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Köln. (HHK) Zweimal hatten die Eisbären Berlin in der Saison 2012/13 in den Punktspielen bei den Kölner Haien gesiegt, insgesamt gewannen...
Kölns Rok Ticar vor Rob Zepp - © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Kölns Rok Ticar vor Rob Zepp – © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Köln. (HHK) Zweimal hatten die Eisbären Berlin in der Saison 2012/13 in den Punktspielen bei den Kölner Haien gesiegt, insgesamt gewannen sie elf der letzten 14 direkten Vergleiche auf Kölner Eis. Heute machten sie das Dutzend voll durch einen auf dramatische Weise erzielten 4:2-Erfolg im Auftaktspiel des Playoff-Finales 2013.

Die Haie starteten in das erste Playoff-Endspiel mit 20-minütiger Verspätung. Ein Drittel lang überließen sie es den Eisbären, Eishockey in der Lanxess-Arena zu spielen. Die Gäste starteten dagegen mit einem unglaublichen Elan in das Spiel und schnürten die Haie in der eigenen Abwehrzone ein. Bis zur von den Haien herbeigesehnten Unterbrechung durch das Powerbreak zählten die Statistiker ein Schussverhältnis von 15:1 (!) zugunsten der Gäste, am Ende des ersten Drittels lagen die hoch überlegenen Gäste in der Torschussstatistik 21:5 vorn.

Die Haie konnten froh sein, im Auftaktdrittel nur ein einziges Gegentor kassiert zu haben. Das lag zum einen an einigen guten Paraden ihres Torhüters Danny aus den Birken, zum  anderen aber auch am fahrlässigen Umgang der Eisbären mit ihren Chancen. Das Führungstor erzielte Julian Talbot nach einem bösen Fauxpas von Moritz Müller in der 10. Minute. Tyson Mulock hatte zuvor die Latte des Kölner Tores getroffen, sein Bruder Travis James kam in der 11. Minute frei zum Schuss und traf den Pfosten.

Wie verwandelt kamen die Haie zum zweiten Drittel aufs Eis. Daniel Tjernqvist, Chris Minard und Ales Kranjc heizten gleich dem Berliner Goalie Rob Zepp ein und schon in der 23. Minute erzielte Andreas Falk nach Zuspiel von Philip Gogulla den Ausgleich. Unmittelbar danach hatte Alexander Weiß nach einem Alleingang die Führung auf dem Schläger, dann scheiterte Marco Sturm am Pfosten.

Fast so einseitig wie im ersten Drittel zugunsten der Berliner war nun bis zum Powerbreak das  Torschussverhältnis zugunsten der Haie: 11:1! Erst ab Mitte des Drittels kamen die Gäste wieder besser ins Spiel, es entwickelte sich nun endlich das erwartete enge Spiel mit Chancen hüben wie drüben. Kurz vor Drittelende gab es noch zwei Riesenchancen für die Haie. Zunächst startete Marco Sturm von der Mittellinie aus durch, scheiterte aber an Zepp, dann spielte Marcel Ohmann Rok Ticar glänzend frei, doch der Slowene verzog knapp.

Völlig überraschend erzielten die Gäste in der 39. Minute das 2:1. Julian Talbot eroberte gegen den aus dem Tritt geratenen Björn Krupp den Puck hinter dem Kölner Tor, und TJ Mulock schoss kurz entschlossen ein.

In der Anfangsphase des Schlussdrittels sah es einige Male so aus, als sollte den Haien der erneute Ausgleich gelingen. Eine tolle Kombination leitete Andreas Holmqvist mit einem Steilpass auf Alexander Weiß ein, dessen Zuspiel Felix Schütz aber nicht zum 2:2 verwerten konnte.  Zuvor hatte bereits Philip Gogulla frei vor Zepp nicht verwandeln können.

Jamie Arniel (links) und Mirko Lüdemann im Zweikampf - © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Jamie Arniel (links) und Mirko Lüdemann im Zweikampf – © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Umso überraschender kamen die Gäste in der 47. Minute zu ihrem dritten Tor. Niemand – einschließlich der Unparteiischen – hatte so recht gesehen, wie der Puck im Kölner Tor gelandet war. Erst die Zeitlupe, bzw. für die Schiedsrichter die Betrachtung des Videomitschnitts, klärte auf. Darin Olver hatte aus einer Position hinter dem Kölner Tor Marko Sturm ans Bein geschossen, und von dort prallte der Puck unglücklich für die Haie ins eigene Tor.

