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NHL Playoffs 2019 – Runde 1 – Tampa Bay Lightning vs. Columbus Blue Jackets NHL Playoffs 2019 – Runde 1 – Tampa Bay Lightning vs. Columbus Blue Jackets
Nur der Titel zählt Die reguläre Saison Historisch. Dieses eine Wort beschreibt die Saison der Tampa Bay Lightning zutreffend, lässt aber kaum erahnen, wie... NHL Playoffs 2019 – Runde 1 – Tampa Bay Lightning vs. Columbus Blue Jackets

NHL LogoNur der Titel zählt

Die reguläre Saison

Historisch. Dieses eine Wort beschreibt die Saison der Tampa Bay Lightning zutreffend, lässt aber kaum erahnen, wie bemerkenswert die Saison der Bolts tatsächlich war. Tampa stellte den Rekord von 62 Siegen der Detroit Red Wings aus der Saison 1995/96 ein. 128 Punkte bedeuteten am Ende der Saison einen Vorsprung von 21 Punkten gegenüber den Boston Bruins und Calgary Flames. Diverse offensive Statistiken (Tore pro Spiel, Powerplay, Torverhältnis usw.) bedeuten einen Bestwert in der NHL seit Mitte der 90er Jahre. Im Grund spielte offensiv eher wie eine Mannschaft aus den 1980ern, als ein Team im Jahr 2019. Tampa hat nur ein Problem. Ab jetzt interessieren diese Statistiken nicht mehr. Bereits im Vorjahr war Tampa das beste Team der Eastern Conference, verlor dann aber trotz Heimrecht und 3-2 Führung das Ostfinale gegen die Washington Capitals. Nach zwei Niederlagen im Eastern Conference Final und der Finalniederlage 2015 gegen die Chicago Blackhawks zählt für Tampa Bay nur der Titel.

 

Auf der Gegenseite herrscht nicht weniger Druck als in Florida, nur auf etwas andere Art und Weise. Während der letzten Sommerpause und der regulären Saison bis zur Trade Deadline wurde immer wieder spekuliert, wohin General Manager Jarmo Kekalainen seine beiden Stars Artemi Panarin und Sergei Bobrovsky abgeben würde. Stattdessen holte sich Kekalainen zur Trade Deadline mit Matt Duchene, Ryan Dzingel und Adam McQuaid weitere Akteure in den Kader, die keinen gültigen Vertrag über diese Saison hinaus haben. Der erhoffte Effekt blieb größtenteils aus. Die Blue Jackets konnten sich als zweites Wild Card Team im Osten gerade so für die Playoffs qualifizieren. Dabei verspielten sie mit 98 Punkten eine bessere Platzierung in der Metropolitan Division allerdings auch nur knapp. Gegen Tampa droht das frühe Aus in den Playoffs und der Verlust viele Spieler ohne einen Gegenwert.

 

Der direkte Vergleich

Eine Serie zwischen diesen beiden Vereinen gab es in den Playoffs bisher noch nie.

Auch im direkten Duell ist Tampa klar seine Favoritenrolle gerecht geworden. Alle drei Spiele gewannen die Lightning, bei einem Torverhältnis von 17:3!!!

 

Nikita Kucherov – © Mark LoMoglio/NHLI via Getty Images

Der Angriff

Die überragenden Mannschaftsergebnisse spielen sich natürlich auch in den individuellen Zahlen der Spieler von Tampa Bay wieder. Nikita Kucherov sammelte mit 128 Punkten so viele, wie zuletzt Jaromir Jagr und Mario Lemieux 1995/96. Wie die Penguins Mitte der 90er, so hatte auch das diesjährige Team der Lightning drei Spieler die mehr als 40 Tore erzielt haben. Kucherov (41), Steven Stamkos (45) und Brayden Point (41) bildeten den Kern der überragenden Offensive. Tyler Johnson und Yanni Gourde erzielten über 20 Tore und weitere sechs Spieler trafen zweistellig.

 

Auch die Blue Jackets hatten eine 40-Tore Spieler. Cam Atkinson knackte mit 41 Treffern  erstmals in seiner Karriere diese Grenze. Panarin, Pierre-Luc Dubois, Josh Anderson und Oliver Bjorkstrand erzielten mehr als 20 Tore. Insgesamt waren aber nur neun Spieler von Columbus im zweistelligen Trefferbereich. Einschränkend muss dabei aber angefügt werden, dass Duchene und Dzingel in ihren 23 bzw. 21 Spielen je 4 Tore und 8 Punkte erzielt haben.

 

Tampa hatte das beste Torverhältnis in der Geschichte der NHL mit +103. Die Blue Jackets lagen mit +26 noch auf Rang 11, im Osten waren aber nur die Hurricanes mit +22 schlechter.

Die Verteidigung

Seth Jones (25:49 Minuten) ist der Spieler in den Playoffs der Eastern Conference, mit der  meisten Spielzeit in der regulären Saison. Zusammen mit Zach Werenski bildet Jones eines der besten jungen Verteidigerpaare der NHL. Allerdings spielt bei Tampa Bay der amtierende Norris Trophy Gewinner Victor Hedman. Dazu besitzen die Lightning mit Ryan McDonagh, Anton Stralman (wenn er gesund ist), Mikhail Sergachev, Erik Cernak und Braydon Coburn eine der tiefsten Defensiven der Liga. Bei Columbus fehlt mit Ryan Murray dagegen ein Verteidiger, der sich im Laufe dieser Saison zu einer verlässlichen Größe in der Verteidigung der Blue Jackets entwickelt hatte.

