kein Team aus Kanada die Meisterschaft gewinnen. Dazu stehen insgesamt auch nur vier Finalteilnahmen für kanadische Mannschaften in diesem Zeitraum. Aktuell gehören zumindest die Maple Leafs, Jets und eventuell die Flames zum erweiterten Titelkreis. Gelingt es einem dieser drei Teams die Durststrecke zu beenden?

Connor McDavid – © by Eh.-Mag. (JB)

Wer trainiert die Edmonton Oilers?

Ken Hitchcock kann nicht die langfristige Lösung für die Oilers sein. Es wirkt so, als hätte der 66-jährige seinen Ruhestand nur aufgeschoben, um wenigstens einmal in seiner Heimatstadt Trainer zu werden. Aber wer kommt nach Hitchcock? Wer trainiert den besten Spieler seiner Generation und macht Edmonton wieder zu einem Anwärter auf die Meisterschaft? Auf dem Papier ist McDavid bis 2025 an die Oilers gebunden. Beweisen die ihm aber nicht bald, dass sie ein konkurrenzfähiges Team um ihn herum aufbauen können, dann ist noch mehr Unruhe vorprogrammiert.

Concussions & Bodychecks

Die NHL hat erkannt, dass das Thema Gehirnerschütterungen weiterhin eines der wichtigsten Themen rund um die Liga ist. Obwohl ein Gerichtsverfahren mit ehemaligen Spielern durch die Zahlung von knapp 19 Millionen Dollar im Rahmen verschiedener Leistungen endete, könnte weitere gerichtliche Probleme auf die NHL zukommen. Als Konsequenz daraus fährt das Player Safety Department mittlerweile fast eine Nulltolleranzlinie. Selbst scheinbar sauber Checks werden dann bestraft, wenn in der Folge ein Gegenspieler eine Kopfverletzung erleidet. Das führt dazu, dass in einigen Partien die Spieler deutlich sichtbar auf den Körperkontakt verzichten, weil sie keine größere Strafe riskieren wollen. Verliert die Liga durch diese Entwicklung viel von ihrem körperlichen Element?

Welchen Einfluss hat die neue Franchise aus Seattle?

Es sind noch zwei Jahre, bis im Nordosten der USA das 32. Team der National Hockey League den Spielbetrieb aufnimmt. Allerdings beeinflusst die Franchise bereits ab diesem Sommer die etablierten Teams. Zum einen werden die Besitzer weiter an ihrem Management arbeiten. Für Las Vegas war die Verpflichtung von George McPhee einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum schnellen Erfolg. Wer übernimmt in Seattle diese Funktion? Und wie viel haben die anderen Mannschaften aus dem Expansion Draft der Golden Knights gelernt? Können einige Manager ihre Spieler besser schützen oder leisten sich keine groben Fehler wie im Sommer 2017?

Die Deutschen

Drei Jahre hintereinander wurde ein deutscher Spieler Meister. Wer folgt auf Tom Kühnhackl und Philipp Grubauer? Die besten Chancen hat vielleicht sogar „Grubi“ auf eine Titelverteidigung. Leon Draisaitl ist sicher der beste deutsche Feldspieler, aber die Oilers haben alles andere als einen guten Saisonstart hingelegt. Draisaitl, Grubauer Thomas Greiss und Dominik Kahun haben zumindest auch nach dieser Saison ihren Arbeitsplatz sicher. Dagegen müssen sich die anderen DEB-Akteure eventuell einen neuen Verein suchen, oder sogar den Rückweg über den Atlantik gehen. Tobias Rieder ist im Sommer noch restricted Free Agent, Tom Kühnhackl und Korbinian Holzer sind komplett ohne Vertrag. Erstmals seit Jahren könnte sich die Anzahl deutscher NHL-Spieler deutlich reduzieren.

Wer spielt in Deutschland?

In diesem Jahr durften die deutschen NHL-Fans Connor McDavid bejubeln, und die Kölner konnten Leon Draisaitl feiern. Wie die Kollegen von Hauptstadteishockey berichten, soll 2019 ein Spiel in Berlin stattfinden. Die logische Wahl wären die Los Angeles Kings, da der Anschütz Entertainment Group sowohl Kings als auch die Eisbären Berlin gehören. Marco Sturm könnte als bereits im nächsten Herbst als Trainer nach Deutschland zurückkehren. Auch bei ihm wäre die Frage, welchen Vertrag er dann unterschrieben hat – Co-Trainer oder Trainer?

Was passiert mit dem Tarifvertrag?

Der Tarifvertrag zwischen der National Hockey League und der National Players Association endet offiziell erst 2022. Allerdings besitzt die Liga bis zum 1. September das Recht aus dem gültigen Vertrag auszusteigen. Die Frist der Spielergewerkschaft endet sogar erst am 19. September. In den nordamerikanischen Medien wird an einigen Stellen bereits davon ausgegangen, dass eine der beiden Parteien auf jeden Fall aus der Vereinbarung aussteigen wird. Um das zu vermeiden, unterhalten sich die Verantwortlichen hinter den Kulissen bereits seit Monaten. Gelingt es der NHL erstmals seit langem einen Arbeitskampf zu vermeiden? Geld genug sollte vorhanden sein. Der Salary Cap steigt kontinuierlich, und vor kurzem verkündete die Liga die Öffnung in Richtung Sportwetten. Aber wo viel Geld ist, da entstehen auch schnell Konflikte.

(Lars Mahrendorf)

Foto: Jubel bei den Oilers – © by Eh.-Mag. (JB)

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