Sekunden später  traf Philip Gogulla den Pfosten des Berliner Gehäuses, danach setzten Ales Kranjc und Andreas Holmqvist die Gäste mit Gewaltschüssen von der blauen Linie unter Druck. In der 53. Minute gab es die erste Strafzeit im Schlussdrittel – das zweite Drittel war gänzlich ohne Strafen verlaufen – und in ihrem ersten Powerplay setzten die Gastgeber alles daran eine Verbesserung des Ergebnisses zu erreichen. Es blieb aber zunächst beim 1:3.

In der 58.Minute setzte Uwe Krupp alles auf eine Karte und nahm Danny aus den Birken zugunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Kasten. Mit Erfolg! Andreas Falk traf mit einem Volleyschuss aus kurzer Distanz nach einem Pass von Kapitän John Tripp.

Danach wurde es turbulent. André Rankel blockte einen  Schuss von Andreas Holmqvist, zog durch und wurde im letzten Augenblick durch einem Stockschlag von Daniel Tjernqvist am  Torschuss gehindert. Rankels Schuss ging an den Pfosten, die Schiedsrichter entschieden auf „Technisches Tor“. Eine regelkonforme Entscheidung, die dennoch von aufgebrachten Haie-Fans mit dem Werfen von Gegenständen aufs Eis quittiert wurde. Hier entlud sich auch einiger Frust, weil nicht alle Entscheidungen der Schiedsrichter in den vorangegangenen 59 Minuten unter der Rubrik „Regelkonform“ verbucht werden konnten. Zu entschuldigen ist das Becher- und Gläserwerfen dennoch nicht.

Der Berliner Sieg war sicher nicht unverdient, aber für die Haie bleibt begründete Hoffnung, die Finalserie doch noch zu gewinnen. Sie haben in dieser Saison bereits zweimal in Berlin gewonnen und heute zwei Drittel lang hervorragendes Eishockey gezeigt. Das macht Mut für das kommende Spiel am Dienstag.

Jimmy Sharrow (links) und Marco Sturm - © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Jimmy Sharrow (links) und Marco Sturm – © by ISPFD (sportfotocenter.de)

Trainerstimmen:

Don Jackson: „Wir haben von Anfang viel Druck gemacht, aber ab dem 2. Drittel kamen die Kölner. Das Spiel war sehr eng. Beide Mannschaften hätten gewinnen können. Wir werden das Spiel gründlich analysieren und sehen, was wir noch besser machen können“.

Uwe Krupp: „Das erste Drittel ging an Berlin, im zweiten Drittel hatten wir Berlin im Griff. Im letzten Drittel, konnten die Berliner das Ergebnis verwalten, weil sie führten. Mehrere Tore auf beiden fielen nach Fehlern. Wir haben erstmals seit einiger Zeit wieder vier Gegentore in einem Spiel kassiert und werden versuchen, diese Fehler zu vermeiden“.

Statistik:

Kölner Haie – Eisbären Berlin 2:4(0:1/1:1/1:2)

Tore:  

0:1 (9:33) Jullian Talbot (Travis James Mulock) 9:33

1:1 (22:42) Andreas Falk (Philip Gogulla, Andreas Holmqvist)

1:2 (38:33) Travis James Mulock (Jullian Talbot) 18:33

1:3 (46:19) Darin Olver 2:3 (59:08)

2:3 (59:08) Andreas Falk (sechster Feldspieler) (Charles Stephens, John Tripp)

2:4 (59:31) André Rankel (Empty Net, technisches Tor)

 

Strafen: Köln 8 +10 Diszi Claaßen  – Berlin 6

Torschüsse: Köln 32  – Berlin 39

Schiedsrichter: Piechaczek, Schimm (Gemeinhardt, Schrader)

Zuschauer: 18.366

Aufstellungen:

Köln: Aus den Birken (Ziffzer) – Tjernqvist, Holmqvist; Kranjc, Müller; Lüdemann, Ankert; Krupp – Gogulla Falk, Minard;  Tripp, Stephens, Robinson; Sturm, Schütz, Weiß A.; Ohmann, Ticar, Claeßen

Berlin: Zepp (Elwing) – Hördler, C. Braun; Baxmann, Sharrow; Caldwell, Katic; Haase – Rankel, Talbot, T.J. Mulock; Busch, Olver, Tallackson; Christensen, Arniel, Ty. Mulock; L. Brown, Locke, Foy

Three Stars:

***  Talbot

**  Falk

*  TJ Mulock

 

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Redaktion

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