 

Ein Punkt der Columbus vielleicht Hoffnung machen könnte sind die qualitativ hochwertigen Torchancen. Tampa ließ 673 “High Danger Scoring Chances” zu, die Blue Jackets lagen mit 700 nicht weit dahinter (Rang 7 bzw. Rang 11 der Liga). Allerdings müssen diese Torchancen auch genutzt werden bzw. ein Torwart kann die besten Angriffe durch gute Paraden noch zunichtemachen.

 

Die Torhüter

Sergei Bobrovsky spielte für seine Verhältnisse eine durchschnittliche Saison. Der zweimalig Vezina Trophy-Gewinner blieb mit einer Fangquote von 91,3 % und einem Gegentorschnitt von 2,58 hinter seinem Karriereschnitt. Ab Anfang März zeigt die Formkurve von Bobrovsky aber wieder nach oben, auch einer der Gründe, warum die Blue Jackets überhaupt noch die Playoffs erreichen konnten. Das Problem von Bobrovsky waren aber selten die Leistungen in der regulären Saison, sondern immer die Performance in der Endrunde. Dort kam der 30-jährige in keiner Saison auch nur im Ansatz an seine Werte aus der Hauptrunde heran. Auch im Vorjahr kassiert Bobrovsky 3,18 Tore gegen die Capitals und hielt nur 90 % der Torschüsse. Damit Columbus auch nur den Hauch einer Chance gegen Tampa Bay hat, muss Sergei Bobrovsky in Vezina-Form spielen.

 

Wie in den anderen Mannschaftsteilen auch, kann aber selbst eine überragende Leistung des Torhüters am Ende nicht genug für einen Erfolg von Columbus sein. Andrei Vasilevskiy ist in dieser Saison ein Kandidat für die Auszeichnung des besten Torhüters der Liga, und könnte die Leitungen seines Gegenübers sogar noch übertreffen. 2,4 Gegentore und 92,5 % Fangquote sind sehr gute Werte in der regulären Saison. Im Gegensatz zu Bobrovsky führte Vasilevskiy seine Mannschaft außerdem bereits durch mehrere Playoffrunden. Trotz des Altersunterschieds von sechs Jahren ist der jüngere der beiden russischen Torleute, auch der erfahrenere Playoffspieler.

 

Steve Stamkos von den Tampa Bay Lightning - NHL

Steve Stamkos – © by Media

Die Special-Teams

In den Special Teams zeigt sich die Qualität und Tiefe der Lightning noch einmal besonders deutlich.  28,2 % Überzahlspielquote und 85 % in Unterzahl bedeuten Bestwert in diesen Kategorien. Columbus könnte in diesem Bereich Hoffnung aus der eigenen Stärke im Penalty Killing ziehen. Mit ebenfalls 85 % rangieren die Blue Jackets nur knapp hinter den Lightning auf Platz zwei. Allerdings scheint Tampa das Unterzahlspiel von Columbus entschlüsselt zu haben. Bei elf Versuchen erzielten die Bolts in den direkten Vergleichen sechs Tore.

 

Einen wirklichen Vorteil hat Columbus bei der Anzahl der kleinen Strafe. Nur die Maple Leafs sammelten weniger Zweiminutenstrafen (207) als Columbus (213). Tampa Bay konnte sich aufgrund des guten Unterzahlspiels leisten, mit 299 Strafen 2018/19 auch diese Kategorie anzuführen.

 

Der Heimvorteil

Tampa siegte in der heimischen Amalie Arena in 32 Spielen. Auswärts waren die Bolts fast ebenso stark und erreichten mit 30 Siegen auf fremdem Eis die beste Bilanz der NHL.

 

Die Blue Jackets waren das zweitschlechteste Heimteam der 16 Mannschaften dich sich für die Playoffs qualifizieren konnten. Nur Colorado (21) holte weniger als die 22 Heimsiege von Columbus.

 

Die Trainer

Jon Cooper hat Tampa in vier seiner fünf kompletten Spielzeiten in Tampa mindestens bis ins Conference Final geführt. Er ist mittlerweile der am längsten amtierende Cheftrainer der NHL und hat mit 301 Siegen die meisten Partien in der Geschichte der Tampa Bay Lightning gewonnen. Die vorzeitige Vertragsverlängerung kurz vor den Playoffs beweist, dass Cooper auch bei einem Verpassen des großen Ziels Stanley Cup, das Vertrauen der Clubführung besitzt.

 

John Tortorella ist mittlerweile seit drei Jahren hinter der Bande der Blue Jackets aktiv. Er hat seine Mannschaft in jeder kompletten Spielzeit in die Endrunde geführt. Zu mehr als der Teilnahme reichte es jedoch nicht. Im Vorjahr verspielten die Blue Jackets eine 2-0 Führung und Heimrecht gegen den späteren Champion aus Washington. In diesem Jahr reichte es trotz der Verstärkungen nicht zu mehr, als einer Wildcard und Platz 8  im Osten. Und so wartet in der ersten Runde der Verein, den John Tortorella von 2000 – 2008 trainierte, und 2004 zum Stanley Cup führte.

 

Die Prognose

Wohl selten hat ein Verein so viel auf eine Karte gesetzt, wie die Columbus Blue Jackets. Und noch seltener dürfte das Ergebnis so ernüchternd sein. Columbus verpasste es, sich nach der Trade Deadline in eine bessere Position zu bringen. Mit Tampa Bay wartet die bisher beste Mannschaft der Salary Cap Ära bereits in der Auftaktrunde. Columbus wäre eingespielt eventuell eine Herausforderung für die Lightning, aber in der aktuellen Form bleibt wenig Hoffnung für die Blaujacken. Die Lightning sind unfassbar gut besetzt und hoch motiviert. Tampa Bay gewinnt in fünf Spielen.

Redaktion

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