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Angreifer Willy Rudert im Exklusiv-Interview   Crimmitschau. (PM Eispiraten) Seit zwei Jahren steht Willy Rudert bei dem Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau unter Vertrag.   Zugegeben,... „Eishockey wird dort einfach anders gelebt!“

Angreifer Willy Rudert im Exklusiv-Interview

 

Willy Rudert – © by Eispiraten Media

Crimmitschau. (PM Eispiraten) Seit zwei Jahren steht Willy Rudert bei dem Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau unter Vertrag.

 

Zugegeben, nicht alle haben diesen Namen auf dem Schirm. Mit erst 15 Jahren unterzeichnete der gebürtige Crimmitschauer 2017 einen Fördervertrag bei den Westsachsen. Vor einem Jahr wagte der Nachwuchsspieler dann den Schritt nach Finnland, um sich weiterzuentwickeln – Und schon in wenigen Wochen geht es zurück nach Skandinavien. Wir haben uns mit Willy getroffen und mit ihm über seinen Start in Finnland, die Sommervorbereitung, sportliche Vorbilder und sein zweites Jahr im sportbegeisterten Finnland gesprochen.

 

Hallo Willy! Schön, dass Du dir die Zeit für ein kleines Interview mit uns genommen hast. Wie bereitest du dich aktuell auf die neue Saison vor?

Ich habe von meinem Club in Finnland einen Trainingsplan bekommen, welcher sich über sechs Tage in der Woche zieht. Von Montag bis Samstag stehen dann Dinge wie Sprints, Kraft, Ausdauer oder Hand-Augen-Koordination auf dem Plan. Eben alles das, was man braucht, um am Ende des Sommers fit zu sein.

Für dich geht es in wenigen Wochen zurück nach Finnland. Bereits im vergangenen Jahr hast du in Skandinavien in der Jugend von Kokkola Hermes gespielt. Wie kam es zu diesem Schritt?

Ich habe damals in der DNL2 bei Chemnitz gespielt und mir war klar, dass ich mich auf Dauer dort nicht weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen kann. Ich wusste aber ebenso, dass ich noch nicht das Niveau für die DEL2 habe. Deshalb wollte ich weg – Egal ob zu einem anderen Club in Deutschland oder in das Ausland. Unser Mannschaftsleiter in Chemnitz war Finne und hat dann den Kontakt nach Vaasa hergestellt, die in der ersten finnischen Juniorenliga spielen. Dort hatte ich dann ein Probetraining, nach welchem mir gesagt wurde, dass ich gute Veranlagungen habe, jedoch mit der Schnelligkeit des Spiels nicht zurechtkommen würde. Natürlich war der Unterschied zur DNL2 sehr groß, aber meiner Meinung nach hätte ich den Sprung schaffen können. Stattdessen wurde ich dann nach Kokkola geschickt, dem Kooperationspartner von Vaasan. Am Ende der Saison haben wird dann gegeneinander gespielt und sogar gewonnen. Da wusste ich, dass ich alles richtig gemacht habe (lacht).

Du hast dich sicherlich sportlich aber auch menschlich weiterentwickeln können.

Natürlich habe ich mich in Finnland weiterentwickelt. Man hört auf dem Eis viele neue Sachen, auch aus anderen Sichtweisen. Menschlich war es ein prägendes Jahr. Die ersten Wochen waren schon komisch. Ich habe schließlich auch das erste Mal alleine gewohnt. Doch ich habe mich dann relativ schnell eingewöhnt und jetzt ist es zum Beispiel sogar etwas komisch, nicht in Finnland sondern zu Hause in Crimmitschau zu sein.

Was sind die größten Unterschiede zwischen den Nationen Deutschland und Finnland?

Die Mentalität der Spieler, aber auch aller Menschen ist der größte Unterschied. Finnland ist ein Land des Sports, der Eishockeysport wird dort einfach anders gelebt als hier in Deutschland. Du musst selbst in jedem Training 100 Prozent geben und immer hart arbeiten. Du darfst dich nicht zurücklehnen. Bist du nicht voll dabei oder gibst nur 90 Prozent, dann bekommst du gleich eine Ansage.

Du warst während der vergangenen Spielzeit nur kurz zu Besuch in Crimmitschau. Wie bist du mit der Tatsache umgegangen, so lange von der Familie und deinen Freunden, welche du hier hast, getrennt zu sein?

Ich habe in Finnland relativ schnell Freunde gefunden. Davon auch ziemlich gute, mit denen ich auch jetzt über die Sommermonate Kontakt habe. Die Distanz zwischen Kokkolan und Vantaa, für die ich in der neuen Saison spiele, ist natürlich relativ groß. Das macht es auch nicht gerade einfach. Mit meiner Familie und meinen Freunden in Crimmitschau habe ich die ganze Zeit über Kontakt gehalten. Über Weihnachten war ich sogar hier gewesen, habe mich dann aber gleich gefreut nach Finnland zurückzukehren und dort wieder Eishockey zu spielen und meine Freunde zu sehen.

Zur neuen Saison geht es für dich erneut nach Finnland. Diesmal allerdings nicht nach Kokkola, sondern, wie eben schon angesprochen, nach Vantaa. Wie kam es zu der Entscheidung, sich einem neuen Club anzuschließen?

Beide spielen im U20-Bereich in der selben Liga. Doch ich wollte nochmal einen neuen Schritt wagen, um mich weiterzuentwickeln. Vantaa ist ein Team, welches seit drei Jahren immer in der Qualifikation um den Aufstieg in die erste Liga gespielt hat, es jedoch nie gepackt hat. Dort weht auch ein ganz anderer Wind. Schon im Mai habe ich dort mittrainieren dürfen. Von den Gegebenheiten ist Vantaa schon ein Erstligastandort. Das große Ziel lautet in dieser Spielzeit deshalb endlich aufzusteigen.

Planmäßig sollst du in Zukunft zum festen Stamm der Eispiraten gehören. Ist es ein Ziel von dir, irgendwann mal vor tausenden Zuschauern im heimischen Sahnpark aufzulaufen, wo du auch im Nachwuchs deine ersten Schritte gemacht hast?

Natürlich! Als wir noch klein waren, haben alle zu den Großen hoch geschaut und gehofft, irgendwann einmal dort mitspielen zu dürfen. Als ich vor zwei Jahren dann die Chance und das Vertrauen mit meinem ersten Vertrag bekam, war ich sehr stolz und glücklich. Nun arbeite ich darauf hin, irgendwann vor heimischen Publikum in Crimmitschau spielen zu können.

Du hast dich bei deiner Vertragsunterzeichnung bei den Eispiraten damals für die Nummer 55 entschieden und könntest so irgendwann in die großen Fußstapfen von Chris Stewart treten. Ist der ehemalige NHLer irgendwo ein sportliches Vorbild für dich?

Die Nummer 55 hat mich ehrlich gesagt schon immer gereizt, aber nicht aus einem besonderen Grund. Das hatte in erster Linie auch nichts mit Chris Stewart zu tun, auch wenn er und die Nummer in Crimmitschau immer in Verbindung stehen werden. Meine großen Vorbilder sind eigentlich mein Opa, der früher in der DDR-Nationalmannschaft gespielt hat, und mein Vater. Sie stehen mir sehr Nahe und haben mir viele Dinge beigebracht. Allgemein muss ich sagen, wäre ich ohne die Unterstützung meiner Familie nicht so weit gekommen. Schaut man in die NHL, ist natürlich auch Sidney Crosby ein Spieler, den ich als Vorbild bezeichnen würde.

Zum Abschluss: Wie genießt du die jetzige Sommerpause bis es wieder auf das kalte Eis geht?

Einfach Spaß haben und viel mit der Familie und meinen Freunden unternehmen. Doch auch die Pflicht ruft, denn das Training gehört zur Sommerpause genauso dazu. Bald geht es ja schon wieder los.

Danke für das Interview und viel Erfolg in deinem zweiten Jahr in Finnland, Willy!

Redaktion

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